Sport und Studium zu stressig: Weller beendet Laufbahn

Leichtathletik

Anna-Katharina Weller (LG Olympia) legt die Diskusscheibe auf die Seite und beendet ihre erfolgreiche Leichtathletik-Laufbahn. "Ich befinde mich im ersten Masters-Studienjahr in Psychologie, die zeitliche Belastung wuchs mir über den Kopf", begründete die 22-Jährige ihre Entscheidung, die ihr bestimmt nicht leicht gefallen ist.

DORTMUND

von Von Horst Merz

, 31.10.2011, 07:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Anna-Katharina Weller hängt die Schuhe an den Nagel, und ihr Trainer Hubert Funke hört mit ihr auf.

<p>Anna-Katharina Weller hängt die Schuhe an den Nagel, und ihr Trainer Hubert Funke hört mit ihr auf.

Seit neun Jahren gehörte Weller zu den besten deutschen Jugendlichen und Juniorinnen, fehlte bei keiner internationalen Meisterschaft, die sie bis nach Peking und Marrakesch führten.

Motivation fehlte

Als Vierte der U 20-EM in Bydgoszcz feierte sie ihren größten Erfolg. Mit ihrer Bestweite von 54,50 Metern war sie bei Titelkämpfen stets eine feste Größe. "Irgendwann ist aber dann die Luft raus, und es fehlt die Motivation", sagt sie und ergänzt: "Wenn man durch das Studium nicht den gleichen großen Trainingsumfang leisten kann wie die Konkurrenz, die ganz auf den Sport setzt, dann macht es auch keinen Spaß mehr."

Anna-Katharina fuhr stets zweigleisig und erntete viel Anerkennung dafür, wie hervorragend sie Sport und Studium vereinte. Noch einen Tag vor dem Abflug des deutschen Teams zur U 23-EM in Ostrava lieferte sie im Juli dieses Jahres an der Uni Bochum ihre Bachelor-Arbeit ab. "Wenn ich es noch einmal zu tun hätte, würde ich mein Studium anders einteilen und mir weniger Druck machen", meint sie rückblickend.Funke hört auf Zuletzt nahm sie an Testfahrten der Bobsportler in Altenberg teil, "aber das war nichts für mich", stellte sie fest Mit ihr beendet auch Hubert Funke, der sie schon als 14-Jährige betreute und sie zu ihren großen Erfolgen führte, seine Laufbahn. "Ich konnte zuletzt meinen Beruf als Lehrer, mein Engagement als Sportwart des westfälischen Verbandes und meine Trainer-Tätigkeit nicht mehr miteinander vereinbaren und habe nur wegen Anna-Katharina noch weiter gemacht", erklärt er.

"Anna-Katharina war immer eine unserer sympathischsten Athletinnen und hat uns stets hervorragend repräsentiert. Wir werden sie im Rahmen unserer Meisterehrung gebührend verabschieden.", kündigte der Sportliche Leiter der LGO, Manfred Richter an.

 

Mz

 

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