Sportdezernent Jörg Stüdemann im Interview

DORTMUND Jörg Stüdemann, Kultur- und Sportdezernent der Stadt Dortmund, hat das beschlossene Aus für die Handball- und Tischtennis-Bundesligateams des BVB „mit Betrübnis“ zur Kenntnis genommen. Schuldzuweisungen gegen die Stadt Dortmund weist er vehement zurück.

von Von Dirk Krampe

, 10.03.2009, 18:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sportdezernent Jörg Stüdemann im Interview

Eine neue Halle ist für 2010 geplant.

: Das ist sicher richtig und eine traurige Entwicklung. Aber noch einmal: Wir sind dafür zuständig, Infrastruktur zu schaffen, also zum Beispiel Sportstätten. Und da haben wir sehr viel getan. Seit 2001 haben wir 70 Millionen Euro in Sportanlagen investiert. Noch ein Beispiel: Gut zwei Drittel der Kosten für die Kunstrasenplätze, die jetzt gebaut werden, trägt die Stadt. Da ist eine Menge passiert.

Nein, wir haben nicht reduziert, das Niveau ist gleich hoch.

Tut es auch nicht. Sehen Sie, wir liegen aussichtsreich im Rennen um die Bewerbung für die Tischtennis-WM 2012. Dass parallel dazu eine Entwicklung wie jetzt im Tischtennis vonstatten geht, ist ein schlechtes Signal. Wenn es so kommt, wäre das nicht gut.

: Leider ist es so, dass die Gebebereitschaft der örtlichen Wirtschaft gelitten hat. Wir stecken in einer Phase, in der die regionale Wirtschaft eher auf große Vereine zugeht und die kommunale Wirtschaft ihr Sponsoring strategisch neu ausrichtet. Durch dieses Zusammentreffen wird es für kleinere Vereine oder Abteilungen schwierig.

: Es ist so, dass wir Sondierungsgespräche geführt haben. Wir sind gerne bereit, hilfreich zur Seite zu stehen, wo wir können. Aus meiner Sicht müssen sich die Wirtschaftsunternehmen an einen Tisch setzen. Es braucht ein klares Bekenntnis zum Sport in Dortmund.

: Nach der Kommunalwahl steht dieses Thema wieder auf der Agenda.

Die steht im Haushaltsplan 2010 auf der Tagesordnung. Ein Neubau ist auf lange Sicht unausweichlich, weil wir nicht auf immer und ewig in Wellinghofen weitermachen können.

: Ich wünsche ihnen, dass sich Sponsoren für Sportarten jenseits des Fußballs öffnen. So sehr ich beim BVB mitfiebere, er absorbiert eine ganze Menge an Geldgeber-Potenzial.  

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