Steht K.F. Sharri vor dem Kollaps? Jetzt schmeißt der wichtigste Mann hin

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Das Projekt des ambitionierten Fußball-A-Ligisten K.F. Sharri Dortmund ist vorläufig gescheitert. Nun hat der zuletzt wichtigste Mann im Klub seinen Abschied verkündet. Er bleibt in der A-Liga.

Dortmund

, 25.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was hatte der A-Kreisligist K.F. Sharri Dortmund nicht alles vor. Der Fußballverein aus dem Dortmunder Norden wollte im vergangenen Sommer mit höherklassigen Spielern in der Kreisliga A oben angreifen, am liebsten schon nach der aktuell wegen des Coronavirus unterbrochenen Spielzeit von der Tabellenspitze grüßen. Der Klub hatte große Pläne. Die Bezirksliga war das Ziel. Dieses hat Sharri nun allerdings deutlich verfehlt.

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Zum Zeitpunkt der Unterbrechung (Mitte März) stand Sharri Dortmund auf Rang fünf, mit fünf Zählern Rückstand auf Rang zwei (SG Gahmen) und 13 Punkten Rückstand auf Tabellenführer BW Alstedde. Die unterbrochene Spielzeit wird aller Voraussicht nach im Juni endgültig abgebrochen. Dann soll der Verbandstag den Vorschlag des Fußball- und Leichtathletikverbands Westfalen (FLVW), die Saison abzubrechen, absegnen. Sharri wird dann leer ausgehen. Das hat und hatte bereits erste Konsequenzen.

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Schon im März dieses Jahres gab der Verein die Trennung von seinem damaligen Trainer Ferhat Degirmenci bekannt. Neben der Corona-Krise sei aus Vereinssicht auch die Erfolgslosigkeit der Mannschaft ein Grund für die Vertragsauflösung gewesen, hieß es. Der bisherige Sportliche Leiter Pietro Perrone sollte das Traineramt übernehmen. Perrone wollte in der neuen Saison wieder oben angreifen - allerdings ohne Stammspieler und Kapitän Santiliano Braja, der sich dazu entschloss, noch einmal höherklassig zu spielen und zur kommenden Saison zum Westfalenligisten BV Westfalia Wickede wechselt.

Bei KF Sharri wendet sich das Blatt

Perrone gab sich Mitte April dennoch kämpferisch, rief auch für die kommende Saison ambitionierte Ziele aus und wollte „unter die ersten Fünf kommen“. Das sind mittlerweile Ziele, die der Verein nun ohne Perrone erreichen muss. Denn gut einen Monat später wendet sich das Blatt bei KF Sharri gewaltig - und der Verein muss den nächsten Rückschlag hinnehmen.

Am Montagnachmittag bestätigte der 49-jährige Perrone, dass er sich zur kommenden Saison dem A-Kreisligisten TuS Holzen Sommerberg anschließt. Ist das der Knockout für den Dortmunder Nordstadtklub?

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Für Perrone definitiv. „Wegen Corona sind dem Verein mehrere Sponsoren abgesprungen. Den Kader konnte ich dann als Sportlicher Leiter und Trainer nicht mehr verantworten. Ich möchte immer leistungsorientiert arbeiten, doch das konnte Sharri mir nicht mehr bieten. Wir waren dann auch der Meinung, dass ich zu schade für den Verein bin“, sagt Perrone deutlich.

Ist das Sharri-Projekt gescheitert?

Wichtig zu klären ist noch: Ist mit dem Abgangs Perrones das große Sharri-Projekt schon gescheitert? „Das ist es so oder so“, sagt Perrone und führt aus: „Schon nachdem der Verein Ferhat (Degirmenici, Anm. d. Red.) entlassen hatte, war das Projekt gescheitert. Nach der Niederlage gegen Gahmen war die Saison gelaufen. Das hätte auch ich nicht mehr zurückbiegen können“, so Perrone weiter.

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Perrone hat mit dem TuS Holzen Sommerberg hingegen einen neuen Klub gefunden. Dort steigt er in doppelter Funktion ein. Denn neben seinem Job als Gespannpartner von TuS-Coach Arne Werner für die „Erste“ soll Perrone auch Phillip Stricker als Trainer der A-Junioren unterstützen.

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Holzens Abteilungsvorsitzender Andreas Bartels freut sich auf Perrone. „Pietro hat jede Menge Fußball-Sachverstand. Wir glauben, dass wir mit ihm unser Projekt in Holzen weiter professionalisieren können“, so Bartels.

Perrone ist voller Tatendrang

Auch Perrone ist voller Tatendrang: „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass Holzen Sommerberg hoch hinaus möchte. Außerdem hat der Verein eine schöne Anlage, gutes Publikum und einen guten Vorstand. Ich freue mich darauf“, sagt Perrone, der mit der A-Jugend in die Landesliga und mit den Senioren in die Bezirksliga aufsteigen möchte.

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