Der „Fußballverrückte“, gegen den „super Typen“: Das Derby der Taktikliebhaber

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Vor dem Duell zwischen dem Kirchhörder SC und dem SV Brackel 06 übertreffen sich beide Trainer mit lobenden Worten. KSC-Coach Rammel scheint sich dabei auf die Spielweise Brackels zu freuen.

Dortmund

, 07.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Acht Wochen kickten Sascha Rammel und Giovanni Schiattarella in der Saison 2010/2011 für den damaligen Westfalenligisten TuS Eving Lindenhorst zusammen. Dann entschied sich Schiattarella für eine Rückkehr zum ASC 09 Dortmund. „Ich hatte Heimweh“, sagte der Trainer des SV Brackel 06.

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Auch wenn es nur eine kurze Zeit war, haben sich Rammel und Schiattarella schätzen und mögen gelernt. „Giovanni ist ein Fußballverrückter, der sich am liebsten 24 Stunden mit dem runden Leder beschäftigen würde. Es macht Spaß, sich mit ihm über Fußball auszutauschen. Er ist ein Trainer, der über die Emotionen kommt und diese auch auf seine Spieler überträgt“, sagt Rammel, Trainer des Krichhörder SC. Sein Gegenüber meint: „Sascha ist ein super Typ und dazu ein sehr guter Fußballer und Trainer mit viel Fachwissen.“

SV Brackel hat nur fünf Punkte Vorsprung vor Relegationsplatz

Am Sonntag (15.15 Uhr, Sportplatz Kobbendelle) treffen beide nun aufeinander. Rammel schaut mit seinem KSC als aktueller Tabellenvierter eher nach oben – der SVB, der auf Rang sieben liegt, muss seinen Blick eher nach unten richten. Aktuell sind es nur fünf Punkte auf den Relegationsplatz 14.

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Am vergangenen Wochenende schlug sich Brackel gegen den TuS Bövinghausen ordentlich und hätte mindestens einen Punkt verdient gehabt – verlor aber mit 0:1. „Wenn wir dieselbe Leidenschaft auf den Platz wie gegen TuS, dann bin ich sicher, dass die Ergebnisse irgendwann kommen“, blickt Schiattarella voraus.

Giovanni Schiattarella „Wir müssen eiskalt sein“

Der Trainer erwartet „keinen Hauruck-Fußball“ sondern ein geordnetes Spiel, bei dem beide Mannschaften ruhig im Aufbau agieren werden. Dabei hofft er auf eine ähnliche Chancenauswertung wie zum Ende der Hinrunde, wo sein Team „eine gute Effektivität hatte“: „Es werden sich sicher Möglichkeiten ergeben. Da müssen wir eisklalt sein. Jeder Standard kann entscheiden – Es wird auf Kleinigkeiten ankommen.“

Giovanni Schiattarella ist von einem Punktgewinn überzeugt, wenn die Mannschaft die selbe Leidenschaft wie gegen Bövinghausen an den Tag legt.

Giovanni Schiattarella ist von einem Punktgewinn überzeugt, wenn die Mannschaft die selbe Leidenschaft wie gegen Bövinghausen an den Tag legt. © Folty

Der KSC besitzt eine der besten Defensivreihen der Liga und hat bisher in 19 Spielen erst 20 Gegentore kassiert. Die gute Rückrundenbilanz will das Team aus dem Süden weiter ausbauen: Sieben Punkte aus drei Spielen bei nur einem Gegentreffer stehen hierbei momentan zu Buche. Zum Gegner meint Rammel. „Brackel ist taktisch sehr gut organisiert und sie verfolgen eine klare Spielphilosophie.“

Sascha Rammel: „Solche Gegner liegen uns“

Im Vergleich zum letzten Wochenende, wo sein Team nicht über 0:0 beim DJK Wattenscheid hinauskam, erwartet der Trainer einen Kontrahenten, der mitspielen will. „Solche Gegner liegen uns eher. Wir haben Probleme mit Mannschaften, die über die Robustheit kommen und viel mit langen Bällen agieren. Das wird Brackel nicht machen.“

Sascha Rammel hofft mit seinem Team auf einen Heimsieg im Derby.

Sascha Rammel hofft mit seinem Team auf einen Heimsieg im Derby. © Folty

Personell fehlen Rammel Mittelfeldspieler Kagan Atalay (Urlaub) und Abwehrmann Thomas Schmitter (studienbedingt). Schiattarella stehen alle Mann zur Verfügung. „Es wird der gleiche Kader wie gegen Bövinghausen werden.“

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Es bleibt abzuwarten, welche Spielphilosophie sich am Sonntag durchsetzen wird. Beides Coaches werden sich sicher den einen oder anderen Kniff überlegen. Dabei ist eines sicher: Der gegenseitige Respekt der beiden Trainer wird bleiben – unabhängig vom Ergebnis der Partie.

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