SV Dortmund Wickede und DJK TuS Körne III liefern Zuschauern Tor-Spektakel in der Kreisliga C

Amateurfußball

Das gibt es wohl nur in der Kreisliga: Die Tore fallen am Fließband, das Ergebnis klingt nach Verlängerung plus Elfmeterschießen - zustande gekommen ist es aber in regulären 90 Minuten.

von Moritz Lerch

Dortmund

, 28.08.2019, 10:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
SV Dortmund Wickede und DJK TuS Körne III liefern Zuschauern Tor-Spektakel in der Kreisliga C

Eine Menge Tore fielen im Spiel zwischen dem SV Wickede und der DJK TuS Körne III. © Symbolbild dpa

Als SV Wickedes Soufian El Gaouzi in der 83. Minute sein viertes Tor zum 8:3 gegen die Drittvertretung vom DJK TuS Körne erzielte, schien das Spiel entschieden zu sein. Die Frage, die sich einige der Zuschauer zu dem Zeitpunkt stellten war jene, ob das Spiel noch zweistellig ausgeht.

Wickede zittert sich zum Schlusspfiff

Womit keiner mehr rechnete, war, dass der SV Wickede am Ende richtig ins Schwimmen geriet und sich zum Schlusspfiff zitterte. „So etwas habe ich in meiner Amtszeit noch nie gesehen. Das Ergebnis hört sich nach Verlängerung und Elfmeterschießen und nicht 90 Minuten Fußball an“, kann sich Wickedes Sportlicher Leiter, Rudi Augustat, das Resultat nicht erklären.

Der SV Wickede hatte das Spiel von Beginn an im Griff. Nach 35 Minuten führte das Team von Spielertrainer Ali Atriki bereits mit 4:0. „Im Normalfall ist das Spiel dann schon entschieden“, so Augustat. Nach dem Wechsel erzielten die Körner ihren ersten Treffer. Kurz darauf setzte sich Wickede wieder erneut auf eine Vier-Tore-Führung ab. Dass Körne in den letzten sechs Minuten vier Tore erzielte, kam auch für DJK-Spielertrainer Nils Wiesenmüller überraschend. „Wir haben einige gnädige Freistöße bekommen und daraus dann Tore erzielt.“

Sowohl Augustat, der schon länger im Fußballgeschäft ist, als auch Wiesenmüller, für den es die erste Partie nach sieben Jahren Fußball-Abstinenz war, haben noch nie so ein Spiel erlebt. „So ein Torfestival hätte es als Einstand für mich auch nicht sein müssen“, scherzt Wiesenmüller.

„Nur“ Drei-Tore-Rückstand zur Halbzeit

Seine Mannschaft sei neu zusammengewürfelt und bestehe aus langjährigen Freunden, die wieder zusammen Fußball spielen wollten. „Wir konnten echt zufrieden sein, dass wir zur Halbzeit nur 1:4 zurücklagen. Wickede hat hoch gepresst und wir kamen damit gar nicht zurecht“, fügt Körnes Spielertrainer hinzu. „Schade, dass wir im zweiten Abschnitt nicht mehr das Tempo vom Anfang gehen konnten“, bedauert Augustat.

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Warum das Spiel zum Ende nochmal so spannend wurde, weiß Rudi Augustat genau. „Das passiert, wenn man sich zu sicher fühlt und aufhört, konzentriert zu spielen. Jeder will sein Tor machen und die Defensive wird total vernachlässigt. Das sieht man selbst bei den Profis, das ist menschlich, aber total ärgerlich.“ Körne habe, so Wiesenmüller, „in der zweiten Hälfte die Hektik aus den Aktionen genommen“ und sich „auf den einfachen Fußball konzentriert“. Durch ein einfaches Passspiel kamen die Körner zu einigen Torabschlüssen.

„Normalerweise muss man das Spiel gewinnen, wenn man auswärts sieben Tore erzielt“, ärgert sich Wiesenmüller über die vielen, „teils leichtsinnigen“ Gegentore. Die geschossenen Tore zeigten zwar, dass sein Team durchaus in der Lage sei, Tore zu schießen, aber ein „sehr großes Problem“ in der Defensive habe. Auch Augustat bräuchte sich um die Offensive beim SV keine Sorgen zu machen. „Wir haben eine starke Offensive, die immer in der Lage ist, zu treffen. In der Defensive hingegen haben wir noch sehr viel Nachholbedarf“, so der Sportliche Leiter.

Wiederholung nicht ausgeschlossen

Dass in der Saison nochmal ein ähnliches Ergebnis zu Stande kommen kann, sei durchaus möglich, merkt Nils Wiesenmüller an. „Das macht die Kreisliga C aus, viele Tore zum Ende der Partie.“ Augustat hofft darauf, dass seine Mannschaft bei der hohen Anzahl an Toren demnächst mehr für sich verbucht. Normal sei ein 8:7, so der gebürtige Wickeder, nicht. „Dass viele Tore in einer Partie fallen, kommt häufiger vor. Dann sieht das aber normalerweise viel eintöniger im Ergebnis aus.“

Zur Schlussphase findet sein Gegenüber klare Worte: „In der Kreisliga C wird nicht viel mit Taktik gespielt. Die Spieler stehen nicht kompakt und verschieben nur sehr unsauber. Zum Ende des Spiels machen sich dann noch die konditionellen Schwächen der Spieler bemerkbar. Dadurch fallen mehr Tore in den letzten Minuten eines Spiels“, so Wiesemüller.

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