Hombruchs Thomas Richarz: Stadt soll sich nicht „aus der Verantwortung stehlen“

mlzGastkolumne

Thomas Richarz ist Vorsitzender des Fußball-Landesligisten Hombrucher SV. In seiner Gastkolumne spricht er über die Öffnung der Sportanlagen in Dortmund. Er hat einen klaren Standpunkt.

von Thomas Richarz

Dortmund

, 22.05.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Entscheidung, die Dortmunder Sportplätze ab dem 18. Mai für den Trainingsbetrieb wieder zu öffnen, wäre eigentlich eine gute Entscheidung. Nur in der Form, wie die Stadt es jetzt umsetzt, ist das für die Vereine nicht zumutbar.

Jetzt lesen

Jeder Verein soll sein eigenes Hygienekonzept erstellen. Der Verweis auf die Internetseiten des LSB NRW und des DOSB ist mit Sicherheit nicht ausreichend. Hier fehlt eindeutig die Unterstützung des StadtSportBundes und der Sport- und Freizeitbetriebe. Hier ist es unbedingt notwendig, dass der SSB und die Sport-und Freizeitbetriebe klare Vorgaben machen. Sonst passiert das Gleiche, wie in den Deutschen Bundesländern mit seinem Flickenteppich: Der eine Verein legt die Vorschriften so und der andere Verein wieder anders aus. Hier sind klare Vorgaben der Stadt Dortmund unentbehrlich.

In welchem Verein gibt es eine Person, die in der Lage ist, ein sicheres Konzept zu erstellen – es sei denn, es ist zufällig ein Mediziner im Verein, der von der Sache etwas versteht?

Thomas Richarz, Vorsitzender des Hombrucher SV, hat eine klare Meinung zur Vorgehensweise der Stadt.

Thomas Richarz, Vorsitzender des Hombrucher SV, hat eine klare Meinung zur Vorgehensweise der Stadt. © Nils Foltynowicz


Welcher Ehrenämtler wird sich in seinem Verein als Corona-Beauftragter zur Verfügung stellen und bei Nichtbeachtung der Vorschriften –gewollt oder ungewollt – seinen Kopf hinhalten? Der Verweis auf den Bußgeldkatalog der CoronaSchVO ist sicherlich auch nicht sehr hilfreich.

Den Rat des SSB, dass die Vereine verantwortungsvoll und umsichtig mit dem „neuen Sportbetrieb“ umgehen sollen, empfinde ich, gelinde gesagt, als Frechheit. Denn jeder Vereinsvorstand geht auch in normalen Zeiten umsichtig und verantwortungsvoll in allen Vereinsangelegenheiten vor.

Besondere Ereignisse erfordern nun einmal auch besondere Reaktionen. Hier sind also der SSB und die Sport- und Freizeitbetriebe voll in der Verantwortung, den Vereinen eindeutige Verhaltensweisen an die Hand zu geben und sich nicht, aus welchen Gründen auch immer, aus der Verantwortung zu stehlen.

Jetzt lesen

Im Profifußball haben die DFL und der DFB den Vereinen, die auch alle Mediziner in ihren Reihen haben, genaueste Vorgaben für alle erdenklichen Situationen gemacht. Aber wir, die Amateure, sollen uns selbst durchwursteln.

Lesen Sie jetzt