Torball: Behinderung kein Handicap

DORTMUND Es ist mucksmäuschenstill in der Halle der Scharnhorster Gesamtschule. Das muss auch so sein. Denn hier wird die Deutsche Meisterschaft im Torball der Blinden und Sehbehinderten angepfiffen.

von Von Andrea Wellerdiek

, 19.03.2009, 16:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Torball: Behinderung kein Handicap

1-3-2015 Do-Sport Turnhalle Merckenbuschweg Foto Laryea

Das weiß auch Beate Maret, Spielerin des Blinden- und Sehbehindertensportvereins Dortmund (BSSV). „Besonders wichtig ist natürlich das Gehör“, sagt die 44-Jährige. Umso schwerer ist es für sie, da sie auf dem rechten Ohr von Geburt an taub ist. Beim Torball spielt sie Rechtsaußen und muss ihren Kopf stark drehen, damit sie den Ball hören kann. Durch einen Schicksalsschlag vor drei Jahren ist sie erblindet. „Der Sport fängt mich auf. Unsere Mannschaft und der Verein haben eine tolle Gemeinschaft. Ich brauche das einfach“, erklärt die Wittenerin, die per Taxi zum Training fährt.

Mit ihrer noch jungen Mannschaft, die in der Besetzung noch nicht so lange zusammenspielt, belegte sie bei der deutschen Meisterschaft, die vom Behindertensportverband NRW veranstaltet wurde, den 5. Platz. Gewonnen haben die Frauen vom ISC Viktoria Kirchderne. Der Integrationsclub richtete die Titelkämpfe aus. Die Hausherren des ISC kamen auf Platz 5. Mit dabei war auch Cengez Dinc. Der 33-Jährige ist seit 2006 beim ISC. „Hier wird akribisch gearbeitet und Leistung groß geschrieben“, lobt er. Deshalb fährt der von Geburt an Blinde jede Woche drei Stunden mit dem Zug von Salzgitter nach Dortmund zum Training. „Ich fahre nicht umsonst hierher. Pillepalle und Rumgekullere ist nichts für mich“, sagt er. Beim Torball gebe er stets „120 Prozent“. Mit der Erkrankung habe Dinc kein Problem. „Ich brauche kein Mitleid. Andere Menschen haben Depressionen. Ich bin ein lebensfroher Mensch“, betont Dinc.

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