Torben Junker besiegt die eigene Angst - und wird Deutscher Meister

mlzDeutsche Hallenmeisterschaften

Endlich am Ziel: Der Dortmunder Torben Junker gewinnt bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig seinen ersten Titel. Auch eine Dortmunder Teamkollegin hat Grund zum Feiern.

Dortmund

, 17.02.2019, 19:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Ende hatte er nicht einmal mehr die Kraft zu jubeln. Torben Junker stütze die Hände in die Seite, schaute noch etwas orientierungslos durch die mit 3500 Zuschauern ausverkaufte Arena Leipzig, wohl auf der Suche nach einer Anzeigetafel, die ihm das gerade Erlebte noch einmal in Zahlen bestätigen sollte.

In 47,18 Sekunden war der Langsprinter der LG Olympia Dortmund gerade zum Deutschen-Hallenmeister-Titel über die 400 Meter gelaufen, seinem ersten nationalen Erfolg überhaupt wohlgemerkt. „So richtig kann ich das alles noch gar nicht realiseren“, sagte Junker rund eine Stunde nach der Siegerehrung, bei der ihm passenderweise der frühere Dortmunder Europameister Ingo Schultz die Goldmedaille überreichte. „Aber das ist natürlich etwas Besonderes, gerade weil es mein erster Titelgewinn ist. Ich freue mich riesig.“

Junker hält die taktischen Vorgaben ein

Und die Zeit? Immerhin hatte Junker drei Wochen nach dem PSD Indoor Bank Meeting in Dortmund seine bisherige Bestzeit von 47,24 Sekunden noch einmal verbessert. Die sei ihm eigentlich „komplett egal“, sagte Junker mit der Gewissheit, sich nach dem zweiten Platz im vergangenen Jahr nun endlich Deutscher Meister nennen zu dürfen. „Darum ging es. Ich wollte hier einfach gewinnen. Alles andere ist Nebensache.“

Das Rennen vor einem Jahr in Dortmund, als Junker dem Leverkusener Thomas Schneider nach einem taktischen Fehler den Vorzug lassen musste, es hat am 26-Jährigen genagt, ihn aber auch motiviert. „Letztes Jahr habe ich den Fehler gemacht, dass ich nach 150 Meter zurückgesteckt habe“, sagte Junker. Schneider ging als Führender auf die Zielgerade, Junker konnte nicht mehr kontern. Er habe Angst gehabt, „dass sich dieser Fehler wiederholen könnte“, gab Junker zu. Doch am Sonntag hielt der LGOler am vorgegebenen Plan fest, den er mit seinem Trainer Thomas Kremer in den vergangenen Wochen ausgearbeitet hatte.

„Planen ist das eine, es umzusetzen das andere“, lobte Kremer dann auch seinen Schützling. „Torben hat es sehr gut gemacht“. Junker lief das Rennen mit einer 21:09 nach 200 Metern sehr schnell an, kontrollierte von der Spitze weg das Rennen und setzte sich am Ende souverän vor dem Chemnitzer Marvin Schlegel (47,69 Sek.) und Marc Koch aus Berlin (47,75 Sek.) durch. „Diese Konkurrenz war ja auch alles andere Laufkundschaft“, sagte Kremer. Junker selbst zeigte sich nach dem Rennen „einfach nur erleichtert“, dass es diesmal geklappt hat. Dass er nicht wieder denselben Fehler gemacht hat. Nun darf er sich Deutscher Meister nennen. „Das war das Ziel, und das habe ich geschafft.“

Christina Honsel springt Bestleistung

Nicht weniger glücklich zeigte sich Junkers Teamkollegin Christina Honsel, auch wenn es am Sonntag nicht ganz zum Titel gereicht hat. Die 21 Jahre alte Hochspringerin der LGO, vor Leipzig zumindest als Medaillenkandidatin gehandelt, steigerte ihre erst vor wenigen Wochen aufgestellte Bestleistung von 1,88 Meter um zwei Zentimeter und gewann mit einer Höhe von 1,90 Meter in einem hochklassigen Wettbewerb Bronze.

Neue Deutsche Meisterin ist Imke Onnen aus Hannover (1,96 Meter), auf Rang zwei sprang Marie-Laurence Jungfleisch. Die Stuttgarterin meisterte, anders als Honsen, sowohl die 1,88 Meter wie auch die 1,90 Meter im ersten Versuch und verwies die LGOlerin damit auf den dritten Platz. „Ich bin total happy“, sagte Honsel dennoch zufrieden. „Natürlich wäre der zweite Platz auch toll gewesen, aber mit dieser Höhe kann ich damit sehr gut leben.“

Wie Junker hatte auch Honsel im Vorfeld des Wettbewerbs ein wenig Angst verspürt, wie die letztjährige Deutsche U23-Vizemeisterin erklärte. „Angst, dass ich die 1,88 Meter, die ich ja gerade erst in Weinheim gesprungen bin, hier in Leipzig nicht bestätigen könnte.“ Wie sich herausstellte, war diese Sorge unbegründet. Honsel, die bei 1,75 Meter eingestiegen war, steigerte sich im Wettbewerb immer weiter. 1,80 Meter und 1,83 Meter meisterte die 21-Jährige von der LGO jeweils im ersten Versuch – wie auch die 1,90 Meter.

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