Tri-Geckos: Hubertus Brand ist Europameister

Duathlon

Er musste kämpfen. Gegen die Konkurrenten, gegen das kalte, nasse und windige Wetter, auch ein Stück weit gegen sich selbst. Aber er hat gewonnen: Hubertus Brand (49) von den Tri-Geckos hat bei der Duathlon-Europameisterschaft in Kalkar die Goldmedaille gewonnen.

DORTMUND

, 25.04.2016, 19:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fix und fertig und Europameister: Hubertus Brand von den Tri-Geckos.

Fix und fertig und Europameister: Hubertus Brand von den Tri-Geckos.

„Im Ziel war es dann umso schöner“, schilderte Brand seine Emotionen nach zehn Kilometern Laufen, 40 Kilometern Radfahren und zum Abschluss nochmal fünf Kilometern Laufen. Nach 1:58:53 Stunden war der Dortmunder im Ziel – deutlich vor den Mitläufern aus ganz Europa in seiner Altersklasse M 50. So setzte der Tri-Gecko gleich beim ersten Rennen der Saison ein Ausrufezeichen und bestätigte seine großen Ambitionen. „Nach den Podiumsplatzierungen im vergangenen Jahr will ich dieses Jahr Titel“, hatte er sich beim Start ins Wintertraining im November vorgenommen. Der Dauerbrenner hielt Wort. „Wahnsinn, dass es sofort beim ersten Rennen geklappt hat.“

In Kalkar setzte sich Brand nach dem Start sofort in der Spitzengruppe fest. „Das schnelle Anlaufen war ein wichtiger Bestandteil im Training vorher“, erklärte er. Das Tempo von 3:25 Minuten pro Kilometer konnte die Gruppe bei den widrigen Wetterverhältnissen allerdings nicht halten. Der Wind machte allen Athleten zu schaffen. Brand kam nach dem 10-km-Lauf nach 36:15 Minuten als Dritter zum Wechsel auf das Rad.

Füße durchgefroren

Auf dem Rad übernahm Brand schnell die Führung, die Teilstrecke beendete er nach 1:00:20 Stunden. „Am Ende der Radstrecke setzte Regen ein, die Straße war sehr nass, und ich wollte keinen Sturz riskieren und musste Tempo raus nehmen“, schilderte Brand. Das gab ihm sicherlich etwas mehr Luft für den abschließenden 5-km-Lauf. „Da waren meine Füße bei Kälte und Regen durchgefroren, es hat sich angefühlt, als könnte ich nur noch auf Stumpen laufen.“ 20:33 Minuten später stand Brand im Ziel und konnte das Rennen zum ersten Mal genießen.

Zehn bis 20 Stunden pro Woche hatte er sich im Training auf diese Saison vorbereitet, unter anderem den gesamten März auf Fuerteventura. Obwohl er immer noch jung geblieben aussieht („Mit 18 bin ich auch nicht in die Disco gekommen“), meint Brand, sein fortgeschrittenes Athletenalter doch zu spüren. Zweimal spezifisches Krafttraining und zweimal Athletikprogramme pro Woche machen ihn fit, die Trainingspläne von Stavro Petry berücksichtigen „die doch etwas längeren Regenerationszeiten in meinem Alter“.

Weitere Ziele

Wo das Wetter allmählich freundlicher wird, locken die nächsten großen Ziele. Brand ist von der Deutschen Triathlon-Union (DTU) für die Europameisterschaft Ende Mai in Lissabon nominiert. Im Vorjahr in der Schweiz holte er Platz acht heraus. Geht es mit Brand-Beschleunigung weiter, ist in diesem Jahr mehr drin. „Der Sieg in Kalkar hat mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben, das mein Trainer und ich einiges richtig gemacht haben.“ 

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