Trotz Corona: Handballer des ATV Dorstfeld feiern Saisonabschluss

Handball-Verbandsliga

Nach einer guten ersten Verbandsliga-Saison haben die Handballer des ATV Dorstfeld ihren Saisonabschluss gefeiert - und arbeiten jetzt wie die anderen Dortmunder Teams an der Fitness.

Dortmund

, 14.05.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Linkshänder Michael Herrmann steht dem ATV Dorstfeld nur noch für den Notfall zur Verfügung.

Linkshänder Michael Herrmann steht dem ATV Dorstfeld nur noch für den Notfall zur Verfügung. © Ludewig

Ein Bierchen in Ehren – aber den Gegebenheiten der aktuellen Corona-Pandemie geschuldet eben in der gebührenden Distanz. Die feiererprobten Verbandsliga-Handballer des ATV Dorstfeld begingen am Samstag per Videokonferenz ihren Saisonabschluss. Normal hätte der letzte Spieltag bei RSVE Siegen auf dem Plan gestanden. „Wir haben das Beste aus der Situation gemacht und auf unsere als Aufsteiger bis zum Saisonabbruch ordentliche Saison visuell angestoßen“, freute sich ATV-Coach Moritz Fuß, im ersten Jahr haupt- und alleinverantwortlich an der Dorstfelder Seitenlinie, über den gelungenen Ausklang und richtet den Blick langsam wieder nach vorne.

Allerdings nicht auf den 30. Mai, das Datum für die unerwartet zügige Öffnung der Sporthallen auf dem noch langen Weg zur Rückkehr in die Normalität. Mit dieser vielerorts irritierend aufgenommenen Schnellschussnummer wissen auch die beiden Trainerkollegen des ranghöchsten Dortmunder Trios, Thorsten Stoschek vom OSC und Marc Lauritsch von der Hombrucher Westfalia, nicht viel anzufangen. Erst einmal abwarten – so lautet der allgemeine Tenor. Unter Druck, sich zu dem Zeitpunkt wieder auf das Parkett begeben zu müssen, befinden sich die drei Aushängeschilder im städtischen Männerhandball ohnehin nicht.

Die Überlegungen zur Vorbereitung machen dies nicht zwingend notwendig.

Für die Hombrucher stellt sich die Situation ohnehin speziell dar. „Unsere Halle in Renninghausen ist eh wegen Renovierungsarbeiten im Innenbereich und der Ausbesserung des Hallenbodens bis nach den Sommerferien dicht“, erläutert Lauritsch und setzt als Lösung für den Fall der Fälle auf eine Kooperation mit der TSG Schüren, bei der er als Spieler jüngst einen Beitrag zum Aufstieg in die Bezirksliga leistete.

Rückraumspieler Sebastian Mund kehrt beim ATV Dorstfeld zurück

Erst einmal ist bis Mitte Juni bei der Westfalia allerdings schweißtreibende Laufarbeit im Freien angesagt. Personell bewegt sich alles wie geplant im grünen Bereich. Das wiederum ist beim Nachbarn in Dorstfeld nicht der Fall. Die ersten Sorgen für Fuß haben sich eingestellt. Lukas Wollbrink zog sich durch einen Sturz mit dem Mountainbike eine schwere Knöchelverletzung, möglicherweise sogar einen Bruch, zu. Der linke Rückraumspieler wird länger ausfallen. Für das Problem fand sich immerhin eine schnelle Kompensation. Nach einem Jahr Pause, bedingt durch Schulterprobleme und berufliche Belastung, wird Sebastian Mund zurückkehren. Der variabel im Rückraum einsetzbare Torjäger könnte Fuß zudem ein zweites Problem, das es auf der rechten Rückraumseite zu stopfen gilt, lösen helfen.

Der wurfgewaltige Linkshänder Michael Herrmann zieht trotz aller „Bearbeitungsversuche“ durch Trainer und Mitspieler einen Schlussstrich, würde sich nur noch für den absoluten Notfall zur Verfügung stellen. Kontakt zu einer externen Ergänzung bleibt bestehen. Von einer gezielten Vorbereitung sieht Fuß noch ab: „Eine Halle wäre bis Mitte Juni nicht nötig. Aber auch ohne würden wir dann draußen vor der Halle auf Kunstrasen und mit Handballtoren Möglichkeiten finden.“ Bis dahin soll ganz locker in kleinen Gruppen am Fitnesszustand gearbeitet werden.

OSC Dortmund absolviert erste Trainingseinheiten

Der Vorbereitungsfahrplan beim OSC differiert erst einmal kaum von dem beim ATV und der Westfalia. Am Mittwoch bat Stoschek an der Halle Hacheney zu einer ersten lockeren Outdoor-Einheit in Kleingruppen. Als Leitfaden für den weiteren Verlauf favorisiert der OSC-Coach dann indes das Positionspapier „Return to play“ des DHB und seiner Landesverbände, das in einem Acht-Stufenplan Handlungsempfehlungen vom derzeitigen autonomen Training bis hin zurück zum Wettkampfbetrieb vor Publikum gibt.

Der zeitliche Ablauf sähe für Juli handballspezifisches Mannschaftstraining mit Zweikämpfen, für August Tests mit Wettkampfcharakter und für September den Saisonstart vor. Der Realisierung dieser Vorgehensweise steht Stoschek aber noch abwartend skeptisch gegenüber: „Wir werden jetzt, nur weil die Hallen geöffnet werden sollen, sicherlich nichts überstürzen.“

Personell wird den OSC nach Torwart Julian Stumpf (ATV Dorstfeld), Kai Ferber (TuS Volmetal) und Oliver Niederquell (PSV Recklinghausen) auch Sebastian Rinus verlassen und sich dem Ligarivalen Teutonia Riemke anschließen. Die Bemühungen um Neuzugänge laufen.

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