Trotz einer Saison voller Höhepunkte: Linn Lara Kleine zieht die Reißleine

Leichtathletik

Die Olympischen Jugendspiele waren ein Highlight für Leichtathletin Linn Lara Kleine. Sportlich lief es jedoch nicht optimal. Der Grund dafür ist mittlerweile klar.

Dortmund

, 01.12.2018, 14:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Trotz einer Saison voller Höhepunkte: Linn Lara Kleine zieht die Reißleine

Auf die Cross-Saison verzichtet Linn Lara Kleine (r.) erst einmal. © Wolfgang Birkenstock

Gut einen Monat ist es her, dass Linn-Lara Kleine (LG Olympia) von den Olympischen Jugendspielen in der argentinischen Metropole Buenos Aires wieder zurückgekehrt ist. Sie hat den Jetlag inzwischen überwunden und auch eine Infektion, die sie sich zugezogen hatte, auskuriert. „Ich bin wieder im Alltag angekommen.“, sagt sie.

Ursachenforschung im Vordergrund

Das heißt für sie neben der „Aufholjagd“ in der Schule, dass zunächst einmal Ursachenforschung im Vordergrund stand, um festzustellen, warum sie bei ihrem bisher attraktivsten Wettkampf ihre bis dahin glänzenden Leistungen nicht bestätigen konnte.

Nun steht fest, dass ihre Blutwerte miserabel waren und vor allem Eisenmangel der Grund dafür war, dass ihre Erwartungen nicht erfüllt wurden. Daher konnte sie zwar mit der sportlichen Ausbeute nicht zufrieden sein, aber abseits der Wettkämpfe schwärmt sie von den internationalen Begegnungen und Erlebnissen in der argentinischen Metropole am Rio de la Plata, die sie ihr Leben lang begleiten werden.

Insgesamt war es eine Saison mit vielen Höhepunkten. Von Cross-Europameisterschaften in Slowenien, über die U18-EM im ungarischen Györ, wo sie über 3000 Meter einen tollen vierten Platz erkämpfte, und dazwischen die Siege bei den deutschen Cross-Titelkämpfen und den deutschen Hallen-Meisterschaften, sowie eine ganze Reihe schneller Qualifikationsrennen. Höhen-Trainingslager in Flagstaff/Arizona und im Tiroler Kühtai kamen dazu.

Mit einem Schuh ins Ziel

„Ich habe so viel erlebt, dass ich gar nicht sagen kann, was mich neben den olympischen Jugendspielen am meisten beeindruckt hat“, sagt die junge LGOerin, doch die 3000 Meter in der Halle, als sie nur mit einem Schuh als Siegerin ins Ziel kam und noch lange unter der Verletzung der Fußsohle zu leiden hatte, gehören zu den Highlights des Jahres. Dem Gedanken, dass das alles eventuell doch etwas zu viel gewesen sein könnte, widerspricht sie energisch: „Natürlich war das recht belastend und anstrengend, aber zuviel war es nicht“, wehrt sie ab.

Dennoch wurde erst einmal die Reißleine gezogen. Kleine hat zwar das Training wieder aufgenommen, wird aber unter der Leitung von Coach Pierre Ayadi vorsichtig wieder aufgebaut. Dauerläufe bis zu 15 Kilometern, dazwischen auch leichte Tempoläufe, mehr Krafttraining, alles dient dazu, den Akku wieder aufzuladen. Dazu soll beitragen, dass sie keine Hallen- und Cross-Saison bestreiten wird.

Alles dient dazu, sich für die U20-EM in Schweden (18. bis 21. Juli) zu qualifizieren. 9:30 Minuten über 3000 Meter sind dafür erforderlich, die sie in diesem Jahr bereits unterboten hat. „Es wird mir zwar sehr schwerfallen, zuzuschauen, wenn andere um Titel kämpfen, bei denen auch ich eine gute Chance hätte, aber ich weiß ja, wofür ich es tue“, erklärt sie.

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