Türkspor-Trainer Reza Hassani: „Was soll diese Beleidigung gegen Kevin Großkreutz?“

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Mit Kritik haben Reza Hassani und Kevin Großkreutz nach dem Wechsel vom VfL Kemminghausen zum Bezirksliga-Konkurrenten Türkspor gerechnet. Für Hassani ging aber manches unter die Gürtellinie.

Dortmund

, 25.09.2019, 17:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dieser Wechsel hat ganz Dortmund überrascht. Reza Hassani und Kevin Großkreutz haben in der vergangenen Woche den Fußball-Bezirksligisten VfL Kemminghausen verlassen und sich dem Liga-Konkurrenten Türkspor Dortmund angeschlossen. Hassani gewährt jetzt einen Blick in sein Innenleben und die Geschehnisse seit der Bekanntgabe.

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Hassani vergleicht seine erste Partie mit Türkspor Dortmund gegen den Lüner SV II (4:4) mit den vergangenen sieben Tagen. „Es war ein Auf und Ab, mit Führungen und Rückschlägen. Das hat die vergangene Woche ein bisschen widergespiegelt.“ Ihm sei klar gewesen, dass eine Menge kritische Töne aufkommen werden. „Aber manchmal war es schon zu heftig“, sagt er.

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Er meint damit vor allem Einträge bei Facebook. Da war zum Beispiel zu lesen: „Der Kevin sucht neue Freunde. Er hat Angst, dass er wieder verprügelt wird. Anders kann ich es mir nicht erklären.“ Hassani kann solche Nachrichten nicht nachvollziehen. „Was soll diese Beleidigung gegen Kevin? Ich musste mich echt zurückhalten, manchen Leuten nicht zu antworten. Mich ärgert vor allem, dass das Leute schreiben, die mit mir oder Kevin gar nicht gesprochen und keine Ahnung haben“, sagt Hassani.

Er habe aber ein dickes Fell und stehe über solchen Nachrichten. Für ihn sei nur wichtig, dass er seiner ehemaligen Mannschaft in Kemminghausen glaubwürdig rübergebracht habe, warum er und Großkreutz diesen Schritt gegangen sind. „Ich glaube aber, dass uns das gelungen ist“, sagt Hassani. Er habe auch unzählige WhatsApp-Nachrichten bekommen, mit der Frage, warum er das alles mache.

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Er hat versucht, den meisten zu erklären, dass er diesen Schritt gehen müsse, um weiter nach oben zu kommen. „Der Verein Türkspor Dortmund hat Ziele, die mit denen von Kevin und mir identisch sind“, sagt Hassani. Am Dienstag wollte der Klubvorstand in einer Pressekonferenz die großen Ziele vorstellen. Die PK wurde aber abgesagt, weil Kevin Großkreutz ein wichtiger Termin dazwischengekommen ist.

Hassani möchte sich jetzt nur noch auf Türkspor konzentrieren. Denn der Druck sei schon enorm. Bisher heißt es zwar von der Vereinsseite gegenüber der Presse, dass die Mannschaft im ersten Bezirksliga-Jahr oben mitspielen möchte. Intern wird aber deutlich über den Aufstieg gesprochen.

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Da passte das 4:4 zum Debüt von Hassani und Großkreutz gegen den Lüner SV II nicht so richtig ins Bild. „Das war aber nicht der normale Lüner SV II, gegen den wir gespielt haben“, sagt Hassani. Damit spricht er an, dass etliche Spieler aus der Westfalenliga-Mannschaft des LSV am Sonntag dabei waren, weil diese spielfrei war.

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Matthias Dress, Mehmet Kara, Gian Luca Reis und Sefa Ayaz gehören meistens zum Startpersonal der Ersten des LSV. Zum Westfalenliga-Kader gehören auch Daniel Dreesen, Phil Rosenkranz und Felix Rudof. Allesamt waren sie gegen Türkspor am Ball.

„Ich glaube nicht, dass die zweite Mannschaft des Lüner SV mit ihrem normalen Kader gegen Türkspor so gut mitgehalten hätte“, sagt Patrick Schröer. Der Sportredakteur der Lüner Ruhr Nachrichten war am Sonntag selbst vor Ort und begleitet sowohl die erste als auch die zweite Mannschaft des LSV. „Vor allem Ex-Profi Mehmet Kara haben wir gar nicht in den Griff bekommen. Und bitter war, dass wir erst in der Nachspielzeit den Ausgleich kassiert haben“, sagt Hassani.

Den Verein jetzt kennen lernen

Für ihn geht es jetzt darum, die Mannschaft und den Verein kennen zu lernen. „Mein erster Eindruck ist sehr positiv. Hier lässt sich etwas entwickeln“, sagt Hassani. Am Sonntag wartet das Duell gegen Kirchderne. Dann soll der erste Sieg für das Duo Hassani/Großkreutz her.

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