Zweite Mannschaft wechselt nahezu komplett den Verein - was steckt dahinter?

mlzFußball in Dortmund

Das ist schon ein ungewöhnlicher Schritt: Etwa 20 Spieler der Reservemannschaft eines Dortmunder Fußballklubs wechseln zu einem anderen Verein in die erste Mannschaft.

Dortmund

, 09.07.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

So ganz genau weiß es der neue Spielertrainer der ersten Mannschaft der TuS Freiheit Deusen gar nicht. „Ich glaube, es sind so 20 bis 22 Jungs vom TuS Rahm mitgekommen“, schätzt Alan Michna. Er ist einer davon - und hat den Anstoß für den Vereinswechsel gegeben.

Wie kommt es dazu, dass eine Mannschaft nahezu komplett den Klub wechselt? Bei der Frage holt der 26 Jahre alte Michna ein wenig aus. „Ich habe früher Landes- und Bezirksliga gespielt“, erzählt er, „dann aber vor der Wahl gestanden: Job oder Fußball?“ Der Sport zog den Kürzeren und Michna schnürte vorerst in der Kreisliga C unter weniger Zeitaufwand die Schuhe.

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Als Spielertrainer kickte er dann mit Freunden und Bekannten in der Zweitvertretung des TuS Rahm, schaffte 2018 den Aufstieg in die Kreisliga B und hatte anschließend die Kreisliga A im Visier. „Als zweite Mannschaft hat man aber einfach nicht so die Möglichkeiten“, erklärt Michna. Gemeint sind zum Beispiel Spielerverpflichtungen - die guten Fußballer wechseln natürlich lieber in die erste Mannschaft.

„In Rahm sind wir auf der Stelle getreten“

Daher der Schritt zum TuS Deusen, der nur einen Katzensprung entfernt ist. „Da ist die Perspektive besser. Wir sind als erste Mannschaft das Aushängeschild des Vereins und wollen hier etwas aufbauen“, erklärt Michna. Sein Co-Trainer Victor Janik pflichtet ihm bei: „In Rahm sind wir auf der Stelle getreten, bei Deusen haben wir neue Chancen.“

Matthias Hipe, Alan Michna und Victor Janik (v.l.) starten ab sofort für den TuS Freiheit Deusen.

Matthias Hipe, Alan Michna und Victor Janik (v.l.) starten ab sofort für den TuS Freiheit Deusen. © Verein


Der 20-fache Wechsel lief übrigens glatt und ohne böses Blut in Rahm über die Bühne. „Das war alles ganz friedlich, wir haben das ohne Probleme geklärt“, sagt Janik. Zu den wechselnden Spielern kommen etwa zehn Deusener Kicker und sechs oder sieben Neuzugänge. Der aktuelle Kader, um den Michna sich kümmern muss, umfasst also fast 40 Spieler.

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„Aus diesen Leuten wollen wir in den nächsten Wochen den Kern herausarbeiten“, kündigt der Spielertrainer an. Die durch das Raster fallenden Spieler werden dann auf die Zweit-, beziehungsweise Drittvertretung Deusens verteilt.

Verbunden mit dem Vereinswechsel sind natürlich auch gewisse Ambitionen, die der ehrgeizige Michna hegt: „Die erste Saison wird wahrscheinlich ein Findungsjahr. Auch da wollen wir aber schon oben mitspielen. In der übernächsten Saison soll es dann mit dem Aufstieg in die Kreisliga A klappen.“

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Beim TuS Deusen sind sie froh über die zahlreichen Neuzugänge. Die Mannschaft hatte in den vergangenen Jahren häufig mit Personalnot zu kämpfen und war dem Abstieg in die Kreisliga C nahe - die abgebrochene Saison beendete der TuS auf dem drittletzten Rang.

Nun wird sich einiges ändern. Die neu formierte „Bergelf“ - so nennt sich Michnas Mannschaft auf ihrem Facebook-Auftritt (angelehnt an den Deusenberg) - hat große Ziele.

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