TuS Neuasseln in Existenzangst: Sponsoren, Sky-Verträge, Veranstaltungen

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Auch Fußball-Kreisligist TuS Neuasseln hat mit der Corona-Krise zu kämpfen und steht vor großen finanziellen Problemen. Vor allem um die Jugendabteilung macht sich der Verein Sorgen.

Dortmund

, 13.04.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wie wirkt sich der Corona-Virus vor allem finanziell bei den kleinen Amateurvereinen aus? Sind die Vorortvereine durch die Epidemie und ihre Folgen in ihrer Existenz bedroht? Eines ist sicher: Es wird eng.

Auch Friedrich-Wilhelm Harbott, Vorsitzender des A-Ligisten TuS Neuasseln, muss sich aktuell mit diesen Fragen beschäftigen. Der Traditionsverein aus dem Dortmunder Osten besteht seit mittlerweile 131 Jahren. Der TuS hat zurzeit 350 Mitglieder, davon etwa 140 Jugendliche. In drei Seniorenmannschaften, sowie sieben Jugendmannschaften jagen die Fußballer dem runden Leder hinterher. Außerdem hat einer der ältesten Dortmunder Vereine noch Damengymnastik, Kinderturnen und Tischtennis im Angebot.

„Seit einigen Jahren veranstalten wir am 30. April im Vereinsheim eine „Ein-Euro-Party“, die uns circa 400 Euro in die Vereinskasse spült. Ich fürchte, die Party muss aufgrund der Krise abgesagt werden“, berichtet Harbott. Auch die nächste bereits geplante Veranstaltung des Vereins sehen die Verantwortlichen als stark gefährdet an.

TuS Neuasseln hat vor allem Angst um die Jugendabteilung

Am Himmelfahrtstag lädt der TuS normalerweise seine Mitglieder und die Neuasselner Bürger zum gemütlichen Beisammensein auf seiner Sportplatzanlage ein. In den vergangenen Jahren füllte dieses Event die Vereinskasse immer mit knapp 500 Euro. Ganz schlimm kann es die Jugendabteilung treffen. „Einen Großteil ihres Jahresetats bestreitet die Jugendabteilung aus den Erlösen des Pfingstturniers für die F, E und D-Junioren. Ob der 2. Rewe-Freidank-Cup mit mehr als 25 teilnehmenden Teams am Pfingstwochenende stattfinden kann, steht noch in den Sternen“, sieht Harbott weitere finanzielle Einbußen auf seinen Verein zukommen.

Seit dem 23. März fehlen dem Verein auch die Einnahmen aus dem Vereinsheim. Weder der dort beheimatete Sparverein, noch der ebenfalls ansässige Knobelklub können sich zurzeit beim TuS treffen. „Durch den Ausfall der Übertragungen der Bundesligaspiele auf Sky, geht uns weiteres dringend benötigtes Geld flöten. 700 Euro erwirtschaftet unser Vereinsheim in guten Monaten“, ergänzt Harbott. Zum Glück hat der Anbieter Sky aber reagiert und dem Verein für März nur die Hälfte der Gebühren berechnet.

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Für den Monat April verzichtet Sky großzügig auf sämtliche Gebühren. Allerdings laufen die Kosten für den Telefonanschluss, für Versicherungen, sowie Wasser und Strom für das in Eigenregie gebaute Vereinsheim weiter. Zusätzlich fehlen dem TuS auch noch die Einnahmen aus den Heimspielen. Der A-Ligist hatte im Dezember 2019 sein letztes Heimspiel. „Wir zahlen Gott sei Dank unseren Spielern kein Handgeld. Die Spieler erhalten lediglich eine kleine Punktprämie, die wir momentan durch die Spielpause einsparen. Lediglich die Gehälter unserer Trainer laufen weiter“, führt der Vorsitzende weiter aus.

Sponsorenprobleme auch beim Kreisligist TuS Neuasseln

Probleme auf der Einnahmenseite sehen die Blau-Weißen auch in Bezug auf die nächste Saison auf den Verein zukommen. „Auf unserem Spielankündigungsplakat werben fast ausschließlich örtliche Betriebe wie Friseure, Restaurants, Autohäuser und Blumenläden, die momentan alle ihre Betriebe geschlossen haben. Ob die Firmen weiter in der Lage sind ihr Sponsoring zu betreiben ist keinesfalls sicher“, wagt „Männe“ Harbott einen bangen Blick in die Zukunft.

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Wesentlich erfreulicher sieht die Lage im sportlichen Bereich aus. Sämtliche Spieler aus dem aktuellen Kader haben ihren Verbleib beim A-Ligisten mündlich zugesichert. Auch der erst Anfang des Jahres installierte neue Trainer Marvin Kohl bleibt den Neuasselnern erhalten. „In B-Lizenzinhaber David Demmel haben wir ab der nächsten Saison einen spielenden Co-Trainer in unseren Reihen“ berichtet Harbott. Wie immer setzt der Traditionsverein auf dem Spielersektor auf den eigenen Nachwuchs. In Justin Prokop, Leon Schmitt und Patrick Schmitz rücken gleich drei Talente aus der eigenen A-Jugend in den Kader der Ersten auf. Diverse Gespräche mit externen Akteuren laufen noch.

Aufgrund der augenblicklichen Situationen wird sich der Vollzug der Verpflichtungen noch hinauszögern. „Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass die laufende Saison zu Ende gespielt wird. Da am 29. Juni bereits die Sommerferien beginnen, ist das Zeitfenster sehr kurz“ lautet die Einschätzung von „Männe“ Harbott.

Auch zum brisanten Thema der Auf-und Abstiegsregelung äußert sich Neuasselns Vorsitzender: „Die Mannschaften die in der aktuellen Tabelle der jeweiligen A-Liga auf Platz eins stehen sollten aufsteigen. Aus der A-Liga sollten meiner Ansicht nach die Zweiten ohne Relegation ebenfalls aufsteigen. Ich plädiere außerdem für eine Regelung ohne Absteiger, dann wären in der kommenden Serie die Ligen größer und die Anzahl der Absteiger entsprechend höher.“

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