U23 des BVB kämpft mit Schlafmützigkeit und bemängelt fehlende Kaltschnäuzigkeit

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Wieder musste die U23 des BVB einem Rückstand hinterherlaufen. Mit mehr Konstanz stände das Team weiter oben in der Regionalliga West – so kämpft man jede Woche mit denselben Problemen.

Dortmund

, 24.02.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Taylan Duman schien die Geschichte dieses Spiels zu gehören. Innerhalb von nur fünf Minuten hatte der 22-Jährige zweifach getroffen, er hatte die Partie beim VfB Homberg damit umgedreht, für die fix herausgespielte 2:1-Führung gesorgt. Und dennoch haderte Duman am Ende, weil der abstiegsbedrohte Aufsteiger in der Schlussphase doch noch zum Punktgewinn kam. „Wären wir abgezockter“, meinte er nach dem 2:2 (0:1) in Duisburg, „stünden wir weiter oben.“ Und nicht so unerreichbar weit von den Aufstiegsrängen entfernt.

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„Ich fahre mit einem schlechten Gefühl zurück“, bilanzierte Duman also zerknirscht. Unweit von Homberg ist er vor Jahren aufgewachsen, viele seiner Freunde waren darum im Stadion, als er in der 63. und 68. Minute seine Saisontreffer vier und fünf erzielte. Weil der BVB allerdings in der ersten Hälfte ingesamt unzureichend spielte, es der U23-Belegschaft nach der Führung nicht gelang, zu erhöhen und Keeper Luca Unbehaun vor dem 2:2 daneben griff, reichten seine Tore nicht zum zehnten Sieg.

Ingo Preuß: „Wir sind häufig so zögerlich wie Kaninchen, die erstmal abwarten und schauen“

Wohlgemerkt ist hier ausdrücklich geboten, die Gründe dafür einzeln aufzuzählen. Denn allein Unbehauns Fehler für das Resultat verantwortlich zu machen, wäre gewiss falsch. Erneut, zum vierten Mal im fünften Spiel 2020, lag die Borussia nach der Anfangsphase zurück. Seiner Belegschaft, merkte Manager Ingo Preuß deshalb an, gelinge es zu selten, mit dem gebotenen Engagement in eine Partie zu starten. „Wir sind häufig so zögerlich wie Kaninchen, die erstmal abwarten und schauen“, kritisierte Preuß.

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Wie sich das in Homberg äußerte? Der BVB spielte träge, versuchte es gegen den tief stehenden Kontrahenten häufig durch die Mitte, anstatt die Flanken zu bespielen. Vor dem 0:1 verursachte Marco Rente einen Freistoß, der dann von Freund und Feind unberührt flach ins lange Ecke geschossen wurde (31.). Auch anschließend besaß die Borussia zwar häufig den Ball, wusste aber auf holprigem Rasen wenig damit anzufangen. Trainer Mike Tullberg monierte, dass sein Team zunächst so ziemlich alles habe vermissen lassen, „was ich erwarte.“

Dominik Wanner bringt neuen Schwung

Erst ab der zweiten Hälfte, in der der 34-jährige Fußballlehrer die defensive Fünferreihe auflöste und mit Dominik Wanner einen bestens aufspielenden Ersatzspieler auf die linke Abwehrseite beorderte, wurde es besser. Da kam der im 4-4-2-System formierte BVB zu mehreren Chancen, brach vor Dumans Toren zweifach auf der linken Seite durch, erst in Person von Chris Führich, dann in Person von Wanner.

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An den Joker richtete Preuß nachher ein Sonderlob. Wanner, sagte er, habe „die beste Halbzeit seit zwei Jahren gespielt. Wenn er diese Leistung konservieren würde, könnte er seiner Karriere noch mal Schwung verleihen.“ Oftmals indes zeige er seine Bestform nur im Training.

Mike Tullberg: „Es war mehr Bewegung in der Mannschaft“

Coach Tullberg zeigte sich mit dem Vortrag nach der Pause ebenfalls einverstanden. „Es war mehr Bewegung in der Mannschaft“, betonte er. Den Dänen nervte da einzig, dass es seinen Borussen nicht gelang, das Ergebnis auszubauen. Das wäre durchaus möglich gewesen, so aber stand Torwart Unbehaun final im Fokus.

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Zum 18-Jährigen, der den Ball vor dem 2:2 in der 78. Minute hatte folgenschwer fallen lassen, sagte Tullberg: „Als Torwart kannst du doof aussehen, wenn du einen Fehler machst.“ Ihm sei wichtig, „dass wir ihn aufbauen“. Und Kapitän Joseph Boyamba rekapitulierte: „Das kann immer mal passieren. Er ist ein super Torwart, das wissen wir alle.“

Sechs Spiele in Serie ohne Niederlage

Freilich: Das aktuelle Hauptproblem heißt keinesfalls Unbehaun, es ist die kollektive Schlafmützigkeit, die den BVB nun schon einige Wochen verfolgt. Zwar darf Dortmunds U23 inzwischen auf sechs Spiele in Serie ohne Niederlage zurückschauen. Mehr als zwei Siege wären in dieser Zeit allerdings durchaus möglich gewesen.

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