Unterwegs mit Radsportlerin Anna Bianca Schnitzmeier

Dortmunds Sterne

Dortmunds Sterne - so heißt unsere neue RN-Serie. Wir zeigen Ihnen in zehn Folgen, dass es glänzend bestellt ist um den Nachwuchssport in unserer Stadt. Im achten Teil stellen wir Ihnen Radsportlerin Anna Bianca Schnitzmeier vor.

DORTMUND

von Von Dirk Krampe

, 07.04.2011, 13:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vor dem Selbstversuch: Die Laune bei Anna Bianca Schnitzmeier und Sportredakteur Dirk Krampe ist (noch) bestens.

Vor dem Selbstversuch: Die Laune bei Anna Bianca Schnitzmeier und Sportredakteur Dirk Krampe ist (noch) bestens.

Meine leisen Flüche haben noch einen anderen Grund. Die Waden wimmern, die Beine brennen, dabei halte ich mich doch für einen einigermaßen fitten Freizeitradler. Anna Bianca Schnitzmeier neben mir kann sich das Grinsen gerade noch verkneifen. Ich bin unterwegs mit der Dortmunder Profi-Radsportlerin, ein Selbstversuch auf meinem zehn Jahre alten Rennrad. 40 Kilometer rund um Dortmund. Für die Dortmunderin ist das nicht mehr als 20 Minuten Joggen im Bummeltempo. Heute muss sie nur locker ausradeln. Streng nach dem Plan, den sie immer zu Wochenbeginn mit ihrem Trainer Michael Heidel aufstellt. Mit dem Frühlingserwachen beginnt auch die neue Rennsaison. Und da ist Anna Bianca beinahe wöchentlich unterwegs. Vor einem Jahr hat sie ihr Abitur gemacht, jetzt gilt ihre Konzentration voll und ganz ihrem Sport. „Ich habe klare Ziele“, sagt die 20-Jährige. Mit 25 möchte sie oben angekommen sein in der Riege der besten deutschen Profi-Fahrerinnen. Das ist ein ambitioniertes Ziel, „doch wenn ich es bis dahin nicht geschafft habe, lohnen sich die ganzen Strapazen nicht.“

Schnitzmeier investiert viel in ihre Karriere. Fünf Mal wöchentlich sitzt sie auf dem Sattel, jeweils drei bis fünf Stunden. Dazu stehen nahezu an jedem Wochenende Rennen auf dem Programm. Wie viele Kilometer sie abspult, kann sie gar nicht sagen. „12- bis 15 000 pro Jahr,“ schätzt sie. Wichtiger ist, die Trainings-Intervalle genau einzuhalten. Denn nur das bringt die Grundlagen-Ausdauer. Die Härte, um auf Dauer beständig vorne mitfahren zu können, bei Rundfahrten auch sechs, sieben Tage am Stück – „die gibt´s nur im Wettkampf“, sagt Anna Bianca. Anna Bianca Schnitzmeier fährt seit neun Jahren ambitioniert Rad, ihr Papa Norbert, der als Organisator bei Rad-Rennen auftritt und früher auch selbst aktiv gefahren ist, hat sie damals für diesen Sport begeistert. Daraus wurde ganz schnell eine Leidenschaft. Dass sie Potenzial hat, kristallisierte sich nicht sofort heraus. „Den großen Sprung“, sagt sie, „habe ich ab der U17 gemacht. Da habe ich regelmäßig Rennen gewonnen und bin richtig durchgestartet.“ Schnell folgte auch die Berufung in die Nationalmannschaft. Mittlerweile kommt Anna Bianca Schnitzmeier durch ihren Sport in der ganzen Welt herum.

Demnächst geht es sogar nach China, Höhepunkte ihres Sportjahres 2011 soll die U 23-Europameisterschaft in Italien („Da möchte ich aufs Podium fahren!“) und danach die Thüringen-Rundfahrt sein – im Frauen-Radsport die bedeutendste Veranstaltung überhaupt. Gut zwei Kilometer vor dem Ziel macht mein Reifen schlapp, es ist wohl ein Wink des Schicksals. Den Rest der Strecke darf ich schieben. Wir sind fast zwei Stunden geradelt, unterwegs stieß noch Annas dänische Teamkollegin Maria, eine dreifache Zeitfahr-Weltmeisterin, dazu. Es hat dann doch noch sehr viel Spaß gemacht. Und am Ende hat sich auch mein Puls wieder beruhigt.

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