VfL Kemminghausen beendet seine Aufstiegsträume: Neues Trainerduo erhält Vertrauen vom Vorstand

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Zwei Spiele, zwei Niederlagen: Nach dem Abschied von Kevin Großkreutz und Reza Hassani stottert der Motor des VfL Kemminghausen weiter heftig. Nun hat der Verein hat sein Saisonziel korrigiert.

von Moritz Lerch

Dortmund

, 01.10.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es läuft nicht beim VfL Kemminghausen. Nach dem Abstieg aus der Landesliga diesen Sommer war die Marschrichtung für die laufende Saison klar vorgegeben. Es soll oben mitgespielt – und am Ende auf Platz eins gestanden werden. Nach einem ansehnlichen Start mit sieben Punkten aus drei Spielen taumelt die Mannschaft dennoch im Mittelfeld rum.

Zuletzt machte der VfL nur durch den Trainerwechsel von Reza Hassani und Kevin Großkreutz Schlagzahlen. Drei Wochen und zwei Spieltage, nachdem Jonas Keimer und Alexander Stärk das Zepter in Kemminghausen in die Hand genommen haben, sieht die Situation weiterhin nicht gut aus. Der 1:5-Niederlage gegen SG Massen folgte am vergangenen Sonntag nun eine 1:3-Pleite bei Mengede 08/20.

Vertrauen in neues Trainerduo beim VfL Kemminghausen

„Es stimmt. Der Erfolg ist uns bislang noch ausgeblieben“, sagt Kemminghausens Vorstandsvorsitzender Gerd Wegner. Vertrauen habe er aber dennoch in das neue Trainerteam. „Beide machen ihre Sache gut. Ihr Kontakt zu den Spielern ist sehr eng. Das gefällt mir“, lobt Wegner das Trainerduo Keimer/Stärk.

Und Jonas Keimer, Spielertrainer beim VfL Kemminghausen, sagt: „Wir hätten uns einen schöneren Start vorgestellt. Aber das ist aber bei der aktuellen Situation nicht zu erwarten.“ Gemeint ist die personell angespannte Situation beim Tabellenneunten der Bezirksliga (10 Punkte).

Erst am Sonntag vor der Partie in Mengede verletzte sich Moussa Fall beim Warmmachen. Zudem fallen Routinier Daniel Jänicke und Dirigent Louis Osmani, der auf dem Mengender Naturrasen umknickte, weiterhin aus.

Ahmed Ersory droht langer Ausfall

„Personell bereitet mir die Situation ein wenig Sorgen“, sagt Wegner. Auch Torjäger Ahmed Ersoy wird dem VfL aufgrund einer Schambeinentzündung auf unbestimmte Zeit fehlen. „Es fehlen fünf bis sechs potentielle Stammkräfte. Das steckt man nicht mal eben so weg“, fügt Keimer hinzu.

Dazu kommen die vielen angeschlagenen Spieler wie Ardit Ajvazi (Wadenprobleme) und Mahir Cenan (Adduktoren). „Auch am Sonntag mussten wieder Spieler ran, die nicht bei hundert Prozent waren“, so Keimer. Yannick Benz zum Beispiel war die Woche über krank und musste die 90 Minuten gehen.

VfL Kemminghausen korrigiert sein Saisonziel

Es ist noch gar nicht so lange her, dass der VfL Kemminghausen vor Selbstvertrauen nur so strozte. Der direkte Wiederaufstieg war noch im Sommer das Ziel. Dafür verstärkte sich der Kader um viele junge und talentierte Spieler, mit denen der Sprung zurück in die Landesliga realisiert werden sollte.

Um die Stärke der Bezirksliga waren sich die Verantwortlichen zwar bewusst, waren aber von der Qualität des Teams überzeugt. Nun hat sich das Bild geändert: Elf Punkte Rückstand auf Tabellenführer DJK TuS Körne und nur ein Sieg aus den letzten fünf Spielen lassen Kemminghausen nicht weiter träumen.

Vorstand ruft „guten Mittelfeldplatz“ als neues Ziel aus

„Wir wollen realistisch sein. Aktuell wäre ich mit einem guten Mittelfeldplatz zum Ende der Saison zufrieden“, erklärt Wegner. Es ginge aktuell viel mehr darum, nicht in die Abstiegszone zu rutschen.

Zustimmung erhält er dabei auch von Jonas Keimer. „Wir haben unser Saisonziel definitiv geändert. Für mich zählt es nun, die Saison im gesicherten Mittelfeld abzuschließen. Von oben mitspielen jetzt noch zu reden wäre total lächerlich“, findet der Interimstrainer klare Worte.

Rückendeckung für Keimer und Stärk

Eines steht für Wegner trotz der zwei Niederlagen zueltzt allerdings fest: Keimer und Stärk erhalten bis Saisonende sein vollstes Vertrauen. „Wir haben die Entscheidung, sie die Aufgabe übernehmen zu lassen, mit Bedacht getroffen. Ich bin davon überzeugt, dass mit der Zeit auch wieder der Erfolg eintritt“.

Keimer freut sich über die Rückendeckung: „Es ist schön zu wissen, dass der Vorstand uns vollstes Vertrauen schenkt“. Es sei aber auch nicht zielführend, den Druck auf ihn und Stärk jetzt noch zu erhöhen. „Vertrauen zeigt sich nicht bei großen Siegen, sondern dann, wenn es - wie jetzt - nicht läuft. Das zeigt, dass der Verein super zusammenhält.“

Der Kopf scheint nicht frei

Sowohl der Vorstandsvorsitzende Gerd Wegner als auch Jonas Keimer sind sich sicher, dass der VfL Kemminghausen „schon bald in die Spur zurückfinden“ wird. Es seien zuletzt zu viele individuelle Fehler gewesen, die für die vielen Kemminghausener Gegentore verantwortlich gewesen seien.

„Das ist der aktuellen Situation geschuldet. Bei all dem Wirbel um den Trainerwechsel und den dazu kommenden Verletzungspech kann es schon mal passieren, dass die Spieler auf dem Platz nicht ganz frei im Kopf sind. Daran müssen wir aber arbeiten“, betont Keimer. Er sei sich jedoch sicher, dass mit der Zeit wieder Ruhe und Konstanz ins Team kommen.

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„Die Mannschaft ist weiterhin super und besitzt weiterhin viel Qualität. Die Jungs geben trotzdem immer Vollgas und die Stimmung im Team passt auch“, freut sich Keimer. „Dass die Stimmung im Team passt, ist enorm wichtig, um die die Krise zu bewältigen“, weiß Wegner. Keimer mache es mehr denn je Spaß, mit seiner Mannschaften zu arbeiten. „Die Spiele werden wieder besser und wir werden wieder punkten“, ist sich Keimer sicher.

Keine Angst vor einem Abstieg

Auch wenn so mancher in Kemminghausen ein Abrutschen in Richtung Abstiegsplätze fürchtet - die Verantwortlichen verschwenden keinen Gedanken an den möglichen Worst Case, der da Abstieg heißt. „Das wäre zu viel. Und dafür sind wir auch einfach zu gut“, sagt Wegner.

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„Das wir aufgrund der jetzigen Krise absteigen ist sehr unwahrscheinlich. Wir werden uns fangen und dann auch weiterhin unsere Punkte holen“, betont auch Keimer. Schon am Sonntag kann der VfL die Weichen in die richtige Richtung stellen. Um 15:15 Uhr empfängt Kemminghausen den Tabellenführer TuS Körne. Das Team von Dominik Grobe führt die Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung auf die Aufstiegsfavoriten Mühlhausen und Türkspor an.

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