Vier Tore und ein Hattrick in einem Spiel: Wer ist der Spieler, den sie Lukaku rufen?

Fußball-Kreisliga A

Bei der DJK BW Huckarde spielt eine Tormaschine, die mit Romelu Lukaku verglichen wird. Woher kommen die Vergleiche mit dem internationalen Superstar?

Dortmund

, 25.09.2019, 14:56 Uhr / Lesedauer: 3 min
Vier Tore und ein Hattrick in einem Spiel: Wer ist der Spieler, den sie Lukaku rufen?

Bryan Walter (2. v. l.) war gegen Kirchlinde der überragende Mann seines Teams. © Stephan Schütze

In acht Minuten kann man eigentlich nicht viel schaffen. Möglich ist zum Beispiel sich den Ärger von der Seele schimpfen, wie einst Rudi Völler in seiner berühmten Weizenbieransprache in Richtung Waldemar Hartmann. Oder man schießt einen Hattrick wie ein Spieler von BW Huckarde in der Fußball-Kreisliga A beim 9:0-Sieg seiner DJK BW Huckarde gegen den VfR Kirchlinde.

Und als sei der lupenreine Hattrick Bryan Walter nicht genug, traf er noch ein weiteres Mal. Aber, dass es dann gleich so gut läuft, damit hat auch Walter nicht gerechnet. „Mit den vier Toren habe ich mich selbst überrascht“, sagt der 20-Jährige, „aber der Gegner war nicht so stark.“ Es habe auch an Kirchlinde gelegen, dass es so gut läuft. „Wenn ich auf so einen Gegner treffe, dann bin ich auch in der Lage, mehrere Tore zu schießen“, sagt Walter, der sein zweites Seniorenjahr spielt.

Kirchlinder Torwart verhindert zunächst Schlimmeres

Und diese Ausbeute ist kein Zufall, wie Walters Trainer Thomas Faust berichtet: „Er hat viel vorne gearbeitet“, sagt der Coach des Tabellendritten, aber: „Er hätte alleine in der ersten Hälfte vier machen müssen. Wenn es gut läuft, macht er im Spiel sieben oder acht Tore.“ Dank des stark spielenden Kirchlinder Torwarts Christopher Blum, der in mehreren Eins-gegen-Eins-Situationen weitere Gegentore verhinderte, hieß es zur Pause „nur“ 2:0 aus BW-Sicht. „Wir hatten 15 oder 16 Hochkaräter“, sagt Faust. „Unsere Chancenverwertung war da mangelhaft.“

Diesen Vorwurf muss sich damit auch Fausts Stürmer Walter gefallen lassen. Gleichzeitig lobt der Huckarder Trainer aber seine Offensivkraft. Körperlich sei er gut dabei, habe einen guten Abschluss und arbeite gut mit dem Rücken zum Tor, betont Faust. Und: „Er ist gut drauf und in vielen Situationen schwierig zu verteidigen.“ Die Chancen, die Huckarde in der ersten Hälfte noch liegenließ, nutzen die Blau-Weißen im zweiten Durchgang dann. „Auf einmal ging es ratzfatz“, sagt Faust. „Da war fast jeder Schuss ein Treffer.“

Vier Tore und ein Hattrick in einem Spiel: Wer ist der Spieler, den sie Lukaku rufen?

Thomas Faust ist mit seinem Neuzugang zufrieden. © Stephan Schütze

Nicht erst das Spiel gegen Kirchlinde brachte Walter einen besonderen Spitznamen einen. Mannschaftsintern wird der Student der Wirtschaftswissenschaften „Lukaku“ gerufen. Der Stürmer, ehemals in Diensten von Manchester United und aktuell bei Inter Mailand unter Vertrag, zeichnet sich durch eine körperlich robuste Spielweise aus. „Vermutlich nennen sie mich manchmal im Training so, weil ich so groß bin“, sieht Walter eine weitere Parallele. „Außerdem gehe ich drei bis vier Mal die Woche ins Gym, deswegen sehe ich schon ein wenig aus wie Lukaku.“

Stil der beiden Stürmer ähnelt sich

Außerdem hätten sie einen vergleichbaren Stil. „Ich bin ein ähnlicher Spielertyp. Ich kann den Ball gut abschirmen.“ Und die Treffsicherheit eint sie. Vier Treffer gelingen aber natürlich beiden nicht alle Tage - auch, wenn der eine in der Serie A und der andere in der Kreisliga auf Torjagd gehen.

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Bei der ganzen Offensivpower darf man aber nicht vergessen, dass sie im Dortmunder Westen auch eine bockstarke Defensive haben. Erst acht Gegentreffer in sieben Ligaspielen musste BW bislang hinnehmen - Ligabestwert. Faust spricht nennt seine Verteidigung daher auch das „Prunkstück der Mannschaft“. Natürlich will Huckarde nach vorne spielen, aber „oft werden Spiele hinten gewonnen“, sagt Faust, „und deswegen legen wir viel Wert auf das Verteidigen.“

Und das gelingt Huckarde im Kollektiv und fängt ganz vorne an. Die Phrase, dass der Stürmer der erste Verteidiger ist, ist bei BW mehr als nur ein daher gesagter Satz. Denn Walter versucht seinen Kollegen, die hinter ihm spielen, durch seinen Einsatz zu helfen. „Ich bin laufstark und arbeite mit nach hinten. Der Trainer sagt zwar, dass ich das nicht brauche“, so der Mittelstürmer, „ich mache das aber trotzdem gerne.“

Das Ziel lautet Landes- oder Westfalenliga

Und dabei verliert Walter seine Torgefahr nicht. In seinen sechs Liga-Einsätzen traf der Stürmer bereits acht Mal und ist damit Vierter in der Torjägerliste der A-Liga. Mit so einer Quote ist er eigentlich zu gut für die Kreisebene. Und Walter selbst sagt, dass es nicht dabei bleiben soll. In seinem letzten Juniorenjahr gelang der Aufstieg mit dem FC Brünninghausen von der Bezirks- in die Landesliga. „Viele der Teamkollegen von damals spielen heute Landes- oder Westfalenliga“, sagt der 20-Jährige. „Da möchte ich natürlich auch gerne hin.“

Bevor der Blick aber Richtung höherer Ligen geht, richtet sich der Fokus aber erst mal auf die laufende Saison. Festlegen, wohin die Reise von Huckarde in dieser Spielzeit noch geht, wollte sich Walters Trainer Thomas Faust noch nicht. Noch zwei, drei Spiele wolle er abwarten, bevor er ein Ziel ausgebe, sagte der BW-Coach. „Wir wollen arbeiten und viele Spiele gewinnen“, sagte Faust.

Walter schlägt da schon etwas forschere Töne an: „Der Aufstieg ist keine Pflicht, aber oben mitspielen sollten wir schon. Das muss das Ziel mit dieser Mannschaft sein.“ Und das kann sicherlich gelingen - vor allem, wenn Bryan „Lukaku“ Walter so treffsicher bleibt.

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