Volleyball-Ass Svenja Müller kann nur noch mit einem Termin fest planen

Volleyball

Svenja Müller, Dortmunds Sportlerin des Jahres, hatte große Pläne. Durch die Corona-Pandemie steht für die Volleyballerin jetzt aber nur noch ein entscheidender Termin fest im Kalender.

Dortmund

, 01.05.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Svenja Müller und ihre Beachpartnerin Greta Kleine-Hitspaß bei ihrem Weg zum U19-Meistertitel 2019.

Svenja Müller und ihre Beachpartnerin Greta Kleine-Hitspaß bei ihrem Weg zum U19-Meistertitel 2019. © Privat

Ihre letzte Vorklausur fürs Abitur hat Svenja Müller gerade erst geschrieben – im Fach Sport und zum Thema „Koordination, Schnelligkeit und anatomische Probleme“. Mit drei Wochen Corona-bedingter Verspätung. „Es ist eh gerade alles anders, nichts ist wie früher“, sagt die 19-Jährige, die sich gerade einen Mundschutz besorgt hat.

In der Schule musste sie zuletzt – neben den aktuellen Hygiene-Vorschriften – erstmals vor der Klausur eine Sitzplatz-Nummer ziehen. Nicht nur die Dortmunderin findet die aktuelle Bedrohung durch die allgegenwärtige Pandemie „irgendwie bedrückend“.

Ehrung mit Pokal und Preisgeld

Dabei hatte das Jahr so ausgesprochen positiv begonnen für eines der größten deutschen Beachvolleyball-Talente mit Olympia-Perspektive. Es ist noch keine drei Monate her, dass die Leser und Radiohörer unseres Medienhauses Svenja Müller zu „Dortmunds Sportlerin des Jahres“ gewählt haben, am 3. Februar übergab Olympiasiegerin Annegret Richter Pokal und Preisgeld an die sichtlich überraschte Volleyballerin.

„Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet und war wirklich total überrascht“, erinnert sich die U18-Europameisterin von 2018 an den feierlichen Abend, „ich habe mich echt gefreut, weil offenbar nun auch Beachvolleyball in Dortmund angekommen ist“.

Der Scheck wanderte aufs Konto, denn die persönlichen Pläne für dieses besondere Jahr 2021 sahen nach dem Schulabschluss einen Ortswechsel nach Hamburg vor, ins Bundesleistungszentrum der Beachvolleyballer. Der erste Schritt in eine Profikarriere.

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Noch sind diese Träume da, wie Svenja Müller, die neuerdings von einer professionellen Agentur vermarktet wird, verrät: „Ich habe mit DVV-Sportdirektor Niklas Hildebrand telefoniert, der sagte, ich solle in Ruhe mein Abi machen und spätestens im Herbst nach Hamburg kommen. Alles weitere sehen wir dann“.

Sommer-Tour abgesagt

Am 12. Mai schreibt die Dortmunderin ihre erste Abi-Klausur im Fach Sport, am 19. Mai die zweite. Mitte Juni könnte sie das Reifezeugnis in der Tasche haben. Und dann? „Das weiß ich auch noch nicht“, sagt die deutsche Nachwuchs-Meisterin über die Sandkasten-Spiele einer jetzt schon komplett ausgedünnten Saison.

Die Techniker-Beach-Tour, das größte und prestigeträchtigste nationale Event in vielen deutschen Städten und Stränden, wurde bereits komplett abgesagt, am Termin der Deutschen Meisterschaften Ende August, Anfang September hält der Deutsche Volleyball-Verband – noch – fest.

Auch die U22-Europameisterschaft der Sandwühler Mitte Juli im türkischen Antalya könnte eventuell stattfinden. Viel Konjunktiv, gegen den Svenja Müller angesichts gesperrter Trainingsstätten in heimischer Umgebung mit Hanteln, Thera-Bändern, Lauf- und Sprinteinheiten und Balltraining auf der Straße ankämpft.

Svenja Müller kann sich nicht so richtig freuen über den Klassenerhalt des TV Hörde

„Es ist blöd, so vor sich hinzutrainieren, ohne richtiges Ziel“, meint die Aplerbeckerin, die sich auch über den per Saisonabbruch feststehenden Klassenerhalt ihrer Hörder Drittliga-Volleyballerinnen nicht richtig freuen kann.

„Ich bin sicher, wir hätten es auch so geschafft. Schade, dass ich mich noch nicht von meinen Mitspielerinnen verabschieden konnte. Unsere Whatsapp-Gruppe ist dafür kein richtiger Ersatz“, sagt Dortmunds Sportlerin des Jahres und ergänzt mit Überzeugung in der Stimme: „Den Abschied holen wir nach, bestimmt! Bis dahin sollten wir alle gesund bleiben. Das wünsche ich mir“.

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