Von der Anfield Road direkt zur Deutsch-Luxemburger-Straße nach Hombruch

Fußball-Landesliga

Kirchhördes Marcel Stiepermann hatte eine etwas längere Anreise zum ersten Saisonspiel seines Kirchhörder SC gegen den Hombrucher SV. Und dann spielte er noch nicht einmal.

Dortmund

, 13.08.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Von der Anfield Road direkt zur Deutsch-Luxemburger-Straße nach Hombruch

Marcel Stiepermann vom Kirchhörder SC. © Stephan Schuetze

Von „Anfield“ an die „Deutsch-Luxemburger“! Hinter Marcel Stiepermann (33) vom Kirchhörder SC liegt ein Fußball-Wochenende der Kontraste. Am Freitag jubelte der Routinier mit seiner Familie seinem Bruder Marco zu, der mit dem Premier-League-Aufsteiger Norwich City an der ruhmreichen Heimstätte des FC Liverpool sein erstes Spiel in der höchsten englischen Spielstätte bestritt.

Trotz des 1:4 des Aufsteigers sagte Marcos (28) älterer Bruder: „Wir waren im Norwich-Block. Die Stimmung war fantastisch. Und wer kann schon von sich behaupten, seinen Bruder wenige Meter entfernt gegen Weltstars spielen zu sehen? Ich habe das erst gar nicht realisiert, dass mein Bruder da wirklich mittendrin ist. Ein tolles Erlebnis!“

Jetzt lesen

Marcel Stiepermann, selbst immerhin ehemaliger Regionalliga-Spieler, schaltete aber spätestens am Samstag wieder um: „Ich bin extra für das Derby in Hombruch (1:0 für den KSC) am Sonntag früher aus Liverpool zurückgekehrt.“ Dabei spielte der Offensivmann überhaupt nicht: „Das war eine Vorsichtsmaßnahme. Ich habe eine Zerrung im Oberschenkel. Da wollten wir kein Risiko gehen. Am Sonntag gegen Frohlinde aber will ich spielen.“

Komplette Vorbereitung mitgemacht

Normalerweise wäre Stiepermann gesetzt gewesen. Er machte bis auf die Abschlusswoche beim Hecker-Cup die komplette Vorbereitung mit. „Ich hatte mich beim Hörder SC als Spielertrainer versucht, wollte mich jetzt aber nur auf meine Funktion als Spieler konzentrieren und war daher auch heiß auf die Saison. Aber bald geht es ja los“, sagt er.

Jetzt lesen

In Kirchhörde, wo er seit Herbst des vergangenen Jahres spielt, passe alles. „Oft ist es ja so, dass die Leute sehr viel von dir verlangen, wenn du aus höheren Ligen runtergehst. In Kirchhörde aber akzeptieren sie mich. Und mir gefällt es beim familiären KSC. Ich mag die Landesliga. Daher möchte ich hier eine erfolgreiche Saison spielen.“

Vielversprechender Auftakt - ohne Stürmer

Der Auftakt mit dem Derbysieg war ja schon vielversprechend: „Und das, obwohl wir ohne echten Stürmer gespielt haben“, sagt Stierpermann. Er beobachtete von außen, wie der Kreativspieler Kagan Atalay in die vorderste Front rückte, weil Alexander Bernhard und eben er fehlte. „Am Sonntag spielen wir anders. Jetzt treffen wir auf einen echt starken Gegner aus Frohlinde, wo Marc-André Kruska und Andreas Kluy spielen.“

Jetzt lesen

Die Familie Stiepermann, die Marco und Marcel oft begleitet, hat am Sonntag ein neues Ziel. ‚Jede Woche England wäre dann doch etwas stressig. Anstatt Anfield geht es dann eben zur Kobbendelle: „Sie sind immer dabei, wenn ich spiele“, sagt Marcel. „Und das ist schön.“

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung Fußball-Westfalenliga

Schüren-Trainer Arthur Matlik kritisiert seine Spieler: „Die Realität hat mich eingeholt“