Spielabbruch in der Frauen-Kreisliga A - Keiner weiß wieso, aber alle sind zufrieden

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Wer nach dem Ergebnis zwischen der Kreisliga-A-Partie der Frauen zwischen dem SV Westrich und dem Wambeler SV sucht, der wird nichts finden. Die Partie wurde nicht zu Ende gespielt.

von Dennis Winterhagen

Dortmund

, 06.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Spielabbruch kann unterschiedliche Gründe haben. Ein Tumult nach Spielende, Zuschauer auf dem Feld oder eine besonders schwere Verletzung eines Kickers – um nur einige Ursachen zu nennen. Warum die Partie der Frauen-Kreisliga A zwischen dem SV Westrich und dem Wambeler SV abgebrochen wurde, ist jedoch unklar – zumindest für die meisten.

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Der Mannschaft des SV Westrich ging es am vergangenen Spieltag, wie es schon vielen anderen Kreisliga-Teams gegangen ist: Sie hatten zu wenige Spielerinnen. Um genau zu sein waren es zehn. Dass dies keine gute Anzahl ist, um gegen den Tabellenzweiten Wambeler SV anzutreten, steht außer Frage.

12:0 führten die Wambeler nach 75 Minuten – ehe der Schiedsrichter aus einem selten vorkommenden Grund dazu entschied, die Partie abzubrechen.

War die taktische und spielerische Unterlegenheit der Grund?

„Es war ungefähr 12 bis 15 Minuten vor Ende des Spiels“, erinnerte sich Timo Weißwange, Trainer des WSV, an die Geschehnisse zurück. „Bei Westrich standen nur noch neun Spielerinnen auf dem Feld, und dann brach der Schiedsrichter die Partie plötzlich ab.“

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Die angebliche Begründung des Schiedsrichters gegenüber Weißwange: Es lag eine zu deutliche taktische und spielerische Unterlegenheit vor, was den Unparteiischen, so Weißwange, dazu veranlasste, das Spiel frühzeitig zu beenden.

Ralf Kirschtowski: Erleichterung wegen des Abpfiffs

Ralf Kirschtowski, der beim Spiel gegen den WSV die Mannschaft des SV Westrich in Abwesenheit von Cheftrainer Patrick Kafmann betreute, kann die Aussage des Schiedsrichters nicht bestätigen. „Beim Stand von 12:0 war mir das dann in dem Moment egal, warum das Spiel abgepfiffen wurde. Einen genauen Grund, warum der Unparteiische das Spiel beendet hatte, gab er mirgegenüber nicht an“, äußerte sich Kirschtowski zur Situation. Beim Betreuer schien damit die Erleichterung ob des frühzeitigen Abpfiffs zu überwiegen.

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Volker Schneeloch vom Kreisfußballausschuss kann die Spielberichte einsehen und erklärte: „In den Bericht wurde eingetragen, dass Westrich zu wenige Spielerinnen hatte.“

Schiedsrichter war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen

Das kann Westrich-Betreuer Kirschtowski jedoch nicht bestätigen. Er meinte dazu, dass sich zum Zeitpunkt des verfrühten Spielendes noch neun Spielerinnen seitens Westrich auf dem Feld befunden haben. „Wir waren zu Beginn ja schon nur zehn. Dann gab es noch eine schwere Verletzung, sodass wir letzten Endes nur noch zu neunt gewesen sind“, meint er. Ein Schiedsrichter kann die Partie nur dann abbrechen, wenn ein Team weniger als sieben Spielerinnen auf dem Feld hat.

Der Unparteiische selbst war am Freitag telefonisch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Gewertet wird das Spiel höchstwahrscheinlich mit 12:0 für den Wambeler SV, da die Partie nach der 60. Minute abgebrochen wurde und somit das Ergebnis zum Zeitpunkt des Abbruchs zählt. Und kein Team hat Einspruch gegen die Wertung eingelegt.

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