Kommentar zum ASC 09: Warum der Klub fast schon gezwungen ist, nochmal den Trainer zu wechseln

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Der ASC 09 schließt das Jahr 2019 als Tabellen-15. der Fußball-Oberliga ab. Aus dem einstigen Meistertipp ist ein Abstiegskandidat geworden. Unser Kommentar zur aktuellen Situation

Dortmund

, 16.12.2019, 08:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ein trostloses ASC-Spiel zum Abschluss des Jahres. 1:2 gegen den SC Paderborn II. Genauso trostlos wie fast die gesamte Hinrunde. Trainer Daniel Sekic musste früh gehen, Tim Schwarz übernahm. Keiner der beiden bekam es jemals hin, den begeisterten Fußball der beiden Vorsaisons aus den Spielern zu kitzeln. So blickt der als Mitfavorit auf den Titel gestartete ASC 09 jetzt Richtung Abstiegsplätze.

Schwarz fand die Reset-Taste nicht

Der Vorstand und die Sportliche Leitung sind fast schon gezwungen, den Coach ein zweites Mal zu wechseln. Nicht unbedingt, weil Schwarz ein schlechter Trainer ist, eher, weil er zu unerfahren ist, wieder ein funktionierendes Teams aus den vielen Talenten und den wenigen außer Form geratenen Routiniers zu bilden.

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Schwarz übernahm das Team in einer Phase, in der es verunsichert war. Torgarant Maximilian Podehl hatte sein komplettes Selbstvertrauen gegen Pech und Pfostenschüsse ausgetauscht. Paul Stieber war nur noch ein Schatten seiner selbst und ein Kevin Brümmer war zu wenig, um ein ganzes Spiel anzukurbeln. Schwarz fand einfach die Reset-Taste nicht.

Von der Kreisliga A in die Oberliga

Die Sportliche Leitung um Samir Habibovic muss sich die Frage gefallen lassen, ob es richtig war, den jungen Spieler-Trainer der zweiten Mannschaft so früh hochzuziehen. Von der Kreisliga A direkt in die Oberliga. Zu einem Zeitpunkt, in dem die Spieler unbedingt Führung benötigen. Jemanden, der sie zum Erfolg trägt, ohne ihnen den Spaß zu nehmen. Schwarz hatte keine Erfahrung mit solch einer Situation.

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Habibovic hat sich schon während der Saison selbst angeklagt, hat zugegeben, die Mannschaft nicht so homogen aufgestellt zu haben, wie in den Vorjahren. Zwölf Neuzugänge waren einfach zu viel. Er hat sich selbst korrigiert und fünf Akteure aus dem Kader geworfen. Weitere Abgänge werden im Winter folgen. Er will eine kompakte Einheit, die sich im Training weiterentwickelt. Das war mit bis zu 26 Spielern beim Training lange Zeit gar nicht möglich.

Führungsspieler außer Form

Aber nicht nur der Sportliche Leiter muss sich hinterfragen – auch die Spieler. Und die in erster Linie. Podehl, Stieber, Brümmer und Philipp Rosenkranz, sie allesamt haben nie über einen längeren Zeitraum zu ihrer Bestform gefunden.

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Und wenn die erfahrenen Leader schon nicht vorangehen, kann man es den vielen jungen Talenten nicht vorwerfen, wenn sie im Trott nur mitschwimmen.

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Die Sportliche Leitung, der vielleicht neue Coach und die Spieler müssen in der Winterpause alles auf Null stellen und im neuen Jahr die erste Hälfte komplett vergessen lassen. Denn eins ist klar: Geht es einfach so weiter, wird es sogar schwer, die Klasse zu halten. Die vergangenen drei Niederlagen in Serie machen nicht gerade große Hoffnung.

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