Wegen Adeyemi und Co: DJK Oespel-Kley wirft Westfalia Hombruch Abwerbeversuche vor

mlzHandball in Dortmund

Die Aufstiegschance ist dahin, der Trainer weg, einige Spieler auch. Doch die DJK Oespel-Kley krempelt die Ärmel hoch – und schießt gegen die Konkurrenz aus der eigenen Stadt.

Dortmund

, 13.03.2019, 07:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war eine nette Abschiedsfeier. Holger Kampshoff hatte am Sonntag eingeladen. Der ehemalige Trainer der DJK Oespel-Kley war Anfang März, als klar war, dass das mit dem Aufstieg in die Verbandsliga nicht mehr klappen würde, von seinem Amt zurückgetreten.

„Wir haben noch lange zusammengesessen“, sagt Jens Pfänder, wichtiger Teil der Gruppe „Sportliche Leitung“ in Oespel, die nun die Planungen für die kommende Saison vorantreibt. Doch die gute Stimmung des Abends konnte nicht in den anschließende Woche gerettet werden.

Fünf Spieler nach Hombruch

Denn, so regt sich Pfänder auf, „das hat es so noch nicht gegeben.“ Was er meint, sind nicht nur die Wechsel von Tim Gaedtke, Joshua Adeyemi und Philipp Dittrich zum Verbandsligisten TuS Westfalia Hombruch. Die zwar auch, „denn wir hätten diese Spieler natürlich liebend gerne behalten“, sagt Pfänder.

Was ihm aber vor allem sauer aufstößt, ist die Tatsache, dass es die Spieler drei bis fünf sind, die es innerhalb von zehn Monaten von Oespel ins sieben Kilometer entfernte Hombruch zieht. „Mit welcher Nonchalance es denen scheißegal ist, ob da fünf Spieler von einem Dortmunder Klub zum anderen wechseln, das hat mich erschrocken“, sagt Pfänder.

Abwerbeversuche an Spieler von Oespel?

Doch damit nicht genug. Auch Spieler, die für die kommende Saison schon in Oespel zugesagt hatten, seien kontaktiert worden: „Nach dem Motto: In Oespel geht doch gerade alles den Bach runter, da wollten wir mal hören, wie es bei dir so aussieht“, beschreibt Pfänder die Abwerbeversuche. Bei der Westfalia findet man Pfänders Vorwürfe „unfair“, Marc Lauritsch, Sportlicher Leiter bei der Westfalia, sagt: „Ich spreche keinen Spieler an, von dem ich weiß, dass er fest zugesagt hat.“

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Lauritsch und Kampshoff hätten seinerzeit sogar ein Gentleman‘s Agreement geschlossen, die Spieler des jeweils anderen Klubs nicht anzusprechen. Als Kampshoff in Oespel aufhörte, endete diese Absprache. „Und dass wir als Verbandsligist für viele junge Leute interessant sind, ist legitim“, sagt Lauritsch.

Die Darstellung von Pfänder sei zudem unvollständig: So sei zum Beispiel Tobias Böck in Oespel damals nicht mehr gebraucht und in Hombruch aufgenommen worden. „Joshua Adeyemi ist sein bester Freund“, erklärt er den Kontakt zum zweitbesten DJK- Torjäger.

„Damit muss man leben“

Holger Kampshoff kann beide Klubs verstehen. Nachdem bekannt geworden war, dass er in Oespel aufhört, hätten einige Spieler von der DJK die Freigabe erhalten, sich innerhalb von einem Tag für oder gegen das Oespeler Konzept zu entscheiden. „Dass Spieler sich am Ende dagegen entscheiden, damit muss man leben.“

Jens Pfänder kann das trotz der nachvollziehbaren Verbitterung über die Abgänge: „Wer glaubt, wir säßen hier auf einem sinkenden Schiff: Weit gefehlt!“ Vielmehr sei das Vertrauen in das Jugendkonzept („Jeder Spieler kann von jetzt auf gleich in jeder Mannschaft spielen“) groß.

Prioritäten haben sich verschoben

Die vorzeitige Verabschiedung aus dem Aufstiegskampf hat dann auch nicht nur Nachteile, weil der Fokus frühzeitig verschoben werden kann: „Priorität haben jetzt die Spieler, die nächstes Jahr hier sind“, sagt Pfänder. Mit neuen Spielern sei man in Gesprächen, mit „dem größten Teil“ des Kaders über die Saison hinaus einig, obwohl noch nicht klar ist, wer dann Trainer ist: „Das Anforderungsprofil ist hoch“, sagt Pfänder, „das erschwert die Suche.“

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