Wegen Corona: So kommt der ASC 09 Dortmund an Geld für die Spieler und Trainer

mlz Fußball-Oberliga

Die Corona-Pandemie hat den Amateursport lahmgelegt. Wie geht es den Klubs finanziell dadurch? Kämpfen sie ums Überleben? Wir haben bei Michael Linke, Vorsitzender vom ASC 09 Dortmund, nachgefragt.

Dortmund

, 12.11.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Coronavirus und seine Folgen wirken sich auch stark auf den Dortmunder Amateurfußball aus. Müssen manche Vereine um ihre Existenzen bangen? Gibt es Hilfe? Wir haben mit Michael Linke, Vorsitzender des ASC, über den aktuellen Stand gesprochen. Im Interview verrät er uns, welchen Weg der ASC geht und ob er seine Spieler noch bezahlen kann.

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Die erste und für viele wichtigste Frage: Müssen sich die Aplerbecker Sorgen um die Existenz ihres ASC machen?

Nein, wir schaffen das. Vielleicht reicht es am Ende nicht für die schwarze Null, aber wir kommen da durch.

Bevor wir ins Detail gehen noch eine ebenfalls elementar wichtige Frage: Können Sie die Gehälter bezahlen?

Ja, bis Ende November bezahlen wir alle Gehälter, die der Menschen in der Geschäftsstelle, die der Übungsleiter und auch die der Spieler. Wegen der nicht möglichen Prämien finden wir mit betroffenen Spielern individuelle Lösungen. Wir reden hier in erster Linie von unserer 1. Fußball-Mannschaft.

Wie finanzieren Sie das?

Ich denke, in erster Linie dürfen wir uns bei unseren Sponsoren bedanken, von denen wir immerhin noch ungefähr 70 Prozent der Gelder von vor Corona erhalten. Unsere Mitglieder bleiben uns dankenswerterweise auch treu. Beitragseinbußen haben wir gar nicht. Dazu hatten uns noch einige Spenden erreicht. Und dann kommt noch Geld vom Land NRW dazu.

Wie sieht diese Hilfe aus?

Da gibt es zwei Möglichkeiten, von denen wir bislang erst eine in Anspruch nehmen. Das Programm Coronahilfe Profisport richtet sich nur an die Vereine mit Mannschaften in den oberen vier Ligen. Das heißt, unsere Fußballer zählen nicht dazu, unsere Drittliga-Handballerinnen schon. Da wir hier nur Gelder für den ausgefallenen Ticketverkauf hätten beantragen können und dieser aber kaum ins Gewicht fällt, haben wir darauf verzichtet. Aber die Soforthilfe Sport haben wir beantragt, erhalten und sinnvoll genutzt. Wir haben dafür jetzt die Zusage für bis Ende November.

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Bitte erklären Sie uns diese…

Möglich ist sie bis zu 60 Prozent des Verlustes und nicht mehr als 50.000 Euro. Wir haben einen Teil unseres Verlustes so ausgleichen können. Und so hatten wir die Mittel für die Monate Juni, Juli und August und dann auch die für die drei Folgemonate genutzt, um in erster Linie die Jugendtrainer zu bezahlen. Und wie gesagt: Wir haben es tatsächlich hinbekommen, alle Gehälter zu finanzieren.

Ist es einfach, diese Hilfe zu bekommen?

Naja, etwas beschäftigen müssen sich die Vereine schon damit. Die Zeit vom Antrag bis zur Auszahlung betrug dann jeweils allerdings nur sechs Tage. Daher würde ich sie schon von unbürokratischer Hilfe sprechen.

Blicken wir vorsichtig nach vorne. Wie lange auch der Sport Einschränkungen zu verkraften hat, vermag kaum jemand zu prognostizieren. Wie geht es mit dem ASC weiter?

Ich mache mir noch keine großen Sorgen. Wir haben Einbußen, bleiben aber liquide. Natürlich leiden unsere Sportler. Wir haben ungefähr 50 Teams sportartübergreifend im Spielbetrieb. Sollten wir irgendwann nur ohne Zuschauer spielen dürfen, würde uns das auch nicht viel weiterbringen. Das tat doch schon weh, dass unser Spiel gegen Wattenscheid nur 250 Zuschauer sehen durften. Wir hätten sonst bestimmt 1000 gehabt. Ich hoffe aber, dass gerade die Kinder bald wieder trainieren dürfen und wir dann frühestens im Februar auch wieder über Meisterschaftsspiele reden.

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Wollten Sie ein „Und“ nachschieben?

Ja! Und ich wünsche mir, dass alle gesund bleiben.

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