Mehr Minus war selten - nur einmal gewonnen und trotzdem die Klasse gehalten

mlzFußball-Kreisliga B

Gleich zweimal in der abgelaufenen Saison mit 0:16 verloren und trotzdem spielt das Team weiter in der Dortmunder B-Liga. In der kommenden Spielzeit soll es dann aber deutlich besser laufen.

Dortmund

, 19.05.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kein Klub in Dortmund hatte mehr Glück. Sowohl die erste als auch die zweite Mannschaft stand zu Beginn der Corona-Krise auf einem Abstiegsplatz. Der anstehende Abbruch der Spielzeit hilft dem Klub aber. Beide Mannschaften halten so die Klasse.

Für die erste Mannschaft von Westfalia Wickede war es in der Westfalenliga schon keine leichte Saison. Doch was die Zweitvertretung in der Kreisliga B in dieser Spielzeit erdulden musste, ist wohl um ein Vielfaches leidvoller. Nach 18 Spielen steht gerade mal ein Sieg zu Buche. Dazu kommt noch ein Pünktchen aus einem Unentschieden. Macht summa summarum vier Punkte bei einem Torverhältnis von 26:129.

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Doch wer die Geschichte hinter der Negativbilanz, die ihresgleichen in den Dortmunder A- und B-Ligen dieser Saison nicht hat, kennt, der mag Trainer Christina Knäpper und seinen Jungs den Klassenerhalt nach dem Abbruch der Saison durchaus gönnen. „Klar sind wir auch etwas erleichtert, aber uns zu gratulieren, ist sicher nicht angemessen“, sagt Knäpper. Denn aus Sicht des Trainers war die Situation für sein Team keineswegs so verfahren, wie es der Blick auf die jetzt eingefrorene Tabellenbilanz nahelegen mag. „Mit NK Zagreb (4 Punkte, Anm. d. Red.) und TV Brechten II (9 Punkte) waren ja auf jeden Fall noch zwei Mannschaften für uns realistisch betrachtet in Schlagdistanz.“

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Dass die Bilanz bis zum vorzeitigen Schlusspunkt der Saison äußerst dürftig ausgefallen war, sieht auch Christian Knäpper so. „Es ist aber auch so, dass zur Rückrunde noch der ein oder andere Spieler zurückgekommen ist und einige Neuzugänge nach der Winterpause spielberechtigt gewesen wären. Diese Spieler hätten uns ein deutliches Plus an Qualität im Vergleich zur Hinrunde gebracht. Auch das hätte uns den Klassenerhalt nicht garantiert, aber die Chance war da – nur die Zeit nicht.“

„Aber auf der anderen Seite“, sagt Knäpper, „sind wir natürlich auch froh, jetzt bereits zu 100 Prozent gesichert zu sein und versuchen zu können, uns besser aufzustellen, als das in der vergangenen Saison möglich war.“ Hintergrund der Misere ist nämlich auch die Abmeldung der zweiten Wickeder Mannschaft vom Spielbetrieb in der Kreisliga A eine Saison zuvor. Die Folge war, dass Knäpper als neuer Trainer der zweiten Mannschaft zum Neustart in der Kreisliga B faktisch mit leeren Händen da stand. „Personell hab ich komplett bei Null angefangen. Aus der alten A-Liga-Mannschaft, die zuvor abgemeldet worden war, ist nicht ein Spieler in das neu zu formierende Team gewechselt.“

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Vor diesem Hintergrund wird aus Trainer-Sicht auch die nächste Saison kein leichtes Unterfangen. „Einige Spieler werden uns verlassen, einige werden aus der A-Jugend hochkommen. Aber unser Findungsprozess ist noch längst nicht abgeschlossen. Wir suchen weiter nach Jungs, die zu uns passen und die Bock haben, mit uns hier etwas aufzubauen und in wenigen Jahren wieder oben mitspielen wollen in der B-Liga.“

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Und langfristig - das ist auch wichtig für die erste Mannschaft - soll die Zweite wieder einen Platz in der Kreisliga A finden, wo sie zuvor über Jahre eine feste Größe war. Knäpper: „Das ist deshalb so wichtig, weil eine A-Liga-Mannschaft , Spielern aus der Ersten, die beispielsweise aus einer Verletzung kommen, eine anspruchsvolle Gelegenheit gibt, sich ihr altes Leistungsvermögen neu zu erarbeiten.“ Aber das ist einstweilen nur eine ganz leise Zukunftsmusik.

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