Westfalia Wickedes neuer Co-Trainer Dirk Eitzert: Jetzt ist ein Feuerwehrmann gefragt

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Westfalia Wickede hat noch einmal reagiert und einen neuen Mann geholt. Der spricht über das bittere Ende seiner Profikarriere, mögliche Änderungen und über Dariusz Wosz im Wickeder Trikot.

Dortmund

, 04.03.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Herr Eitzert, das Wichtigste zuerst. Wie geht es Ihnen?

Körperlich fühle ich mich für einen 51-Jährigen in einem guten Zustand, danke der Nachfrage. Ein bisschen Rost ist aber dran.

Sie mussten 1995 ihre Karriere wegen Sportinvalidität beenden...

Ja, leider. Ich hatte durch sportliche Überbelastung einen Adduktoren- und Bauchmuskelriss. Wir haben ja ein bisschen häufiger trainiert als die Amateure heute. Nach der Verletzung hatte ich 18 Monate Zeit, um zu schauen, ob man wieder reinkommt. Denn dann fällt der Versicherungsschutz. Da habe ich vorsichtshalber mal lieber das Geld genommen, habe versucht, mir damit etwas aufzubauen und bin ins Immobiliengeschäft eingestiegen.

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Erfolgreich?

Ja. Ich habe viele Mehrfamilienhäuser gebaut, eine Brauerei gekauft. Ich kann von den Immobilien leben, es war die richtige Entscheidung.

Weniger erfolgreich zeigte sich zuletzt Westfalia Wickede. Sie sind nun als Co-Trainer eingestiegen. Wie kam der Kontakt zustande?

Marko Schott hat bei mir angerufen, später auch Daniel Dukic. Und mit dem Co-Trainer Daniel Frieg habe ich schon beim SSV Mülhausen zusammengearbeitet. Ich wurde schnell willkommen geheißen in der Westfalia-Familie. Ich bin in Wickede geboren, es ist mein Heimatverein.

Sie kennen auch Marko Schott schon aus früheren Zeiten, arbeiteten schon 2013 bis 2015 mit ihm als Co-Trainer zusammen.

Ja, wir sind befreundet und hatten eine gute Zeit hier in Wickede. Damals waren wir nur 90 Minuten von einem Aufstieg in die Oberliga entfernt. Wir haben die Truppe da richtig aufgemischt. Es können nicht viele Vereine anrufen, bei denen ich sage, dass ich einspringe und helfe. Neben Wickede ist das nur noch der SSV Mühlhausen.

Dahin gingen Sie nach der Zeit in Wickede, um als Cheftrainer zu arbeiten. Nun rücken Sie wieder ins zweite Glied. Warum?

Ich war dreieinhalb Jahre Cheftrainer in Mülhausen. Das hat riesig Spaß gemacht. Nur muss man dafür doch sehr viel Zeit opfern. Als Co-Trainer darf man auch mal fehlen. Ich kann mich auch unterordnen, damit habe ich überhaupt kein Problem. Ich habe keinerlei Ambitionen auf den Cheftrainerposten.

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Zuletzt lief es bei Wickede vor allem defensiv nicht gut. In den vergangenen vier Pflichtspielen setzte es 13 Gegentore. Wie wollen Sie das als früherer Offensivspieler angehen?

Ich habe mir die Spiele gegen Hordel (2:4 Anm. d. Red.) und gegen Hassel (1:2) angeschaut. Ich habe gesehen, an welchen Stellschrauben wir drehen können. Das werden wir im Trainerteam besprechen und gemeinsam eine Lösung finden.

Sie haben also konkrete Vorstellungen, was zu mehr Erfolg führen könnte?

Als Trainer hat man ja eine Philosophie. Ich würde am liebsten offensiv spielen und 90 Minuten angreifen, um kurze Wege zum gegnerischen Tor zu haben. Aber dafür hat man nicht immer das passende Personal. Wir wollen ein System finden, das für die aktuellen Spieler geeignet ist und das Bestmögliche erreichen. Im Endeffekt muss aber immer alles Marco Schott entscheiden. Ich werde ihm zuarbeiten, komme mit neuen Ideen und er filtert dann da was raus. Ich habe ja 15, 20 Jahre Trainererfahrung, habe lange Mannschaften geführt, mehrere Systeme gespielt, kenne alle Phasen vom Abstiegskampf bis zum Titelrennen. Jetzt ist ein Feuerwehrmann gefragt.

Und nebenbei spielen Sie noch in der Traditionsmannschaft des VfL Bochum. Wann kommt es um Aufeinandertreffen des Teams mit Westfalia Wickede?

Nein, gar nicht. Ich bring die alle mit. Den Woszi (Darius Wosz, Anm. d. Red.), den Peter Peschel. Die spielen dann alle für Wickede, das ist dann wirklich der allerletzte Strohalm (lacht).

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