Wickede: Querelen um Webseite und Vorstand

Fußball: Westfalenliga 2

Westfalia Wickede, das war einmal ein Vorzeigeverein in Dortmund: Die 1. Mannschaft kletterte unter dem Wickeder Urgestein Marko Schott aus der Fußball-Bezirksliga in die Westfalenliga. Der Umzug auf eine Anlage, die für den Amateurfußball wie geschaffen ist, klappte bestens. Hans Walter von Oppenkowski führte den Verein nicht nur souverän, er sorgte mit vorbildlichen Integrationsprojekten über Dortmund hinaus für positive Schlagzeilen. In Sachen Außendarstellung aber hat sich der Verein von diesen Zeiten plötzlich entfernt.

DORTMUND

, 11.10.2016, 07:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Abwärts geht es derzeit für Westfalia Wickede und Trainer Marko Schott.

Abwärts geht es derzeit für Westfalia Wickede und Trainer Marko Schott.

Der Abgang des Ehrenvorsitzenden von Oppenkowski, der für sein preisgekröntes Projekt „Anpfiff für Integration“ keinen Raum in Wickede mehr sah, war traurig. Genau, wie sich der Verein im Anschluss öffentlich präsentierte. Auf der Facebook-Seite des Vereins kritisierte ein anonymer Schreiber den Vorstand: „Diese Facebookseite ist seit Gründung privat und wurde dem Verein jahrelang zur Verfügung gestellt, so wie die Webseite Westfalia Wickede. Da der Vorstand scheinbar Sport mit Politik verwechselt und sich bis dato zwecks Übergabe von Zugangsdaten und Domain niemand gemeldet hat, wird diese Facebookseite wieder privat gepflegt.“

Webseite nicht erreichbar

Die Webseite westfalia-wickede.de ging vom Netz, ist nicht erreichbar. Auf der privaten Facebook-Seite heißt es dazu: „Das Abschalten der Webseite war ganz alleiniger Wunsch des Vorstands.“ Vorstand Horst Linke und sein Stellvertreter Andreas Pannewitz waren am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Trainer Marko Schott sagte auf Anfrage, dass er nicht wisse, wer hinter den Kommentaren stecke. „Ich versuche, solche Dinge von der Mannschaft fernzuhalten“, so Schott. Für eine Einheit spricht die Gemengelage in Wickede derzeit nicht. Und das färbt offensichtlich auch auf das Sportliche ab, die jüngsten Vorstellungen der Mannschaft passen da ins Bild.

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Wenn Schott sagt, der einzige Spieler, der konstant seine Leistung bringe, sei Neuzugang Marcel Großkreutz – zeigt das deutlich das aktuelle Problem auf. Spieler, die sich zuvor für die Westfalia ins Zeug legten, überzeugen ihren Trainer nicht mehr. Zwar sagt Schott, das jüngste 0:4 in Hordel sei „nicht so schlecht“ gewesen, wie es das Ergebnis nahelege. Aber: „Wir haben keinen Stürmer, gehen mit den Chancen zu sorglos um. Einige hören auch nicht zu, was wir ihnen sagen.“ Keine Frage, Wickedes Probleme sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. 

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