Wickedes Schott hadert - HSV-Endspiel gegen Dröschede

Die Dortmunder Klubs

Für die sich im Abstiegskampf befindenden Dortmunder Westfalenligisten aus Hombruch und Wickede spitzt sich die Situation am Tabellenende immer mehr zu.

DORTMUND

von Von Alexander Nähle

, 11.04.2011, 19:01 Uhr / Lesedauer: 3 min
Nach dem 0:0 beim ASC wird der Klassenerhalt für den HSV (M.) immer unwahrscheinlicher.

Nach dem 0:0 beim ASC wird der Klassenerhalt für den HSV (M.) immer unwahrscheinlicher.

„Die Konsequenz heißt, wir üben im Training jetzt den Torabschluss. Wir haben sieben Spiele vor der Brust und sind ja nicht abgeschlagen. Daher haben wir jetzt noch die Chance, an unseren Schwächen zu arbeiten.“ Seine Wickeder, Hombruch und Hassel stellten derzeit die schwächsten Teams der Liga, weil sie einfach nicht träfen. Bitter, dass Wickede mindestens drei Wochen auf Torjäger Roman Schymanietz wegen seiner Krampfader-Operation verzichten muss. Immerhin kehren zum Wattenscheid-Spiel Marcel Städter und Hendrik Huneke nach ihren Sperren zurück. Schott: „Gegen Wattenscheid hatten wir im Herbst unsere beste Phase gestartet. Das sollten wir wiederholen.“

Aplerbecks Trainer Mark Elbracht gewann dem torlosen Remis gegen Hombruch einiges Positives ab. „Wir waren so lange in Unterzahl. Dafür war das schon ordentlich.“ Die Mannschaft hätte Engagement gezeigt, was dem Coach nach der enttäuschenden Niederlage gegen Langscheid/Enkhausen schon ein deutlicher Fortschritt sei. „Wir haben zudem kaum Hombrucher Chancen zugelassen, was auch für taktische Disziplin spricht.“

Jetzt wartet im TuS Ennepetal ein Topgegner auf die Aplerbecker. „Da zu spielen, macht Spaß, weil sie die stärkste Truppe der Liga stellen. Und mit solchen Teams messen wir uns gerne.“ Sorge bereiten Elbracht nur Mischa Mihajlovic, der einen Tritt abbekam, und Miguel Moreira. Der Angreifer plagt sich weiterhin mit muskulären Problemen herum. „Für ihn ist das keine einfache Situation“, kommentiert Elbracht. Ansonsten aber sind alle fit. Das gibt Trainer und Team Gelegenheit, im Training auch schon einige Dinge für die kommende Saison einzustudieren. „Wir wollen die Zeit nicht einfach so verstreichen lassen und uns weiterentwickeln.“

Nervosität, der nicht ankommende letzte Pass und die mangelnde Torgefahr – das sind die Gründe, die laut Trainer Samir Habibovic zum unterm Strich enttäuschenden 0:0 in Aplerbeck führten. Das ist die ausführliche Variante, das generelle Fazit lautet: „Da fehlt einfach auch die Qualität, um ein Spiel in Überzahl zu gewinnen.“ Denn der HSV schlug im Waldstadion kein Kapital aus der Gelb-Roten Karte gegen Daniel Diaz und bleibt fünf Punkte hinter den Teams auf den Nichtabstiegsplätzen zurück.

„Das Problem ist doch, dass wir nicht nur eine Mannschaft überholen müssen, sondern gleich vier.“ Also folgert der Coach, dass nur ein Sieg am Samstag um 18 Uhr gegen Borussia Dröschede sein Team im Rennen hält: „Gewinnen wir nicht, steigen wir ab. Wir stehen vor der letzten Chance.“ Und ob die Hombrucher diese mit Sefa Secgel (Zerrung), Anil Konya (Knie) und Eduardo Cusano (Muskelfaserriss) nutzen können, steht nicht fest. Mohamed Lmcademali kehrt nach seiner Sperre erst in zwei Wochen zurück. „Hoffentlich ist es dann nicht schon zu spät“, kommentiert ein nachdenklicher Trainer.

Wenn es um die „Goldene Ananas“ geht, geraten die verbleibenen Spiele zur Kopfsache. Möchte das Team noch ein paar Plätze gutmachen oder ruft es sein Potenzial nicht mehr ab, weil kein echtes Ziel winkt? Daniel Rios, Trainer der Evinger, fürchtet, dass sein Team den zweitgenannten Weg einschlägt. „Unsere Leistung in Herbede war enttäuschend.“ Rios ist richtig sauer: „Wir reagieren darauf angemessen. Da fallen einige deutliche Worte.“

Zudem kündigt Rios an, für die TuS-Fans vor dem Derby am Ostermontag in Aplerbeck 30 Karten zu kaufen. „Das nehmen wir aus der Mannschaftskasse.“ Eine weitere Sofortreaktion ist, Raphael Wrosok schon jetzt in den Trainerstab zu berufen. Rios erhält die Unterstützung des neuen Co-Trainers ab sofort. „Er soll beobachten, wer im Training und im Spiel mitzieht und wer nicht.“ Am Sonntag empfangen die Evinger den TuS Hordel. „Da will ich eine Reaktion sehen. Wir hätten in der Tabelle deutlich besser stehen können. So korrigieren wir den Eindruck zumindestens etwas.“ Christian Löwenberg kehrt ins Aufgebot zurück.  

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