Wie sich die Top-Talente im Dortmunder Amateurfußball bisher schlugen - Teil eins

mlzFußball in Dortmund

Vor der Saison erstellten wir eine Liste von zehn Talenten im Dortmunder Amateurfußball. Nun wollten wir von den Verantwortlichen wissen, wie die jungen Kicker sich bisher geschlagen haben.

Dortmund, Hombruch, Aplerbeck, Wickede, Brackel

, 29.03.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Sie stechen heraus, müssen sich aber trotzdem erst noch beweisen: Der Dortmunder Amateurfußball besitzt viele Talente. Doch schaffen es die jungen Spieler auch im Seniorenbereich erfolgreich zu sein? Gelingt ihnen der Sprung vom Jugend- in den Erwachsenenfußball?

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Vor Beginn der aktuellen Spielzeit erstellten wir eine Liste von zehn U20-Spielern –ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Wo stehen die Kicker jetzt? Haben sie sich bereits in den Teams etabliert?

Malcolm Ferro (SV Brackel 06)

Vor der Saison hob Brackel-Coach Giovanni Schiattarella eine Fähigkeit von Malcolm Ferro hervor: „Der Junge hat eine für sein Alter eine besondere Eigenschaft: Er sieht die sich bietenden Räume.“

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Und diese Stärke konnte der Stürmer, der von der A-Jugend des FC Brünninghausen zum SV Brackel 06 wechselte, in der Landesliga beibehalten. „Im taktischen Bereich ist er sehr stark. Zudem ist Malcolm sehr robust und zeichnet sich durch seine hohe Intensität – im Spiel und im Training – aus“, meint Schiattarella.

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Diese Fähigkeiten führten dazu, dass Ferro 18 von 19 möglichen Spielen absolvierte. Dabei kommt er auf zwei Tore – hier sieht der Coach noch Steigerungsbedarf. „Ihm fehlt aktuell noch der Zug zum Tor.“ Außerdem könne er noch an seinen technischen Fähigkeiten arbeiten.

Malcolm Ferro (l.) kommt beim SV Brackel bisher auf 18 Saisoneinsätze.

Malcolm Ferro (l.) kommt beim SV Brackel bisher auf 18 Saisoneinsätze. © Schaper

Lars Warschewski (ASC 09 Dortmund)

Mit seinen zwei Toren im Kreispokal-Viertelfinale sorgte Lars Warschewski zuletzt für Aufsehen. Damit wurde er zum Matchwinner im Spiel beim FC Brünninghausen und sicherte seinem ASC 09 Dortmund damit den Einzug ins Halbfinale. In der Oberliga kam er bisher 14 Mal zum Einsatz und traf dreimal.

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Damit hat sich der Stürmer einen festen Platz im Team des ASC erarbeitet „Er ist ein Top-Spieler. Super ehrgeizig und sehr vielseitig: Er läuft viel, ist beidfüßig und körperlich robust. Zudem hat er einen guten Schuss“, hebt sein Trainer Antonios Kotziampassis seine Stärken hervor.

Eine Eigenschaft gefällt dem Coach besonders. „Seine Mentalität ist außergewöhnlich. Er erkämpft sich viele Bälle und arbeitet viel fürs Team. Er ist, auch wenn er Stürmer ist, überall auf dem Platz zu finden.“ Wenn Warschewski sich so weiter entwickelt, wird der ASC noch viel Freude an ihm haben.

Dillon Aquinas Nesaraj (Hombrucher SV)

Mit seinen 19 Jahren ist der Innenverteidiger beim Hombrucher SV schon zum Abwehrchef aufgestiegen. Mit seiner Größe und seinen körperlichen Fähigkeiten verfügt er über die idealen Voraussetzungen für einen Verteidiger. Außerdem liegen seine Stärken im Aufbauspiel – gerade die Flügelspieler freuen sich auf seine genauen Zuspiele. Auf 18 Spiele kommt Nesaraj in der bisherigen Saison und ist Stammspieler beim HSV.

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Für die kommende Spielzeit hat der 19-Jährige bereits seine Zusage beim Landesligisten gegeben – trotz erneuter Anfragen aus der Oberliga. „Es spricht für ihn, dass er erstmal den Weg der kleinen Schritte geht. Ich würde mir wünschen, dass er noch mehr Verantwortung übernimmt“, blickt HSV-Coach Alexander Enke schon mal voraus.

Wenn der Abwehrspieler so weitermacht und seine Leistungen bestätigt, steht ihm sicher eine Karriere in der Westfalen- oder Oberliga bevor. Die Frage ist, wie lange er noch beim Hombrucher SV bleibt beziehungsweise wie lange ihn der Klub noch halten kann.

Michel Post (ASC 09 Dortmund/SV Sodingen)

Schon vor der Saison plagte sich Michel Post mit großen Verletzungssorgen rum. Nach langer Unsicherheit wurde letztlich eine Schambeinentzündung diagnostiziert. Absolutes Sportverbot war die Folge. Im Sommer wollte der defensive Mittelfeldspieler dann wieder beim ASC 09 angreifen.

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Der frühere ASC-Trainer Daniel Sekic sagte über ihn, dass er „ein dominanter Oberliga-Spieler“ werden kann. In der aktuellen Saison kam er jedoch nicht zum Einsatz, schlug sich weiterhin immer wieder mit Verletzungen rum. Das einzige Mal, dass er das ASC-Trikot trug, war bei den Hallenstadtmeisterschaften.

Ende Januar wechselte er dann zum SV Sodingen in die Westfalenliga. Beim SVS kickt auch sein Bruder Maurice Post. Beim Westfalenligisten kam Michel Post bisher in keinem Pflichtspiel zum Einsatz. Einzig beim Testspiel gegen den FC Altenbochum lief er von Beginn an auf.

Don Schreiber (Westfalia Wickede)

19 Einsätze sammelte Don Schreiber in der laufenden Saison, 1160 Minuten stand er auf dem Feld, ein Tor schoss er dabei. Der Mittelfeldkicker hat sich damit zum Stammspieler des Westfalenligisten entwickelt – und zieht nach dieser Saison schon weiter. Schreiber wird Westfalia Wickede verlassen und wechselt zu Wacker Obercastrop, das die Landesliga anführt und vor dem Aufstieg in die Westfalenliga steht.

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Der Flügelläufer überzeugt vor allem durch seine körperlichen Fähigkeiten. „Seine großen Vorteile liegen in der Schnelligkeit, der Dynamik, Robustheit in der Zweikampfführung“, meint Daniel Dukic, Sportlicher Leiter von Westfalia Wickede. „Er muss weiterhin an seinem individuellen Spiel und an seinem Verständnis vom erfolgreichen Fußball arbeiten.“

Trotz des Steigerungsbedarfs bescheinigt Dukic seinem Kicker bisher eine gelungene Saison: „Sein erstes Seniorenjahr hat er mit großer Bravour erfolgreich gemeistert. Das sieht man auch daran, wie häufig wir ihn eingesetzt haben.“

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