„Wir machen Miese“ - Fußballverein spielt ohne Zuschauer, obwohl er gar nicht müsste

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Fußballvereine in Dortmund müssen ihre Zuschauerzahl wegen neuer Corona-Regeln auf höchstens 100 reduzieren. Ein Dortmunder Verein ging am Wochenende allerdings noch weiter und spielte ganz ohne Zuschauer.

Dortmund

, 19.10.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Fußballvereine in Dortmund dürfen bei Spielen nur noch 100 Zuschauer zulassen. Diese Beschränkung schickte der Fußballkreis am Samstag an alle Dortmunder Vereine. Er bezieht sich bei dieser Maßnahme auf Sonderregeln in der Corona-Schutzverordnung des Landes, die für Veranstaltungen in Corona-Risiko-Gebieten gilt, wie Dortmund es seit Donnerstag ist. Ein Dortmunder Verein ging am Wochenende allerdings noch weiter und spielte ganz ohne Zuschauer.

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Beim FC Wellinghofen durften am Sonntag nur Spieler, Trainer und Betreuer auf die Anlage. Eine Handvoll Vereinsverantwortliche und ein paar Ordner, die aufpasstet, dass niemand auf die Anlage kommt, waren da. Das war‘s. Der erste Vorsitzende Rolf Heidemeier war nicht vor Ort. Er wolle mit gutem Beispiel voran gehen, sagte er am Telefon und erklärte die Entscheidung keine Zuschauer zuzulassen: „Wir wollten dem Ärger aus dem Weg gehen.“

Die neu geltende Maskenpflicht zu kontrollieren, sei ein zusätzlicher Aufwand. „Wir hatten keine Lust uns anpöbeln zu lassen, falls sich jemand nicht daran hält“, sagte Heidemeier. Der Zuschauer-lose Spieltag sei aber erst mal nur ein Test.

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Keine Einnahmen, sondern nur Miese

„Angesichts der steigenden Corona-Zahlen haben wir uns in einer Sitzung am Dienstag dazu entschlossen, das mal zu probieren.“ Am Donnerstag seien dann die gegnerischen Vereine und der Kreis über die Maßnahme informiert worden. Bei den Jugendspielen am Samstag durften nur Erziehungsberechtigte mit auf den Platz, bei den Senioren am Sonntag nur der Mannschaft zugehörige Personen.

"Wir wollten dem ganzen Ärger aus dem Weg gehen", sagt der Vorsitzende des FC Wellinghofen, Rolf Heidemeier.

"Wir wollten dem ganzen Ärger aus dem Weg gehen", sagt der Vorsitzende des FC Wellinghofen, Rolf Heidemeier. © FC Wellinghofen

Normalerweise würden bei der ersten Mannschaft der Wellinghofer, die in der Kreisliga B spielt, 30 bis 40 Personen zuschauen, schätzte Heidemeier. Die Einnahmen aus Eintrittsgeldern und Getränkeverkaufen fehlen jetzt antürlich. „Wir nehmen gerade überhaupt nichts ein. Wir machen sogar noch Miese, weil wir den Schiedsrichter ja bezahlen müssen. Das ist natürlich blöd, aber da müssen wir jetzt durch.“

Er werde sich vom anwesenden Jugendleiter berichten lassen, wie es lief, sagte Heidemeier am Sonntag. Dann werde man eine Entscheidung treffen, ob man das so weiterführt. „Ich habe ja den Verdacht, dass es in den kommenden Wochen wird, dass wir ohne Zuschauer spielen müssen. Wir haben dann schon mal Erfahrungen gesammelt“, sagte Rolf Heidemeier.

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