Zuschauer schubst Keeper: Lüner SV schießt gegen Kevin Großkreutz - Türkspor widerspricht

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Es war das vielleicht spannendste, aber auch unschönste Spiel der Zwischenrunde. Lüner SV gegen Türkspor. Im Mittelpunkt standen hinterher die Trainer Christian Hampel und Kevin Großkreutz.

Dortmund

, 04.01.2020, 20:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Aufeinandertreffen zwischen Türkspor Dortmund und dem Lüner SV gewann schnell an Hitzigkeit, es hagelte eine Rote Karte gegen die TSD-Akteure Kemal Avci und eine Zeitstrafe gegen Durmus Aydin.

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Die Halle tobte, denn auch die Lüner Akteure standen laut Auffassung vieler Zuschauer im Fokus unsportlicher Aktionen, blieben aber ohne Strafe.

Ernst schießt Lünen in Führung

Mit der Pausensirene erzielte Sascha Ernst in doppelter Überzahl das 2:0 für den Westfalenligisten aus Lünen. Dann wurde es richtig unschön: Aus der Mitte der Türkspor-Fans sprang ein Zuschauer über die Absperrung hinweg in den Innenraum und stürmte auf Lünens-Schlussmann Daniel Dreesen zu, schubste Dreesen. Der hatte zuvor offenbar provozierende Gesten in Richtung der TSD-Fans gezeigt. (Hier gibt‘s alle Szenen im Video)

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„Es kann doch nicht sein, dass der Keeper gegenüber einem kompletten Fanblock solche Gesten macht. Dann ist doch klar, dass bei einem die Sicherungen durchbrennen. Das ist dann nicht mehr zu kontrollieren“, erklärte Türkspor-Trainer Reza Hassani.

Hampel geht Großkreutz an

Lünens Trainer Christian Hampel sah in Türkspor-Trainer Kevin Großkreutz einen Schuldigen für die Vorfälle: „Eigentlich kann ich mit Kevin ganz gut. Es kann aber nicht sein, dass er seine Spieler dazu auffordert, unsere 22 kaputtzutreten. Das habe ich selber gehört. Das ist unter aller Sau. Dann kann sich niemand beschweren, dass alle durchdrehen“, sagte Hampel.

Zwei Minuten für Durmus Aydin von Türkspor.

Zwei Minuten für Durmus Aydin von Türkspor. © Dortmunder Sportfotografie / Schulze

Türkspor-Coach Reza Hassani, der neben Großkreutz stand, widersprach Hampel. „Ich weiß nicht, warum er diese Geschichte erfindet. Kevin hat gar nichts über Lünens 22 gesagt. Das schwöre ich. Vielleicht war es ja Hampel etwas zu heiß in der Halle und er schüttelt deshalb so eine unglaubliche Geschichte aus den Ärmeln. Das ist richtig armselig“, sagte ein wütender Hassani.

Zuschauer wird aus Innenraum geführt

Der Zuschauer, der seine Nerven nicht im Griff hatte, wurde schnellstens aus dem Innenraum geführt. Die Halle tobte trotzdem. Minutenlang verweilten die Unparteiischen anschließend in der Kabine, erst dann wurde die Partie wieder angepfiffen.

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In der Zwischenzeit hatte sich das Gespann dazu entschieden, auch Dreesen des Platzes zu verweisen. Weitere Diskussionen später konnte die Partie endlich fortgesetzt werden. LSV-Trainer Christian Hampel kritisierte das Verhalten seines Keepers, konnte die Rote Karte aber nicht nachvollziehen.

Akman schießt Türkspor in Führung

Doch Schluss war noch lange nicht. Das Spiel besaß alles, was der Hallenfußball zu bieten hatte. Ömer Akman brachte Türkspor 47 Sekunden vor Schluss mit 3:2 in Führung, nachdem TSD zuvor den 0:2-Rückstand ausgeglichen hatte. Doch Lünen gab sich nicht geschlagen, Fabian Pfennigstorf glich noch aus – Verlängerung.

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Natürlich scheiterte in der Schlussminute noch Alihan Kurgan mit einem Achtmeter am für Dreesen ins Spiel gekommenen LSV-Schlussmann Michel Josch.

Kurgan sorgt für die Entscheidung

Kurgan war es dann, der die Partie in der Verlängerung mit seinem Treffer zum 4:3 entschied. Lünen fehlten dann doch die Alternativen, auch weil Phil Rosenkranz wegen einer Notbremse ebenfalls noch Rot sah.

Hier gibt‘s die Szenen im Video:

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