In der kommenden Woche könnten sich die Trainingsplätze im Kreis Unna wieder füllen. © picture alliance / Uwe Anspach/dpa
Fußball

„Das wär absolut mega!“: Massive Corona-Lockerungen beim Training in Sichtweite

Der Blick auf die Inzidenzzahlen im Kreis Unna gibt Grund zur Hoffnung: Ab der kommenden Woche könnte endlich wieder reger Betrieb auf den Fußballplätzen herrschen.

Der Blick auf die Corona-Zahlen im Kreis Unna gibt allen Anlass zur Hoffnung. Denn am vergangenen Samstag (15. Mai) wurde der kritische Inzidenzwert von 100 nach vielen Wochen erstmals wieder unterschritten. Am Montag (17. Mai) lag der Wert laut offiziellen Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 94,7. Das bedeutet: Bleibt die Inzidenz auch in den kommenden Tagen stabil unter 100, dürfte auf den Fußballplätzen im Kreis Unna ab der kommenden Woche wieder reges Treiben herrschen.

Aktuell dürfen nur Fünfer-Gruppen kontaktlos trainieren

Dann nämlich greifen nach der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW die nächsten Lockerungsschritte. Und die haben es in sich – vor allem im Bereich des Kindertrainings. Aktuell dürfen Kinder und Jugendliche im Alter von 14 Jahren und jünger nämlich lediglich in Fünfer-Gruppen trainieren – und zwar kontaktlos. Herrscht aber mehr als fünf Tage lang ein stabiler Inzidenzwert von unter 100 ist an der frischen Luft Kontaktsport erlaubt – für Gruppen von bis zu 20 Kindern.

„Das wär absolut mega! Unsere Trainer sind jedenfalls vorbereitet“, sagt Sabine Schwarz, Jugendleiterin der Jugendspielgemeinschaft Unna/Billmerich. „Die Kinder haben in den letzten Wochen und Monaten sehr gelitten“, sagt sie. Dementsprechend hoffnungsfroh blickt sie nun nach vorne: „Das Training in Fünfer-Gruppen ist nicht optimal. Und für die Trainer ist es neben ihrem beruflichen Alltag fast unmöglich umzusetzen. Sie müssen sich ja auch immer noch testen lassen.“

„Die Kinder hat die Pandemie mit am härtesten getroffen“

Auch Markus Neubert, Jugendleiter des SuS Kaiserau, ist froh über die Entwicklung. „Wir hoffen sehr, dass wir ab nächster Woche wieder loslegen können“, sagt er. Homeschooling, kaum Kontakt zu Freunden, kein Sport – „die Kinder hat die Pandemie mit am härtesten getroffen“, so Neubert. Deshalb sei er froh, dass man den Kindern bald wieder ein ordentliches Training anbieten könne.

Gut fühlt sich auch Frank Spiekermann beim Blick auf die Inzidenzzahlen. „Passübungen in Zweier- bis Fünfer-Gruppen sind einfach kein richtiges Training. Es ist wichtig, dass wir jetzt wieder ein Stück zurück zur Normalität kommen“, so der Jugendleiter des Holzwickeder SC, der mit Blick auf den Sport nicht zu einhundert Prozent von den Corona-Beschränkungen überzeugt ist.

Geregelt die Aggressionen rauslassen

„Natürlich muss die Politik irgendwo die Grenze ziehen. Aber warum ein 15-Jähriger anders behandelt wird als ein 14-Jähriger, das kann ich nicht nachvollziehen. Diese Regelungen erscheinen mir manchmal recht willkürlich“, so Spiekermann. Dass die Kids nun bald in größeren Gruppen und mit Kontakt trainieren dürfen, findet er nicht nur aus sportlicher Sicht gut – sondern auch aus sozialer: „Die Jungs und Mädels müssen ja auch mal wieder geregelt ihre Aggressionen rauslassen können.“

Wenn er sich in der Gemeinde Holzwickede umgucke, habe er den Verdacht, dass es während des Lockdowns vermehrt zu Vandalismusfällen, Vermüllung und Schmierereien an öffentlichen Plätzen gekommen sei. „Das Miteinander ist ein wenig verloren gegangen. Da kann der Sport helfen“, so Spiekermann. Die bevorstehenden Trainings-Lockerungen nach Pfingsten sind da hoffentlich nur der erste Schritt.

Über den Autor
2014 als Praktikant in der Sportredaktion erstmals für Lensing Media aufgelaufen – und als Redaktionsassistent Spielpraxis gesammelt. Im Oktober 2017 ablösefrei ins Volontariat gewechselt und im Anschluss als Stammspieler in die Mantel-Redaktion transferiert. 2021 dann das Comeback im Sport, bespielt hauptsächlich den Kreis Unna.
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