„Ohne Gnade“, wie der Spitzname des Holzwickeder Profi-Boxers lautet, trainiert mitunter bis zu dreimal täglich. Sein Ziel ist die Deutsche Meisterschaft. © dpa
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„Ohne Gnade“: Holzwickeder Profi-Boxer schlägt seine Gegner fast immer in der ersten Runde K.o.

Dieser Profi-Boxer aus Holzwickede hat eine makellose Bilanz. All seine Kämpfe hat er gewonnen. Das brachte ihm den Spitznamen „Ohne Gnade“ ein. Nun hat er einen entscheidenden Kampf vor der Brust.

Sieben Kämpfe, sieben Siege – alle nach K.o. Diese makellose Statistik weist ein Profi-Boxer aus Holzwickede auf. Am Samstag (10. Juli) steigt sein achter Profikampf. Und davon hängt die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften im Herbst ab.

Michael Oleschak geht bereits seit mehr als 20 Jahren in den Ring. Der heute 45-Jährige ist aber erst seit 2019 in der Profibranche aktiv. „Früher war ich Westfalenmeister und Vizemeister in Westdeutschland“, sagt Oleschak, der für den Märkischen Box-Ring Hamm antritt. Damals noch als Amateur. Der gebürtige Pole wohnt mit seiner Tochter (11) seit vier Jahren in Holzwickede. Sie begleitet ihn zu jedem Kampf. „Sie ist immer mit dabei und bringt mir offensichtlich eine Menge Glück“, schwärmt Oleschak.

Box-Coach Ralf Gerards glaubt fest an einen Sieg für Michael Oleschak

Für sein Hobby tut Oleschak einiges. „Ich gehe jeden Tag laufen und bin zusätzlich noch im Gym. Manchmal trainiere ich sogar bis zu dreimal täglich“, spult der Wahl-Holzwickeder ein enormes Pensum ab. Während des Corona-Lockdowns nahm er Einzeltraining bei seinem Coach, Ralf Gerards. Inzwischen ist das Training in Hamm auch wieder in der Gruppe möglich.

„Mein Traum ist die Deutsche Meisterschaft.“

Michael „Ohne Gnade“ Oleschak

Am Samstag steht nun Oleschaks nächster Kampf an. Und der ist ein Entscheidender. Gewinnt Oleschak erneut, darf er im Herbst bei den Deutschen Meisterschaften der German Boxing Association (GBA) – einem von mehreren Box-Verbänden in Deutschland – mitmischen. Er würde dann in seiner Klasse, dem Cruisergewicht – das ist die Gewichtsklasse unter dem Schwergewicht bis 91 Kilogramm – in den Ring gehen und um den nationalen Titel kämpfen. Für den Kampf am Samstag sind 6 bis 8 Runden angesetzt. Bleibt Oleschak seiner Linie treu, wird er die aber gar nicht benötigen.

20-jähriger Gegner stellt für den Coach keinen Stolperstein dar

Sein bisher letzter Kampf liegt noch gar nicht allzu lange zurück. Anfang Mai holte Oleschak seinen siebten Profisieg in Serie. „Bis dahin habe ich all meine Profi-Kämpfe in der ersten Runde gewonnen – alle nach K.o.“, sagt Oleschak. Im Mai hielt sein Gegner immerhin etwas länger durch: Erst in Runde vier ging dieser zu Boden.

Michael Oleschak (r.) hat bisher all seine Profikämpfe gewonnen. © Privat © Privat

Diese Effizienz hat dem Profi-Boxer aus Holzwickede daher in der Szene den Spitznamen OG eingebracht. „Das steht für ‚Ohne Gnade‘“, sagt Oleschak mit einem Schmunzeln. Für Coach Ralf Gerards ist Oleschak am Samstag gegen Marius Mertig aus Leipzig der klare Favorit. „Ich kann mir nichts anderes vorstellen, als dass Michael den Sieg holt. Sein Gegner ist zwar erst 20 Jahre alt, aber er wird kein Stolperstein für Michael sein“, ist sich Gerards sicher.

Um 13 Uhr geht‘s am Samstag auf die Waage, um 15 Uhr steigt dann der Kampf im Black Wolves Fight Club in Wiesbaden. „Mein Traum ist die Deutsche Meisterschaft, deshalb werde ich alles daran setzen, am Samstag zu gewinnen und mich für das Event zu qualifizieren“, so Oleschak weiter.

Michael Oleschak (r.) und sein Coach Ralf Gerards freuen sich auf den Kampf am Samstag. © Privat © Privat

Die Deutschen Meisterschaften der GBA sollten ursprünglich schon im Juni stattfinden. Wegen der Corona-Pandemie wurden sie allerdings verschoben. „Ich hoffe, dass im Herbst auch wieder viele Zuschauer dabei sein dürfen“, hat Oleschak die Deutschen Meisterschaften schon jetzt im Visier. Wenn dann seine Tochter auch wieder mit dabei ist, kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann

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