Sandro Ünal (l.) hält André Born (M.) vom Ball ab. Born fiel darauf, aber das reichte nicht für einen Strafstoß. Den brauchte es auch nicht, denn auch ohne Elfmeter gewann der VfL Kamen deutlich. © Sebastian Reith
Fußball

4:0 – VfL Kamen zerlegt Eintracht Werne: Gül-Gala, Akyüz-Aus

Ein starker VfL Kamen hat Eintracht Werne keine Chance gelassen. Nach der Abtastphase kam Kamen immer besser ins Rollen. Eintracht Werne blieb nur die Statistenrolle.

Das war ein deutlicher Meisterschaftsauftakt zweier Titelaspiranten in der Fußball-Kreisliga: Die 4:0-Gala des VfL Kamen kam gleichzeitig einem Debakel für Eintracht Werne gleich. Mit Serkan Güls 2:0 kurz nach der Pause ließ Werne die Köpfe hängen und fing sich bis zum Abpfiff noch zwei weitere Gegentore in einem völlig einseitigen Spiel.

Am Ende lagen sich Kamens Kicker nur noch in den Armen. Als auch noch Mark Ellerkmann im Nachsetzen nach einem abgeprallten Freistoß gegen überforderte Werner das 4:0 in den Schlussminuten erzielte, konnte einem Daniel Rafalski im Eintracht-Kasten leid tun. Er war noch Wernes Bester und ihm war es zu verdanken, dass der VfL Kamen nicht womöglich noch ein halbes Dutzend erzielte.

Mark Ellerkmann bejubelt sein 4:0. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Serkan Gül bringt den VfL Kamen auf Kurs

Mann des Tages: Serkan Gül. Der 22-Jährige verwandelte erst einen Freistoß aus zentraler Position wunderschön (26.) – und das, obwohl die Mauer niemals 9,15 Meter Abstand zum Ball hatte. Güls Schuss stieg und senkte sich so präzise – Rafalski war chancenlos. Später sollte Gül dann beim 2:0 (55.) schon für die Vorentscheidung sorgen.

Kamens Serkan Gül erzielte zwei Tore gegen Eintracht Werne © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Nach einer hart geführten, aber ereignisarmen Anfangsviertelstunde übernahm der VfL langsam aber sicher das Kommando. „Wir haben das Spiel kontrolliert“, sagte Kamens Trainer Emre Aktas – doch er übte auch Kritik an der Offensive der ersten Halbzeit. Zu selten blieb seine Elf an der Strafraumgrenze hängen und fand keine Lösungen. „Das war zu viel Hin-und-Her. Nicht gradlinig und zielstrebig“, mahnte Aktas.

Felix Rudolfs Freistoß ging noch knapp vorbei (10.) und Rafalski fischte dem heraneilenden Björn Scharfe das Leder in letzter Minute noch von den Zehen (12.). Werne geriet aber zunehmend unter Druck und kam auch immer seltener bei den Entlastungsangriffen über die Mittellinie: Rudolf auf die Latte (36.) – und auch eine Kamener Doppelchance brachte nichts ein (43.).

Eintracht Wernes Enes Akyüz ist wieder verletzt

Fast hätte Wernes Kapitän Enes Akyüz dann nach einem Pass vor der Pause noch den Ausgleich erzielt (45.). Doch der wäre schmeichelhaft gewesen – und für Akyüz war es die letzte Aktion. Er wurde in der Pause ausgewechselt und humpelte nach Abpfiff über den Platz. Erste Diagnose: Schlag auf den Oberschenkel. Bitter.

Als Gül nach Mehmet Karas Diagonalpass – der Ex-Zweitligaspieler ist in Werne geboren – dann auf 2:0 erhöhte, brach Eintracht Werne im Kollektiv auseinander. Rafalski rettete zweimal unmittelbar nach dem 0:2 stark, war aber beim Kara-Abpraller machtlos, den Scharfe über die Linie drückte.

Verzweifelt: Abdullah Sahin (Eintracht Werne) © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Nur „schwer“ könne Aykut Kocabas, Wernes Trainer, dem Spiel etwas Positives abgewinnen. „Ab dem 2:0 haben wir die Köpfe hängen lassen. Wir haben noch Glück, dass sie es nicht noch mehr ausnutzen“, sagte Kocabas, der nach etwa 30 Minuten alleine coachen musste. Sein Co Mario Martinovic war nach zwei Kommentaren in Richtung Schiedsrichter hinter die Bande geschickt worden, was auch eine Geldstrafe nach sich ziehen wird.

Erst Ibrahim Saadouni sorgte nach 75 Minuten für Wernes zweiten und letzten Torschuss des Tages. „Völlig verdient verloren heute“, urteile Kocabas. Es war ein völlig vermasselter Saisonauftakt und ein Rückschlag im Titelkampf – und das schon am ersten Spieltag.

Mario Martinovic sieht die Rote Karte. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

VfL Kamen: Kiranyaz – Gohr, Rudolf, Nagler, Dikmen (68. Ellerkmann), Drees (75. Öztürk), Kisa, Kara, Scharfe, Gül, Born (80. Tekelier)

Eintracht Werne: Rafalski, Ünal, Sari, Martinovic, Baslarli, Schebab, Bozkurt, Akyüz (46. Adas), Kavakbasi (60. Akalin), Saadouni, Sahin (75. Ates)

Tore: 1:0 Gül (26.), 2:0 Gül (55.), 3:0 Scharfe (61.), 4:0 Ellerkmann (90.)

Über den Autor
Redakteur
Sportler durch und durch, der auch für alle Sportarten außerhalb des Fußballs viel übrig hat. Von Hause aus Leichtathlet, mit einer Faszination für Extremsportarten, die er nie ausprobieren würde. Gebürtig aus Schwerte, hat volontiert in Werne, Selm, Münster und Dortmund.
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Sebastian Reith

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