Ein heimischer Trainer sah am Wochenende die Ampelkarte - nur 23 Minuten, nachdem er sich selbst eingewechselt hatte. © picture alliance/dpa
Fußball

Hilfe geht nach hinten los: Trainer wechselt sich selbst ein – und sieht nach 23 Minuten Gelb-Rot

Weil er seinem Team helfen wollte, hat sich ein heimischer Coach am Sonntag selbst eingewechselt. Doch die Hilfe währte kürzer als erhofft: Nach 23 Minuten und einem Missgeschick flog er vom Platz.

Als Trainer sollte man mit gutem Beispiel vorangehen. Das dachte sich am Wochenende auch ein heimischer Coach, der sich nach 62 Minuten selbst einwechselte, um seinem Team, das schon hoffnungslos in Rückstand lag, auf dem Platz beizustehen. Allerdings: Seine Courage machte die Situation am Ende nicht gerade besser. Im Gegenteil: Nach nur 23 Minuten und einem Missgeschick flog er mit Gelb-Rot vom Platz.


Ampelkarte beim Stand von 1:7

„Der Platzverweis ist ärgerlich, das Spiel war ja eh längst gelaufen“, war sich Altan Bayar am Sonntag kurz nach Abpfiff der Unnötigkeit der Ampelkarte bewusst. Es lief die 85. Minute, als der Unparteiische den Spielertrainer nach einem 23-minütigen Kurzauftritt vom Feld schickte. 1:7 lag sein Team da schon zum Auftakt der Kreisliga A(2) beim SSV Mühlhausen II zurück.

Spielertrainer Altan Bayar sah am Sonntag nach 23 Minuten Gelb-Rot. © Verein © Verein

1:9 hieß es gar am Ende – auch, weil der TSC II das Spiel mit nur acht Feldspielern beendete. Denn neben Bayar musste auch Oktay Dumurcuk in der Schlussphase vorzeitig das Feld verlassen – wegen einer Knöchelprellung. Zu dem Zeitpunkt hatte der TSC schon keine Alternativen mehr auf der Bank.

Erst in den Weg gestellt, dann unbeabsichtigt Gegner getroffen

Doch was war passiert? „Am Ende klingt es wilder als es war“, erklärt Bayar. Zunächst habe er sich bei einem gegnerischen Freistoß in den Weg gestellt – was die erste Verwarnung nach sich zog.

Und dann? „Nach einem Zweikampf landete der Ball im Seitenaus. Ich war verärgert über die Körpersprache meines Teams und wollte als Reaktion den Ball gegen die Bande treten“, so der Coach. Dumm nur: Just in dem Moment habe sein Gegenspieler nach dem Ball gegriffen, um einen Einwurf schnell auszuführen. „Dann habe ich ihn an der Hand getroffen. Das war komplett unbeabsichtigt – und die Gelb-Rote Karte natürlich trotzdem gerechtfertigt“, ist sich Bayar bewusst.

Personallage beim TSC II bleibt angespannt

Somit bleibt die Personallage beim TSC II wohl auch am kommenden Wochenende angespannt, wenn man den BSV Heeren empfängt. Schon gegen Mühlhausen II saßen nur drei Auswechselspieler auf der Bank – Bayar inklusive. „Ich wollte meine Mannschaft nicht im Stich lassen. Deshalb habe ich mich eingewechselt. Nun ist sie für das nächste Spiel benachteiligt. Das hätte nicht sein müssen“, so der Coach.

Über den Autor
2014 als Praktikant in der Sportredaktion erstmals für Lensing Media aufgelaufen – und als Redaktionsassistent Spielpraxis gesammelt. Im Oktober 2017 ablösefrei ins Volontariat gewechselt und im Anschluss als Stammspieler in die Mantel-Redaktion transferiert. 2021 dann das Comeback im Sport, bespielt hauptsächlich den Kreis Unna.
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