Robert Kramers Tor zum 3:0 war die Entscheidung. Hier gratuliert die Mannschaft dem Torschützen (4.v.l.), der in der Jubeltraube untergeht. © Sebastian Reith
Fußball

Kamener SC überrennt SuS Oberaden – und es hätte noch höher ausgehen können

Unterhaltsame zweite Halbzeit im Kamener Sportzentrum: Der Kamener SC schießt ein Konter-Feuerwerk ab. Immer wieder hatte Oberaden mit den schnellen KSC-Leuten Probleme.

Robert Kramer ballte die Faust, drehte jubelnd ab und empfing die Glückwünsche. Soeben hatte der Rechtsverteidiger des Fußball-Kreisligisten Kamener SC mit dem 3:0 (72.) für die Vorentscheidung gegen den SuS Oberaden gesorgt. Und Kramer gab später grinsend zu, dass der Schuss so nie geplant war. Aus dem Halbfeld setzte er zu einer Flanke an, die immer und immer länger wurde und sich über Torwart Lars Suhr in die Maschen senkte. Klassischer Fall von: „über‘n Schlappen gerutscht“.

Der Fehlstart für den Titelkandidaten SuS Oberaden ist damit perfekt, für den ebenfalls hochgehandelten Kamener SC war es dagegen der optimale Fußball-Sonntag: Mit 3:1 siegte der KSC vor gut 180 Zuschauern. Die Tore fielen alle in einer aufregenden zweiten Halbzeit, die mit Jan Brinkmanns Kopfballtor fulminant begann (47.). Er lief in eine Hereingabe – Oberadens verdutzte Defensive guckte nur zu.

Kamener SC trifft drei Mal in 30 Minuten

Es begannen die Minuten des KSC, der eine eher dürftige erste Hälfte hingelegt hatte. Oberaden, angetrieben von Can Bozkurt und Talha Temur im Mittelfeld, machte bis dato das Spiel, sieht man einmal von Hasan Bastürks frühem Sololauf (3.) ab. Michael Krakalla (12.) und Joshua Kusch (14.) verfehlten, Temur traf nur die Latte (43.). „Die erste Halbzeit hatten wir gut angefangen und auch das Spiel dominiert“, sagte Oberadens Trainer Birol Dereli. Doch dann gab Oberaden das Zepter aus der Hand.

Kapitän Joshua Kusch hatte in der ersten Hälfte eine gute Chance, verzog aber knapp.
Kapitän Joshua Kusch hatte in der ersten Hälfte eine gute Chance, verzog aber knapp. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

„Das Tor hat uns in die Karten gespielt“, sagte KSC-Trainer Ahmet Kahya. Nur drei Minuten nach dem etwas schmeichelhaften Führungstor trat Jan Jacob nach Jonas Hahns Zuspiel aussichtsreich über den Ball.

Oberadens Defensive schwamm plötzlich: Wieder ging der schnelle Jacob durch, Ersan Kusakci ging dazwischen und traf Jacob im Strafraum – ein klarer Elfmeter, den Hahn schließlich verwandelte. Suhr hatte die Ecke geahnt (56.).

SuS Oberaden bleibt hinten anfällig

Es war ein bitterer Nachmittag für Oberadens Schlussmann: Exakt zwei Bälle waren bis dahin auf sein Tor geflogen. Beide Male war er machtlos. Nur fünf Minuten später zeichnete er sich dann aus, als er reflexartig eine unglückliche Kopfballrückgabe von Noel-Martin Klein aus der Luft fischte – höchste Eigentorgefahr!

Lebenszeichen gab Oberaden trotzdem noch ab: Marcel Erdmann prüfte Carsten Schrader im Kamener Tor (63.). Doch im direkten Gegenzug war wieder Brinkmann ganz nah dran an seinem zweiten Jokertor. Brinkmann war für den mit einer Muskelverletzung ausgeschiedenen Kim Denninghoff gekommen. Der Ball ging zwar vorbei – Oberaden blieb hinten anfällig. Der eingewechselte Anil Yildiz verpasste aber das 4:0. Michael Krakalas 1:3-Ehrentreffer kurz vor Schluss änderte nichts mehr am Spielausgang.

Kamen: Schrader – Bastürk, Kramer (83. Krause), Cirak, P. Denninghoff, Kücükyagci, Lenz, Jacob (74. Yildiz), Aktas, Hahn (90. Lorenz), K. Denninghoff (36. Brinkmann)

Oberaden: Suhr – Klein, Ceviker, Kusakci, Karadag, Temur, Bozkurt (73. Stoltefuß), Krakala, Kusch, Erdmann, Touray

Tore: 1:0 Brinkmann (47.), 2:0 Hahn (56., Foulelfmeter), 3:0 Kramer (72.), 3:1 Krakala (85.)

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Redakteur
Sportler durch und durch, der auch für alle Sportarten außerhalb des Fußballs viel übrig hat. Von Hause aus Leichtathlet, mit einer Faszination für Extremsportarten, die er nie ausprobieren würde. Gebürtig aus Schwerte, hat volontiert in Werne, Selm, Münster und Dortmund.
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Sebastian Reith

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