Der Spielbetrieb der IG Bönen werde nicht ins Stolpern geraten, obwohl die Büroräume eines Sponsors durchsucht wurden, heißt es. © Jura Weitzel
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Polizei und Zoll durchsuchen Büros des Sponsors: IG Bönen reagiert

Zoll und Polizei haben in der vergangenen Woche die Büros eines Bönener Pflegedienstes durchsucht. Der engagiert sich auch beim Landesligisten IG Bönen. Der Verein nimmt Stellung.

Die Ziele der IG Bönen sind hoch gesteckt. Präsident Kemal Cakir möchte mit seiner bestens aufgestellten Truppe hoch hinaus, die Landesliga soll nicht das Ende der Fahnenstange sein. Doch es ziehen Wolken auf. Polizei und Zoll durchsuchten die Büros eines Bönener Pflegedienstes, der sich als Sponsor bei der IG Bönen engagiert.

Gleich mehrere Beamte und Mitarbeiter aus verschiedenen Behörden fuhren vor einer Woche vor und durchsuchten die Büroräume in Bönen. Kistenweise Unterlagen sollen die Beamten sichergestellt haben. Wie die Staatsanwaltschaft Dortmund auf Anfrage der Sportredaktion bestätigte, liege ein Betrugsverdacht vor.

Vorwurf: Abrechnungsbetrug zum Nachteil von Krankenkassen

„Die Durchsuchungen dienten dem Auffinden von Beweismitteln. Ermittelt wird unter anderem wegen des Verdachts des Abrechnungsbetruges zum Nachteil von Krankenkassen und des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt“, teilt Heiner Kruse aus der Pressestelle der Staatsanwaltschaft mit. „Durchsucht wurden neben dem Pflegedienst auch Privatwohnungen in Bönen und ein Subunternehmen in einer anderen Stadt. Es wurden zahlreiche Unterlagen beschlagnahmt, die noch gesichtet werden müssen. Die Ermittlungen werden noch längere Zeit dauern.“

Der in Bönen angesiedelte Pflegedienst verfügt über mehrere Standorte in ganz Nordrhein-Westfalen mit über 100 Mitarbeitern. Vonseiten des Pflegedienstes gab es bislang keine Stellungnahme auf eine Anfrage der Sportredaktion.

Sport-Chef Hüsseyin Kücük: „Es besteht kein Grund zur Besorgnis.“

Indes nahm der Sportliche Leiter der IG Bönen, Hüsseyin Kücük, Stellung. „Es besteht kein Grund zur Besorgnis. Sportlich gesehen ist alles im grünen Bereich“, unterstrich er nochmals, dass die Durchsuchungen keinerlei Auswirkungen auf den Sportbetrieb der IG Bönen hätten.

Der Bönener Sport-Chef sei in den vergangenen Tagen von SMS- und Whatsapp-Anfragen nur so überhäuft worden. „Ich habe mittlerweile aufgehört, auf die ständigen Anfragen zu antworten. Es ist zu viel, ich habe meine Statements gegeben“, erklärt er. Zudem sei der Neid wohl sehr groß, dass es in Bönen sportlich gesehen sehr gut laufe.

Der Spielbetrieb der IG Bönen sei keineswegs gefährdet. Zuletzt verlor der ambitionierte Verein im Testspiel beim Klub um Weltmeister Kevin Großkreutz – TuS Bövinghausen – mit 1:2 durch ein Tor in der Schlussminute. Schon am Freitag steht das nächste Match beim SuS Oberaden an, nächsten Mittwoch ist die IG zu Gast beim TSC Kamen.

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Thorsten Teimann

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