Demnächst sollen auch am Sportplatz an der Heerener Straße die Bagger anrollen. © Schürmann
Heerener Sportanlage

Sportplatz wird erneuert – Trainer skeptisch: „Es wird Zeit, aber Probleme werden bleiben“

Nach dem Jahnstadion plant die Stadt Kamen auch Investitionen in den Heerener Sportplatz. Bei einer Sport-Abteilung, die den Platz nutzt, gibt es deshalb aber nicht nur Jubelschreie.

Es wird Zeit, das ist lange überfällig“, sagt ein Trainer des Heerener Sportvereins, der von dieser Aktion profitieren soll. Die Stadt Kamen plant, Teile des Heerener Sportplatzes zu erneuern. Doch der betroffene Klub hält sich mit Jubelarien zurück.

Dieter Witte ist der Wettkampfgruppenleiter Jugend und Erwachsene der Turngruppe Heeren-Werve. Dem Vorhaben der Stadt Kamen – sie wird demnächst die Tennenlaufbahn durch eine Kunststoffanlage ersetzen – begegnet der 66-jährige Betriebswirt und Sozialpädagoge auch mit einer gehörigen Portion Skepsis.

„Wir waren als Verein immer für die Wartung der Tennenlaufbahn zuständig. Mit einer Asche-Bahn hatte die teilweise nichts mehr zu tun – das war eine Unkrautbahn. Gefahrlos konnten wir da lange nicht trainieren“, sagt der Trainer.

Dieter Witte bemängelt: Stadt Kamen tut wenig für die Instandhaltung der Anlagen

Die Stadt sei zwar für die Wartung der Sportanlage verantwortlich. Witte bemängelt jedoch, dass die Stadt für die Instandhaltung der Leichtathletik-Anlagen nur wenig getan habe. In einem Punkt begrüßt Witte das neueste Vorhaben auch: „Eine Kunststoffbahn bringt viele Vorteile, da erreicht man ganz andere Geschwindigkeiten und auch die Belastung ist eine ganz andere.“

Dieter Witte ist mit dem Zustand der Aschebahn nicht einverstanden. Er bemängelt, die Stadt habe für die Instandhaltung zu wenig getan – und befürchtet, dass sich das auch mit einer Kunststoffbahn nicht ändern wird. © Schürmann © Schürmann

Aber eine Kunststofflaufbahn müsse ebenso wie eine Tennenlaufbahn gepflegt werden. Und dieser Punkt bereitet Witte Sorgen: „Wenn dann dort künftig auf Jahre hinaus wieder nichts gemacht wird, wäre das alles andere als optimal. Ich schätze, die Probleme werden bleiben.“

Wassermassen haben die Laufbahn zerstört – TG hat sie in Eigenregie wieder hergerichtet

Zunächst war der Baubeginn für Anfang August terminiert. „Die Stadt wollte uns eigentlich 14 Tage vorher Bescheid geben. Das ist bislang nicht passiert“, sagt Witte. Somit könnte der Start der Bauarbeiten sich nach hinten verschieben.

Die Tennenbahn wurde durch die Regenmassen im Juli zerstört. © Privat © Privat

Zuletzt hatte die TG die Tennenlaufbahn in Eigenregie wieder herrichten müssen. Die Wassermassen nach den heftigen Regenschauern in den vergangenen Wochen hatten die Asche weggespült. „Wir haben die Laufbahn mit Schaufeln und Haken wieder hergerichtet – so gut wie es nur ging. Es ist nicht optimal geworden, weil wir die nötigen Geräte dafür gar nicht haben“, sagt Witte.

Ausweichmöglichkeiten habe die TG im Zuge der geplanten Bauarbeiten von der Stadt bekommen. Witte: „Wir können die Anlage der Gesamtschule nutzen, aber da fehlen uns die Geräte – wie Startblöcke und Hürden. Die können wir nicht jedes Mal hin- und hertransportieren. Man darf nicht vergessen: Wir betreiben nicht nur Laufsport.“

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann

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