Allein im Regen: Max Hohl war gegen den TSC Kamen am Sonntag der tragische Held. © Schürmann
Fußball

Tränen nach Patzern – KSC-Keeper sorgt sich um Stammplatz: „Kann jetzt keinen Anspruch stellen“

Das Spiel würde Max Hohl wohl am liebsten aus seinem Gedächtnis streichen: Gegen den TSC Kamen avancierte der Keeper des Kamener SC zum tragischen Helden. Ist sein Stammplatz jetzt in Gefahr?

Es lief bereits die Schlussphase in der gut besuchten Partie zwischen dem TSC Kamen und dem Kamener SC am vergangenen Sonntag. Der KSC führte mit 1:0, der TSC tat sich schwer, Mittel gegen die gut stehende KSC-Deckung zu finden. Richtig zwingende Chancen erarbeiteten sich der Gastgeber im Nachbarschaftsduell nicht.

KSC-Keeper Max Hohl sollte am Ende den Ausgang des Spiels aber unfreiwillig mitentscheiden. Zwei Patzer sorgten dafür, dass der TSC das Spiel drehte und letztlich noch gewann. Zuerst faustete sich Hohl eine Ecke ins eigene Tor. Nur wenige Augenblicke später musste er den Ball nach einer nicht unhaltbaren Bogenlampe erneut aus dem Netz holen.

Zwei Gedanken im Kopf – Max Hohl entscheidet sich für die falsche Option

„Bei der Ecke war ich mir sicher, dass ich den Ball kriege. Ich hatte einen Gegenspieler vor mir und wollte den Ball wegfausten. Doch als ich laut Torwart gerufen habe, ist der TSC-Spieler zurückgeschreckt und ich habe mich auf einmal umentschieden, wollte den Ball plötzlich fangen“, schildert Hohl die Situation, die zum Ausgleich geführt hat, aus seiner Sicht.

Robert Kramer baute seinen Keeper nach dem 1:2 sofort wieder auf. © Schürmann © Schürmann

„Und wie es dann so ist, wenn man zwei Gedanken im Kopf hat, entscheidet man sich für die falsche Option“, sagt er – inzwischen schon wieder mit einem Lachen. Ein solcher Fehler sei dem 22-Jährigen in seiner Laufbahn noch nicht unterlaufen. „Ich musste sofort an den ehemaligen Gladbach-Torwart Logan Bailly denken, dem so etwas auch mal passiert ist“, so Hohl weiter.

Tränen in der Kabine: „Alle haben mich getröstet“

Mit diesem Gedanken im Kopf war er offensichtlich bei der nächsten Szene noch nicht ganz bei der Sache. „Ich hatte die Szene noch im Kopf, da zieht der Akdogan ab und es klingelt schon wieder. Es ist sehr gefährlich für Torhüter, wenn du nicht ganz fokussiert bist“, sagt Hohl. Da habe es am Ende auch nichts mehr gebracht, dass er noch eine Großchance von Celitkas pariert hat.

Seine Mannschaftskollegen waren ihrem Schlussmann aber nicht böse, sagt Hohl: „Ich habe in der Kabine geweint. Alle kamen zu mir und haben mich getröstet.“ Tage nach dem Spiel ist Hohl schon wieder gut drauf und hat die Patzer abgehakt. Trotzdem beschäftigt ihn eine viel wichtigere Frage: Wird er in der kommenden Saison noch die Nummer eins sein? Im ersten Durchgang spielte Carsten Schrader im KSC-Kasten. Der Spieler, der auch schon für die Alten Herren spielen könnte, fiel vor allem durch seine lautstarken Anweisungen auf.

Gute Erinnerungen an Marvin Bremkes: Hohl parierte vor zwei Jahren einen Elfmeter

„Dieses Jahr werden die Karten sicherlich neu gemischt. Nach meinen Patzern kann jetzt keinen Anspruch auf die Nummer eins stellen. Ich werde aber im Training weiter richtig Gas geben“, will sich Hohl diesbezüglich nicht positionieren.

Carsten Schrader musste sich in der ersten Halbzeit nicht groß auszeichnen. © Schürmann © Schürmann

In der vergangenen Saison stand Hohl in der Meisterschaft in allen Spielen in der Startelf, Schrader durfte dafür im Pokal gegen den Holzwickeder SC ran. Dieses Jahr geht‘s gegen zum SV Afferde in Runde eins. Hohl sagt, dass er dann gerne spielen würde, immerhin geht es gegen Marvin Bremkes und Co. „An Bremkes habe ich zumindest noch gute Erinnerungen. In der Saison vor zwei Jahren habe ich beim Stand von 1:1 gegen den VfL Kamen einen späten Elfmeter gegen ihn gehalten.“

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann

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