Nail Kocapinar (schwarzer Trainingsanzug) musste sich nach dem 1:2 gegen Aplerbeck erstmal sammeln. © Sebastian Reith
Fußball

TSC Kamen und Nail Kocapinar haben einen Plan gegen den Abwärtsstrudel

Nail Kocapinar will den Türkischen SC Kamen wieder zurück in die Spur bringen. Dem Schlusslicht der Fußball-Bezirksliga steht viel Arbeit bevor. Aber noch ist das Abstiegsgespenst nicht angekommen.

Mit trübem Blick saß Nail Kocapinar auf der Bank des Türkischen SC Kamen. Der Trainer stützte in seinem schwarzen langen Trainingsanzug die Hände auf die Knie. Es war ein Moment der Stille nach der Niederlage beim ASC 09 Dortmund II (1:2).

Es dauerte nicht lange, da raffte sich Kocapinar aber wieder auf, der leere Weitblick ins Nichts wich dem Fokus auf seine Mannschaft, die um ihn, neben ihm und vor ihm den gerade verlorenen Punkten hinterhertrauerte.

Dann durchbrach er die Stille, hielt eine kurze Ansprache, in der er analysiert zusammenfasste, dass der TSC Kamen an diesem Sonntag zu viele einfache Fehler gemacht hat. Kocapinar zog dann einige am Boden sitzende Akteure nach oben, bevor sie den Gang in die Kabine antraten.

„Wir sind konkurrenzfähig“, sagte Kocapinar kurze Zeit später in das Aufnahmegerät, „definitiv.“ Die geforderte Reaktion nach der 0:9-Demütigung zu Hause gegen den SSV Mühlhausen konnte man sehen. Das Ergebnis stimmte trotzdem noch nicht. Wieder keine Punkte, immerhin nicht torlos verloren. „Man hat nach einer halben Stunde gesehen, dass einfach viel mehr drin ist“, sagte Kocapinar.

Nail Kocapinar: „Diese Liga ist ausgeglichen“

Seine Mannschaft hatte ab diesem Moment das Zepter mehr und mehr in die Hand genommen und spielte mutiger. „Diese Liga ist ausgeglichen. Hier kann alles passieren“, so Kocapinar. Eine Punkteteilung wäre nach den 90 Minuten an der Schweizer Allee wohl in Ordnung gewesen, Kamen für die Bemühungen belohnt worden und Aplerbeck weiter ungeschlagen geblieben.

Emin Erdur (l.) ist hier vor Aplerbecks Torwart Dominik Altfeld am Ball. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

So aber sind die Verhältnisse andere: Der ASC ist mit sieben Punkten überraschend Tabellendritter und der TSC Kamen nunmal Letzter. Kocapinar: „Wenn man das Spiel gesehen hat, war es ausgeglichen.“

Immerhin: Auch andere Mannschaften haben merklich Probleme. Der ebenfalls noch punktlose ETuS/DJK Schwerte ging gegen den TuS Hannibal (0:8) gewaltig unter. Davor holte der Lüner SV II überraschend einen Punkt gegen Alstedde und der BV Brambauer hat auch erst einen Zähler. Viel passiert ist noch nicht.

Droht dem TSC Kamen der Abstieg in die Kreisliga?

Doch wie soll sich die Situation des TSC verbessern, der immer wieder auf fehlendes Offensivpersonal verweist? Eine katastrophale Hinrunde könnte wohl auch eine Glanz-Rückrunde kaum retten.

„Es sind jetzt drei Spiele von 30. Jetzt kommen die Spiele, in denen wir punkten können. Wir lassen den Kopf nicht nach unten gehen und sagen nicht, dass es nur noch um den Abstieg geht“, sagte Kocapinar. Unter anderem geht es gegen den Holzwickeder SC II und Brambauer. Den Anschluss darf der TSC nur keinesfalls verlieren.

Nail Kocapinar und der TSC Kamen unterlagen mit 1:2 in Aplerbeck. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Ein Grundproblem – und das wird sich noch einige Wochen durchziehen – ist die miserable Vorbereitung. „Wir haben gute Qualitäten in der Mannschaft, aber wird sind einfach noch nicht fit. Die drei Wochen in der Vorbereitung, die wir ausfallen lassen mussten, merkst du jetzt. Das spürt man“, sagte Kocapinar, „das sind keine Ausreden.“

Und damit jetzt alles besser wird, bittet der Übungsleiter künftig häufiger auf den Platz. „Wir möchten auf drei Einheiten erhöhen“, erklärte er die Sofort-Maßnahme. Zusätzlich soll der Freitag als Trainingstag hinzukommen. Die Mannschaft muss fit werden, denn sonst droht eine Saison mit Schrecken.

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Sportler durch und durch, der auch für alle Sportarten außerhalb des Fußballs viel übrig hat. Von Hause aus Leichtathlet, mit einer Faszination für Extremsportarten, die er nie ausprobieren würde. Gebürtig aus Schwerte, hat volontiert in Werne, Selm, Münster und Dortmund.
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Sebastian Reith

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