Nach einer Rudelbildung im September musste das Spiel der Kreisliga B abgebrochen werden. © Sebastian Reith
Fußball

Urteil gesprochen: Amateurkicker spuckt Gästetrainer ins Gesicht

Eine lange Spielsperre bekam jetzt ein Amateurfußballer aus dem Fußballkreis Unna/Hamm, weil er in einem Meisterschaftsspiel den Gäste-Trainer angespuckt hatte.

Eigentlich war die Partie der Kreisliga B bereits entschieden, denn die Gäste führten mit 4:2, als bei einem Akteur die Sicherungen durchbrannten.

Nach einem angeblichen Foulspiel an dem Spieler des SSV Hamm in der Nähe der Trainerbank des Gegners – TuS 59 Hamm – gerieten die gegnerischen Parteien im Wortgefecht aneinander. Der Kicker habe schließlich Kopf-an-Kopf mit dem Trainer des TuS Hamm, Christian Mellmann, gestanden. Dabei soll es geschehen sein: Der Fußballer habe dem Übungsleiter ins Gesicht gespuckt.

Das bestätigten sowohl bei der Befragung durch das Sportgericht Unna/Hamm der Schiedsrichter Albert Pier wie auch ein Nachbar der Sportanlage am Südpark, der das Geschehen vom Gartenzaun aus verfolgt hatte. Der Polizist bestätigte Michael Zahorodnyj, Vorsitzender des Sportgerichts, im persönlichen Gespräch die unappetitliche Lama-Aktion des SSV-Spielers.

Michael Zahorodnyj, Vorsitzender des Sportgerichts Unna/Hamm, befasste sich mit dem Spielabbruch auf der Anlage des SSV Hamm. © Marcel Schürmann © Marcel Schürmann

Rasch hatten sich danach alle Spieler und Betreuer zum wilden Rudel auf dem Sportplatz versammelt. Zahorodnyj: „Wie der Nachbar erklärte, wäre dabei an jeder Ecke etwas los gewesen. In dem ganzen Gewusel mit teils umhertretenden Leuten hätte man rasch den Überblick verloren. Da hätte einer den anderen provoziert.“ Die Partie wurde daraufhin abgebrochen und die Polizei alarmiert.

Nachgewiesen werden konnte allerdings, dass der Spieler TuS-Trainer Mellmann angespuckt hatte. „Auch wenn der Spieler augenscheinlich provoziert worden ist, gibt es ihm nicht das Recht, zurückzuschlagen oder wie in diesem Fall zu spucken“, erklärt der Chef des Sportgerichts. Mit der Strafe – 16 Spiele Sperre – ist das Sportgericht vergleichsweise milde vorgegangen. Es hat auch schon härtere Urteile wegen Spuckens gegeben.

Zudem wurde der Torhüter des SSV Hamm für acht Spiele gesperrt. Ihm konnte nachgewiesen werden, dass er sich mitten auf dem Spielfeld im wilden Pulk der Spieler befunden hatte und einen Widersacher geschlagen hat. Das bestätigte zudem ein Vereinsvertreter.

Die übrigen sechs SSV-Spieler, denen ebenfalls unsportliches Verhalten und das Herbeiführen eines Spielabbruchs vorgeworfen wurden, wurden indes freigesprochen. „Ihnen konnten wir nichts nachweisen“, erklärt Zahorodnyj.

Das Spiel des SSV Hamm gegen den TuS Hamm wird mit 2:0 für die Gäste gewertet. Zur Urteilsfindung tagte das Sportgericht vier Stunden lang.

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