Oguzhan Yilmaz (l.) - hier im verlorenen Aufstiegsspiel des TSC Kamen gegen die IG Bönen in der Saison 2017/18 - feilt an seinem Comeback, das er für den Kamener SC geben wird. © Privat

Verletzungsdrama, verpfuschte OP: Fußballer verliert fast sein Bein – und ist nun zurück

Ohne Fremdeinwirkung verletzte sich Oguzhan Yilmaz vor Jahren schwer. Ein Operations-Fehler kostet ihn beinahe das Bein. Jetzt startet der Kicker in der Kreisliga A einen Neuanfang.

Es ist eine der schlimmsten Verletzungen, die sich ein Fußballer zuziehen kann: die Kombination aus Kreuzband-, Innenband- und Meniskusriss – der sogenannte „Unhappy Triad“ – eigentlich eine typische Skifahrer-Verletzung. Oguzhan Yilmaz, Spieler-Neuzugang des Fußball-A-Ligisten Kamener SC, hat sich genau diese Verletzung vor einigen Jahren zugezogen – und anschließend fast sein Bein verloren.

Wut der Mitspieler richtete sich auf die SG Massen

Es war das Auswärtsspiel bei der SG Massen, das der heute 26-Jährige mit seinem Ex-Klub TSC Kamen bestritt. Ohne Fremdeinwirkung blieb Yilmaz im Kunstrasen des Sportplatzes an der Sonnenschule hängen und verdrehte sich schlimm das Knie. Unter Schmerzen blieb Yilmaz liegen.

Oguzhan Yilmaz ist der erste Neuzugang für den Kamener SC für die kommende Saison. © KSC © KSC

„Da war alles kaputt, das wusste ich sofort.“

Oguzhan Yilmaz

„Da war alles kaputt, das wusste ich sofort“, erzählt Yilmaz. Die Wut seiner Teamkollegen und seines Trainerteams richtete sich nach dieser Szene zunächst schnell auf die Massener. „Die waren schon stinkig auf Massen. Es sah so aus, als wäre es in einem Zweikampf passiert. Aber es gab keinen Körperkontakt“, ergänz Yilmaz.

Anschließend ist er schnell operiert worden, „doch dabei ging leider etwas schief“, schildert Oguzhan Yilmaz, was damals passiert ist. Während einer ersten OP durchtrennten die Ärzte versehentlich Blutgefäße in seinem Bein. Eine Arterie wurde dabei verletzt.

„Ich wurde dann auf der Intensivstation wach und wusste, dass da etwas nicht geklappt hatte“, so Yilmaz, der kurz davor stand, sein Bein zu verlieren. Eine anschließende Not-OP rettete das Bein schließlich. „Da hatte ich echt Glück im Unglück“, weiß Yilmaz heute.

Comeback für Oguzhan Yilmaz reine Willenssache

Dass er überhaupt wieder Fußball spielen kann, war damals überhaupt nicht abzusehen. „Die Ärzte haben mir nach der OP empfohlen, nicht wieder mit dem Fußballspielen anzufangen. Aber für mich war es eine Willenssache“, so Yilmaz. Nach zwei Jahren war er wieder so fit, dass er sich ein Comeback zutraute. „Ohne Fußball geht‘s nicht. Auch wenn meine Frau kein Fan davon ist, dass ich wieder spiele. Ich liebe sie sehr, aber ich liebe eben auch den Fußball“, sagt der Versicherungskaufmann mit einem Grinsen.

Sein Comeback wollte er eigentlich schon im vergangenen Jahr geben. Ausgerechnet für die SG Massen. Doch ohne ein Pflichtspiel bestritten zu haben, meldete sich Yilmaz schon im Sommer 2020 wieder bei dem Bezirksligisten ab. „Ich musste mir eingestehen, dass das Trainingspensum doch zu hoch war bei meinem Rückstand“, erklärt er. Einen zweiten Anlauf nimmt er jetzt beim Kamener SC in der Kreisliga A – dem Verein, bei dem Oguzhan Yilmaz vor mehr als 20 Jahren bei den Mini-Kickern mit dem Fußballspielen angefangen hat.

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann

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