TSC-Coach Nail Kocapinar musste sich unter der Woche unters Messer begeben. © Sebastian Reith
Fußball

Zu fest auf den Tisch gehauen? Verletzter TSC-Coach fordert „dreckige Punkte“ – aber nicht sofort

Hat Nail Kocapinar zu fest auf den Tisch gehauen? Der Coach des noch sieglosen Bezirksligisten TSC Kamen musste unters Messer. Von seinem Team fordert er Punkte - aber nicht unbedingt gegen Sölde.

Nail Kocapinar grüßte am Dienstag vom Krankenbett. Auf einem Facebook-Post des TSC Kamen war der Coach des noch sieglosen Fußball-Bezirksligisten samt Mundschutz und bandagiertem rechten Arm zu sehen, kurz nachdem er aus dem OP-Saal geschoben wurde. Was war da los? Hatte Kocapinar nach dem dürftigen Saisonstart mit nur einem Punkt aus vier Spielen etwa zu fest auf den Tisch gehauen?

„Nein“, erklärt der Coach mit einem Lachen. Schon im Zuge der Vorbereitung zum 1:1 gegen die U23 des Holzwickeder SC in der Vorwoche hatte Kocapinar sich die Verletzung zugezogen. Im Training hatte er sich zeitweise ins Tor gestellt und war bei einem Abwehrversuch aus seinem Kasten geeilt. „Ich war zu spät dran, ein Spieler hat mich dann mit dem Fuß erwischt“, erklärt Kocapinar, ohne den Namen des Unglücksraben zu verraten.

Kocapinar kann rund drei Monate nicht arbeiten

Handknochen, kleiner Finger und Ringfinger wurden dabei in Mitleidenschaft gezogen. Eine Woche später folgte nun die OP, bei der die Hand mit einigen Schrauben wieder gerichtet wurde. In etwa sechs Wochen sollen die Schrauben wieder entfernt werden. Doch die Folgen sind langfristiger: „Ich werde wohl rund drei Monate nicht arbeiten können“, so der Intensivpfleger.

An der Seitenlinie stehen kann Kocapinar aber wieder. Und das schon am Sonntag beim VfR Sölde (15 Uhr, Sportplatz Rosengarten, Jasminstraße Dortmund) – dem Liga-Primus, der nach vier Siegen aus vier Spielen von der Tabellenspitze grüßt. Unterm Messer hat Kocapinar diese Woche bereits gelegen, sportlich möchte er am Sonntag nicht erneut Bekanntschaft mit dem sprichwörtlichen Schnittwerkzeug machen: „Sölde ist eine Top-Mannschaft, wir wollen ihnen nicht ins offene Messer laufen“, so der 30-Jährige.

Sein Team sei leider schlecht in die Saison gestartet und stehe seiner Meinung nach viel zu weit unten, erklärt Kocapinar. „Wir sind in einer Phase, in der uns das Vertrauen fehlt. Irgendwann kommen die dreckigen Punkte, die uns aufbauen. Drei Punkte muss man aber wohl woanders einplanen, als ausgerechnet in Sölde“, muss der TSC-Coach zugeben.

Kocapinar: „Wir wollen Sölde Schwierigkeiten bereiten“

Dennoch will er sich mit seiner Mannschaft gut präsentieren – und vielleicht doch für eine kleine Überraschung sorgen. „Wir wollen Sölde Schwierigkeiten bereiten. Wir werden versuchen, hinten dichtzumachen und auf Konter zu lauern. Die schnellen Spieler dafür haben wir. Und dann werden wir sehen, was dabei herauskommt“, erklärt Kocapinar seinen Matchplan. Gleichzeitig warnt er: „Wenn Sölde eine Lücke findet, werden sie diese auch ausnutzen. Wir wollen auf keinen Fall untergehen.“

Verzichten muss Kocapinar unter anderem auf den langzeitverletzten Leistungsträger Ahmet Acar, der noch immer an einem Bluterguss im Unterschenkel laboriert sowie auf Murathan Köroglu. Letzterem droht nach anhaltenden Meniskus-Beschwerden ebenfalls ein operativer Eingriff.

Über den Autor
2014 als Praktikant in der Sportredaktion erstmals für Lensing Media aufgelaufen – und als Redaktionsassistent Spielpraxis gesammelt. Im Oktober 2017 ablösefrei ins Volontariat gewechselt und im Anschluss als Stammspieler in die Mantel-Redaktion transferiert. 2021 dann das Comeback im Sport, bespielt hauptsächlich den Kreis Unna.
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