Manipulation und Unsportlichkeit: Dem FC Brambauer um Präsident Ahmet Elikalfa sind fast 1000 Euro Strafe aufgebrummt worden. Jetzt äußert sich Elikalfa zum Urteil - und zur Corona-Krise.

Lünen, Brambauer

, 30.03.2020, 12:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Trotz Sperrbescheinigung der Stadt Lünen hat der Schiedsrichter gesagt, der Platz müsste abgekreidet werden“, sagt Ahmet Elikalfa, Präsident beim Fußball-B-Ligisten FC Brambauer, der kürzlich ein Verbot der Ausübung einer Funktion im DFB, den Regional- und Landesverbänden sowie im Verein vom 17. März bis einschließlich 17. September 2020 erhielt.

In Bezug auf das Urteil des Kreis-Ausschlusses, der Vorsitzende habe die Anweisungen des Unparteiischen nicht befolgt, schildert Elikalfa die Situation wie folgt: „Ich habe gesagt: Wir sind nicht Eigentümer des Platzes, ich weiß nicht, wie das in Dortmund ist, wenn die Stadt den Platz sperrt, dann kann man hier nichts mehr machen“, sagt Elikalfa und ergänzt: „Und wenn wir hier umsonst abkreiden, wie wir das letztes Mal abgekreidet haben vor dem Derby, was ausgefallen ist wegen Sturm Sabine, geht auf Vereinskosten die Kreide weg - und fertig.“

Das Verfahren gegen den FCB-Präsident und gegen seinen Verein wurde nach dem Heimspiel gegen den FC Merkur vor sechs Wochen eröffnet. Die Partie wurde mit 2:0 als gewonnen für den FC Merkur gewertet.

Keine Sperre als Spieler

„Ich habe mir nichts zu schulden kommen lassen. Schon alleine die Aussage: Ich bin ja Spieler und ich wurde auch nicht als Spieler gesperrt, sondern nur auf DFB- und FLVW-Ebene“, sagt Elikalfa (Anm. d. Red.: Deutscher Fußball-Bund, Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen). „Das hat mir direkt einen Denkanstoß gegeben mit dem Ausschlussverfahren, dass die vielleicht diese Sache gemacht haben - zu Unrecht, weil Recht bekommen ist was anderes und Recht haben ist was anderes.“

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Daher unternehme Elikalfa derweil selbst rechtliche Schritte. „Das ist nicht korrekt gewesen. Wir gehen rechtlich dagegen vor“, sagt der FCB-Präsident deutlich. Entsprechende Maßnahmen seien bereits eingeleitet. „Wir haben genügend Beweise und vernünftige Unterlagen und ich denke auch, dass für den FC Brambauer entschieden wird, auch dass ich dann komplett freigesprochen werde“, sagt Elikalfa.

So sei laut Elikalfa dem Verein bereits nach vier Tagen ein rechtswirksamer Urteilsbeschluss vorgelegt worden, obwohl der FCB eine Widerspruchsfrist von zehn Tagen hatte. „Also das: No-go“, sagt Elikalfa. „Wir werden unser Recht geltend machen wollen.“

Ein Exempel statuieren?

„Es geht hier um den FC Brambauer und der FC Brambauer wird weiterhin kämpfen - mit allen Mitteln der Rechtsbelehrung“, sagt Elikalfa. „Ich kann diesem Urteil nicht zustimmen.“ Vereinsinterner Recherchen zufolge könnte das Urteil gegen ihn persönlich einzigartig sein. Vor allem die vermeintlich wackelige Beweislage und die für ihn zu heftige Strafe würden das Statuieren eines Exempels suggerieren.

Elikalfa: „Das Ganze hat einen faden Beigeschmack gehabt.“ Bei der Spruchkammer-Sitzung habe er beispielsweise keine Antwort auf die Frage bekommen, aus welchen Gründen er gesperrt werde: „Es wurde ja nicht gesagt, Herr Elikalfa hat beleidigt.“ Umschrieben wurde die Unsportlichkeit laut Elikalfa als Sperre aus Disziplin-Gründen. „Da habe ich nur gefragt: welche Disziplin?“ Die Frage sei jedoch nur belächelt, aber nicht beantwortet worden.

Beiträge und Ratenzahlungen gestoppt

Und wie wirkt sich das Coronavirus aktuell auf den FC Brambauer aus? „Das ganze Vereinsleben ist zurzeit stillgelegt, ist auch selbstverständlich und richtig so“, sagt Elikalfa. Für alle sportlichen Institutionen ist es momentan schwierig, ohne das Ausrichten von Meisterschaftspartien an Einnahmen zu kommen.

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„Wir haben heute eine E-Mail vom FLVW-Präsidenten bekommen, dass die Stundung beziehungsweise alles ausgesetzt ist - das ist natürlich auch für uns der korrekte Schritt.“ Spielergehälter habe der FCB immerhin nicht zu bezahlen; die Jugendtrainer verzichten zudem laut Elikalfa freundlicherweise auf ihre Aufwandsentschädigungen.

„Aushaltbar. Ich hoffe natürlich, wir werden alle gesund, wir bleiben alle gesund - man hat natürlich die Angst“, sagt Elikalfa. „Es geht um das Gemeinschaftliche - wir müssen alle durch die Krise.“

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