Rückblick: Als ein DFB-Pokalsieger und Nationalspieler eine Lüner Fußballmannschaft trainierte

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Derzeit ruht der Ball im Amateurfußball bundesweit. Zeit, um sich zu erinnern, als ein bekannter Profi eine Lüner trainierte - und dort eine ganz besondere Situation vorfand.

Lünen

, 05.11.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hätte die Corona-Pandemie nicht erneut für die Unterbrechung des Spielbetriebs gesorgt, stünden im November ligenübergreifend beinahe wöchentlich Lüner Lokalduelle an. Ein Sonderfall des Derbys ereignete sich in Lünen vor fünf Jahren - mit prominenter Unterstützung an der Seitenlinie.

Duelle zwischen zwei Lüner Teams gehören zu den Höhepunkten der Saison - besonders, wenn beide Mannschaften sogar zum gleichen Verein gehören. So geschehen in der Saison 2015/2016, als der TuS Niederaden II in der Kreisliga D2 Unna-Hamm auf den TuS Niederaden III traf.

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Das ist natürlich die letzte Liga, die es in der Region gibt. Und in jener Liga kassierte der TuS in der damaligen Vorsaison satte 142 Gegentore. Grund genug, um nach Hilfe zu suchen.

Hans Sarpei übernimmt beim TuS Niederaden

Niederaden bat Hans Sarpei, ehemaliger Fußballprofi, DFB-Pokalsieger mit dem FC Schalke 04 und Nationalspieler Ghanas, um Hilfe. Der übernahm zu der Zeit im Rahmen seiner TV-Sendung „Das T steht für Coach“ immer wieder vorübergehend Amateurmannschaften, um sie auf das kommende Spiel vorzubereiten.

„Ach du scheiße“, platzte es 2015 aus Sarpei heraus, als er von der Spielklasse der Niederadener erfuhr. Gemeinsam mit seinem Co-Trainer André Schubert reiste er an die Kreisstraße. Jeder der beiden ansonsten gemeinsam agierenden Trainer sollte eine der beiden sich gegenüberstehenden Niederadener Mannschaften übernehmen. Alles dokumentiert vom TV-Sender „SPORT1“.

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Sarpei widmete sich der personell breiter aufgestellten Zweiten, Schubert der qualitativ besseren Dritten. „Ab jetzt ist Krieg“, sagte Schubert, als die Wege des Duos sich vorerst trennten.

Der 190-fache Bundesligaspieler widmete sich mit seiner Schießbude der Liga zunächst einfachen Passübungen über eine kurze Distanz. Erst zwei, dann einen Kontakt gab Sarpei seinen „Pflegefällen“ vor, wie Schubert seine Kontrahenten bezeichnete.

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Der hatte mit seiner wenig motiviert daherkommenden zweiten Mannschaft andere Probleme: Seine Elf scheiterte an nach Ansicht Schuberts einfachsten Übungen. „Die machen echt wenig“, sagte Sarpei. Beide Teams teilten sich den Ascheplatz des TuS.

Während Sarpei seine Schützlinge auf Zeit zum Duschen schickte, überzog Schubert die eigentlich angepeilte Trainingsdauer und richtete gleich noch eine Ansprache mit Blick auf das vereinsinterne Duell an sein Team.

Nach einem zwischenzeitlichen Ausflug in die Sporthalle an der Dammwiese zurück an der Kreisstraße, stritten sich beide Mannschaften zunächst um die zur Verfügung stehenden Trainingsbälle. Als diese Meinungsverschiedenheit zu den Akten gelegt war, legte Coach Sarpei im Abschlusstraining den Fokus auf Abschlüsse und Spielformen.

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Am 25. Oktober, als endlich das so proklamierte „Spiel des Jahres“ angepfiffen wurde, schien der Sportplatz der Blau-Weißen gut gefüllt - einen „Sarpei-Effekt“ gab es also wirklich.

TuS Niederaden II verliert gegen die eigene Dritte

Wie groß der tatsächlich war, zeigte sich während der 90 Minuten auf dem nicht wirklich mit geraden Linien versehenen Naturrasen. Erwartungsgemäß ging der TuS II nächst per Kopfball in Führung. Doch bereits nach einer Viertelstunde glich die dritte Mannschaft nach einer Ecke aus.

Nach Abpfiff versank der TuS Niederaden III in einer Jubeltraube. Rund 15 Minuten vor Schluss hatte der Außenseiter nach einem nicht geklärten Standard noch das 2:1 erzielt - dabei blieb es. Übrigens: Seit der Saison 2017/2018 geht der TuS Niederaden nur noch mit zwei Herrenmannschaften an den Start.

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