Der Hüne in der Verteidigung des BV Lünen, Andreas Ost, ist kurz vor dem Jahreswechsel zum klassenhöheren SV BW Alstedde gewechselt. Böses Blut habe es dabei nicht gegeben – im Gegenteil.

Lünen, Alstedde, Gahmen

, 16.01.2020, 18:10 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eigentlich sollte der Wechsel von BV Lünens Kreisliga-B-Spieler Andreas Ost zum A-Ligisten BW Alstedde erst im Sommer über die Bühne gehen. Dabei sei der Hinweis auf das Interesse der Blau-Weißen ausgerechnet von Spielertrainer Dennis Gerleve gekommen. Forciert habe BV Lünens Trainer Gerleve den Transfer zwar nicht, aber „Dennis hat mich schon darauf hingewiesen, dass es da Interesse gibt“, sagt Ost und fügt hinzu: „Kuhne und Gerleve sind relativ gut befreundet.“ Nach dem Treffen mit dem Sportlichen Leiter von BW Alstedde, Benedikt Kuhne, stand für Ost fest, dass er den BV Lünen im Sommer verlassen werde. „Dann gab es ein zweites Gespräch mit dem Trainer Tim Hermes am 29. Dezember“, sagt Ost. „Danach hatte ich knapp zweieinhalb Tage Zeit, um mich zu entscheiden – das kam letztendlich aus dem Bauch heraus.“

Sportliche Entscheidung

Über seinen Ex-Verein kann der 1,94 Meter große Defensivkoloss nicht ein einziges schlechtes Wort verlieren. Zu viele Freunde habe er im Verein. Mehr als zehn Mitspieler, mit denen er schon bei Preußen Lünen kickte. „Das war eine sportliche Entscheidung, weil ich nochmal ein etwas höheres Niveau spielen möchte“, sagt Ost. „Es ist eine persönliche Angelegenheit gewesen, aber es ist nichts vorgefallen.“ Daher freut es Ost auch, dass sich der BV Lünen und BW Alstedde so kurzfristig einigen konnten. Nur positive Rückmeldungen habe er aus der Mannschaft bekommen.

Jetzt lesen

Seine Ex-Mitspieler waren eben nicht nur Ex-Mitspieler, sondern teilweise echte Freunde. Ost: „Das klingt zwar immer doof, aber: Man hat mit elf Freunden gespielt.“ Freunde sagen einem auch die Wahrheit ins Gesicht. So wurde Ost vorsichtig gewarnt, dass es schwer werden könne, in Alstedde Fuß zu fassen.

Gute erste Einheit

Die erste Trainingseinheit verlief am vergangenen Dienstag gut für den 23-Jährigen. Ganz fremd sind die Kollegen in Alstedde für Ost nämlich auch nicht. In Dennis Schulz, Dustin Nowak und Kevin Glaap hat Ost alte Bekannte aus Horstmar-Zeiten im Team, mit Jannik Audehm spielte er in Waltrop. Steven Koczy ist sogar „ein guter Freund“ von Ost.

Ost freut sich auf höheres Trainingspensum

Das ein oder andere Kilo könne der Ausbilder für Metallberufe noch verlieren. Das gesteht sich Ost selbst ein. In Alstedde trainiert der Innenverteidiger nun drei Mal in der Woche. Die zusätzliche Einheit wird Ost mehr Hingabe abverlangen als beim BV. „Ich habe da Bock drauf“, sagt Ost. „Aber ich muss auch nicht die meisten Kilometer am Ende gelaufen sein – ein bisschen fitter wäre aber gut.“ An Gerleves Training habe es aber nicht gelegen.

Jetzt lesen

Durch Osts Rote Karte am vorletzten Spieltag fehle ihm ohnehin ein Spieltag Praxis, zudem habe er aufgrund der Gespräche mit Alstedde auf die Teilnahmen an den Lüner Hallenstadtmeisterschaften sowie beim Hallenturnier in Dortmund verzichtet.

„Gerleve hat immer gute Trainingseinheiten gemacht und uns geärgert. Wir mussten oft noch nach dem Training spurten“, sagt Ost. Der Konkurrenzkampf in Alstedde sowie der Druck auf dem Platz wird dennoch ein anderer sein. Auch die Situation in der Liga ist eine andere.

„Kein sicherer Aufstieg“

In der Kreisliga B4 steht der BV Lünen (Anm. d. Redaktion: Online als BV Lünen II geführt) auf Position fünf. Fünf Punkte vom Tabellenersten SV Körne entfernt, der obendrein eine Partie weniger auf dem Buckel hat. In der Dortmunder Kreisliga A2 führen die Blau-Weißen hingegen mit beeindruckenden elf Punkten Vorsprung die Tabelle an.

Ein guter Grundstein ist gelegt

„Es wurde ein guter Grundstein gelegt, auf dem man jetzt aufbauen kann oder sogar noch eine Schippe drauflegen kann“, sagt Ost. „Aber das ist kein sicherer Aufstieg, da brauchst du nur die ersten beiden Spiele verlieren, Gahmen gewinnt, und dann gerätst du ins Schwimmen.“

Lieber wolle der Rechtsfuß jedes Spiel als das Entscheidende sehen: „Wir sollten uns aber auch nicht kleinreden; wenn wir auf die Leistung aufbauen und unsere Spiele gewinnen, kann Gahmen so viele Punkte holen, wie es will.“

Jetzt lesen

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung Dortmunder Hallenstadtmeisterschaften
Viele Fotos: Die SG Gahmen in der Endrunde der Dortmunder Hallenstadtmeisterschaften
Münsterland Zeitung Dortmunder Hallenstadtmeisterschaften
Endstation Viertelfinale: SG Gahmen scheidet nach hartem Kampf gegen Westfalenligisten aus