Arminia Bielefeld, Borussia Dortmund und ein Lüner Klub: Wie passt das zusammen?

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Packende Duelle, tausende Zuschauer, ein Blick in die Historie. Mit dabei: Arminia Bielefeld, Borussia Dortmund und ein Lüner Klub, der sich vor einer riesigen Kulisse behauptete.

von Bernd Janning

Lünen

, 10.11.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gegen Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld hatte in der alten Regionalliga West der heutige Westfalenligist Lüner SV eine bessere Bilanz, als sie die 1.-Liga-Profis von Borussia Dortmund auf der Alm beiden Ostwestfalen erzielten.

Erst vor wenigen Wochen kassierten die Bielefelder auf ihrer Alm mit 0:2 wieder eine Schlappe gegen den BVB. Zuletzt waren die Westfalen gegen den BVB seit sechs Spielen ungeschlagen. Mit zehn holte die Arminia gegen keinen anderen Klub mehr Heimsiege. Der BVB gewann von 17 Gastspielen in Bielefeld jetzt erst das zweite.

Wichtige Erinnerungen und packende Spiele

Lang ist es her. Aber, wer denkt nicht beim Lesen alter Statistiken an bessere Zeiten? In der alten Regionalliga West standen sich Lüner SV und Bielefeld zehnmal gegenüber. Bielefeld holte mit vier Siegen, drei Remis und drei Niederlagen - auf die heutige Wertung umgerechnet - 15 Punkte. Der LSV kam mit einer Niederlage mehr und einem Sieg weniger auf zwölf Zähler. Ein Vergleich mag hinken. Hier werden viele Zahlen genannt. Wichtig sind dahinter jedoch die Erinnerungen und viele packende Spiele.

Bielefeld spielte von 1963 bis 1970 und 1972 bis 1974 in der Regionalliga, zwischen 1970 und 1972 zwei Jahre in der Bundesliga. Zuerst gab es Rang 14, dann, punktlos wegen Lizenzentzuges, den letzten und 18. Platz, damit den Zwangsabstieg.

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In der Gründungssaison der alten Regionalliga West verlor Lünen (11. August 1962) sein Heimspiel vor 7737 Fans mit 1:3. Manfred Grünewald erzielte den Ehrentreffer. Das Rückspiel (29. 12. 63) ging 0:2 verloren. Das 1:0 vor 9500 Fans erzielte Gerd Roggensack, der vier Jahrzehnte später kurz Trainer der Lüner Löwen in der Oberliga war. Bielefeld wurde Elfter, der Lüner SV stieg als 20. und Letzter sofort wieder ab.

Deutliche Duelle

Erst in der Saison 1969/69 gab es ein Wiedersehen. Bielefeld gewann (22. August 1968) vor 5000 auf der Alm 4:0, verlor in Schwansbell (23. Februar 1969) 0:2. Die Tore für den LSV erzielten Friedrich Düsenberg und Georg Schymetzek. Nahe beieinander schlossen beide Teams die Saison ab, Bielefeld als Siebter, Lünen als Zehnter.

Ähnlich war es in der Saison darauf mit Bielefeld auf Rang vier und Lünen auf Platz acht. Der LSV fertigte vor 6000 Zuschauenden (3. September 1967) die Ostwestfalen mit 4:1 (Hans Bradatsch, Bernd Gerstner (2) und Wilhelm Wagener) ab, wurde im Rückspiel vor 10.000 (21. Januar 1968) aber mit einem 0:5 böse bestraft.

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Weiter mit zum oberen Feld der Tabelle gehörten beide Klubs 1969/70. Bielefeld stieg als Vize in die Bundesliga auf, der LSV wurde Sechster. Vor 7000 Zuschauer auf der Alm (2. November 1969) siegte Lünen 2:1 durch Treffer von Lutz Gärtner und Torjäger Peter Demhartner. Im Rückspiel vor 5000 (22. 3. 70) folgte ein 1:1. Friedrich Düsenberg schoss per verwandelten Strafstoß das LSV-Tor.

Unentschieden endeten die beiden letzten Spiele in der Saison 1972/73. Bundesliga-Absteiger Bielefeld wurde nur Elfter, der LSV stieg als 18. und Letzter nach insgesamt sieben Jahren Regionalliga zum zweiten Mal ab.

Lüner SV mit seiner damals stärksten Mannschaft

12.000 Zuschauer sahen in Bielefeld (20. August 1972) ein 1:1. Günter Riepert traf. In Lünen (28. Februar 1973) folgte vor 2000 ein 0:0.

Erstaunlich war, dass der Lüner SV damals mit seiner von den Namen her mit stärksten Mannschaft antrat. Im Tor stand Detlef Behrens. Davor agierten Karl-Heinz Lang, Hans Georg Liebern, Dieter Zorc, Peter Wirsching, Manfred Balcerzak, Rolf Urban, „Ellis“ Granitza, Helmut Reiners, Stefan Klos und Bernd Ochmann. Eingewechselt wurden Günter Riepert und Hans Bradatsch.

Irgendwie wiederholt sich im Fußball vieles. Wenn auch „nur“ in der Westfalenliga, hat und hatte der LSV eine schlagkräftige Mannschaft aufgebaut. Doch an eine Rückkehr, zumindest bis in die Oberliga, ist noch nicht zu denken.

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