Backpfeife bei E-Jugendspiel in Lünen - Amtsgericht verkündet sein Urteil

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Das Fußballspiel zweier E-Jugenden bei BW Alstedde landete jetzt vor dem Amtsgericht. Ein Schlag ins Gesicht mit der flachen Hand hatte Folgen für einen Vater der Gastmannschaft.

von Sylvia Mönnig

Alstedde

, 18.11.2019, 14:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Zwischenruf des gegnerischen Trainers brachte den Vater eines E-Jugend-Spielers bei der Partie zwischen einem Lüner und einem Dortmunder Verein offenbar derart in Rage, dass er zuschlug. Das hatte nun ein Nachspiel.

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Am 16. Februar traten die E-Jugend-Fußballer von Blau-Weiß Alstedde in einem Heimspiel gegen den Verein Ay Yildiz Derne an. Den Schiedsrichter stellte, wie üblich, der Gastverein aus den Reihen der Eltern. Aus Sicht der Gastgeber verlief das Match von Beginn an eher ruppig, wobei die Aggression in erster Linie vom Gegner ausging und der Schiedsrichter erst spät darauf reagierte. Der Trainer der Heimmannschaft, gleichzeitig auch Vater eines Spielers, mischte sich schließlich ein, rief in Richtung Spielfeld und Gäste: „Hört auf zu treten und spielt Fußball.“

Vater erstattet Anzeige

Das brachte einen Vater der Dortmunder Jungen auf den Plan. Er ging zu ihm hin und versetzte ihm mit der flachen Hand einen Schlag ins Gesicht. Die Folge: Es gab etwas Tumult, das Spiel wurde abgebrochen und der Gastverein musste später insgesamt 200 Euro Strafe für das provozierte jähe Ende der Partie bezahlen. Auch erstattete der Geschädigte Anzeige wegen vorsätzlicher Körperverletzung.

Vor dem Amtsgericht trafen die Parteien nun noch einmal aufeinander. Allerdings wollte der Angeklagte, ein 42-jähriger Dortmunder, nichts von einem Schlag wissen. Sicherlich, eine Auseinandersetzung habe es gegeben, weil der andere Vater seinen Sohn angeschrien habe. „Das sind doch Kinder“, betonte er. Vielleicht habe er ihn auch geschubst. Später mutmaßte er, dass eine Verletzung bei dem Schubs entstanden sein könnte. „Dann entschuldige ich mich jetzt hier. Sollte nicht so sein.“

Angeklagter ist bereits vorbestraft

Der Betroffene bestätigte im Zeugenstand jedoch, dass er sehr wohl eine Backpfeife erhalten habe. Eine Woche sei er krankgeschrieben gewesen, führte der 45-jährige Lüner aus und verwies auf eine Schädelprellung, die ihm auch ärztlich attestiert wurde. Während der Schiedsrichter danach darauf beharrte, dass es keine Schläge, sondern nur Geschrei gegeben habe, erklärte der Vater eines Spielers von Blau Weiß Alstedde, dass er die Backpfeife aber genau gesehen habe.

Die Richterin, die ohnehin kaum Verständnis finden konnte und schon in der Verhandlung fragte, was denn die Kinder machen sollten, wenn sich die Eltern so verhalten würden, brachte es schließlich auf den Punkt: „Ich habe keinerlei Zweifel, dass sich der Sachverhalt so zugetragen hat.“ Für den bereits einschlägig vorbestraften Angeklagten endete das Verfahren mit 1500 Euro Geldstrafe.

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