BVB-Trainer Marcus Reis zweifelt an der Überzeugung seiner Spieler

Fußball-Westfalenliga 2

Immer wieder schüttelte er mit dem Kopf. Schaute auf den Boden. Marcus Reis wirkte während der Pressekonferenz nach dem 2:3 gegen Wickede niedergeschlagen – und nahm seine Spieler nicht mehr in Schutz.

BRAMBAUER

von Von Benedikt Ophaus

, 28.10.2013, 16:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ratlosigkeit und Enttäuschung - wieder einmal. Philipp Hanke (v.l.), David Krück und Marcel Bieber nach dem 2:3 gegen Westfalia Wickede am Sonntag.

Ratlosigkeit und Enttäuschung - wieder einmal. Philipp Hanke (v.l.), David Krück und Marcel Bieber nach dem 2:3 gegen Westfalia Wickede am Sonntag.

„Wir alle“, so BVB-Trainer Reis später, „haben uns dieses Spiel ausgesucht, weil wir es gerne spielen. Entweder spiele ich also, um zu gewinnen – oder ich lasse es.“ Was Reis sagen wollte: Seine Mannschaft sei nicht an zu hohem Druck gescheitert. „Wer mit dem Druck nicht umgehen kann, ein Spiel gegen eine Mannschaft gewinnen zu müssen, die einen Mann weniger hat, der hat sich die falsche Sportart ausgesucht.“ Er als Trainer könne die Mannschaft nur auf den Kontrahenten vorbereiten. „Ich kann aber in niemanden die Eigenmotivation hineinprügeln. Mir musste als Spieler keiner den Glauben vermitteln. Ich bin immer angetreten, um zu gewinnen. Diesen Glauben hat man, oder man hat ihn nicht.“ Mitleid erntete Reis von Kollege Marko Schott, Trainer der Gäste aus Wickede: „Aus so einer Situation kann man nur gestärkt hervorgehen. Es geht immer irgendwie aufwärts.“ Wer ehrgeizige Sportler wie Reis kennt, der weiß: Nichts ist schlimmer als das Mitleid des Gegners. Ein gemeinsames Bier tranken die Freunde zum Abschied trotzdem.

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