Coronakrise: Entwickelt sich das Jubiläumsjahr von BW Alstedde zum Alptraumjahr?

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Es sollte das Jahr von BW Alstedde werden. Der Verein feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum und die erste Mannschaft wollte den Bezirksliga-Aufstieg perfekt machen. Nun steht alles auf der Kippe.

Alstedde

, 23.03.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Vorbereitungen laufen zum Teil schon seit Jahren. Der SV BW Alstedde feiert in diesem Jahr seinen runden Geburtstag. 100 Jahre wird der Verein mit den blau-weißen Trikots in 2020. Für die großen Feierlichkeiten, die vom 5. bis 7. Juni anstehen, plant der Verein seit einiger Zeit schon. Gleichzeitig gab die A-Liga-Mannschaft der Alstedder Vollgas, um schnellstmöglich den Aufstieg in die Bezirksliga perfekt zu machen. Aktuell steht BWA auf Rang eins der Tabelle. Die Coronakrise könnte alldem nun aber einen Strich durch die Rechnung machen.

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„Ein Riesenzelt“ habe Alstedde für die drei Feiertage im Juni bereits bestellt und reserviert, zudem sollte die Bäckerei Kanne das Catering übernehmen. Außerdem hat der Verein eine Jahrhundertausgabe geplant, daneben sollte die U23 von Borussia Dortmund zum Freundschaftsspiel nach Alstedde reisen. Als Termin war der 6. Mai war für den Freundschaftskick geplant, der nun wohl ausfällt. Ob die Partie nachgeholt wird? Ungewiss. „Natürlich wäre es schön“, sagt Benedikt Kuhne, Sportlicher Leiter der Alstedder, der vom Coronavirus nur noch genervt ist.

Kuhne ärgert sich

„Es ist richtig traurig, dass momentan nicht gespielt wird. Wir spielen eine richtig geile Saison und jetzt ist der Aufstieg gefährdet“, ärgert sich Kuhne, der nicht mehr an eine Fortsetzung der Saison glaubt. Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen hält sich mit seiner Entscheidung, wie es in Zukunft genau weitergeht, (noch) bedeckt. Aktuell hat er nur den Spielbetrieb bis zum 19. April ausgesetzt. „Wir müssen noch neun Spiele spielen, das sind mindestens fünf Wochen. Die Spieler brauchen doch auch einen Rhythmus und Trainingsbetrieb“, befürchtet Kuhne Probleme, die auch schon Athletiktrainer Björn Kadlubowski nannte.

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Für den Fall der Fälle, dass die Saison vorzeitig abgebrochen wird, wünscht sich Kuhne die Regelung, die auch der Westfälische Basketball Verband (WBV) getroffen hat. Die heimischen Basketballer spielen ihre Saison nämlich nicht mehr zu Ende. Entsprechende Tabellenführer jeder Spielgruppe erhalten laut Verband die Anwartschaft für die nächst höhere Liga und könnten aufsteigen. Verfährt der FLVW bei einem möglichen vorzeitigen Saisonabbruch genauso, dann wäre Alstedde in der kommenden Saison Bezirksligist.

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„Diese Regelung wünsche ich mir auch für den Fußball. Außerdem würde ich mir wünschen, dass Westfalia Wethmar und der Lüner SV II die Klasse halten, obwohl sie so weit abgeschlagen sind. Das wäre schön für Lünen, weil dann einige Ortsderbys stattfinden können“, so Kuhne. Auch für potenzielle Absteiger hat der WBV eine Lösung. „Die Mannschaft, die nach der Ausschreibung 2019/2020 auf einem Abstiegsplatz steht, erhält die Anwartschaft für die nächst tiefere Liga (Absteiger). Eine Mannschaft, die so auf einem Abstiegsplatz steht, hat die Möglichkeit, für die Saison 2020/2021 eine Wildcard zu beantragen. Voraussetzung dafür ist, dass sie bei normalem Verlauf der Saison rechnerisch einen Nichtabstiegsplatz hätten erreichen können“, schreibt der Basketballverband.

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Wird also doch noch alles gut im Jubiläumsjahr? Fraglich. Im Worstcase würde die Liga annulliert und Alstedde wäre in der nächsten Saison weiterhin A-Ligist. Und finanziell? Spürt BWA die Coronakrise?

„Haben keine Hauptsponsoren“

„Wir haben auch keine Hauptsponsoren, die die Konten auffüllen können. Wir leben auch von Zuschauereinnahmen und vom Catering. Gerade in der Sommerzeit kommen immer mehr Zuschauer. Das zeichnet den Verein aus“, sagt Kuhne und bezieht sich damit auf die Aussagen von Florian Dellbrügge, Geschäftsführer des BV Lünen, der kürzlich im Interview mit dieser Redaktion über die finanziellen Auswirkungen der Coronakrise gesprochen hat.

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